Eike hat geschrieben:Ja, aber Musikhören ist doch nicht "prüfungsrelevant" sondern "stimmungsrelevant". Na gut, ich kenne das schon auch, dass die Leidenschaft auch stark gen "kennen wollen" geht, oder richtung "wie war das nochmal", dennoch steht der Hörgenuss bei mir in aller Regel im Vordergrund, und "Recherche" oder "Auffrischen" ist eine dem nachgeordnete Passion. Singst oder "hörst" du deine persönlichen Klassiker dann für dich alleine regelmäßig im Kopf, oder reicht es dir wirklich völlig, zu wissen, dass sie irgendwo im Hinterkopf "passiv" abgespeichert sind?
Im Kopf mache ich immer siebentausend Sachen gleichzeitig, ich weiß gar nicht, ob da auch Singen und Hören dazu gehört. Bisweilen bestimmt, aber festmachen kann ich das nicht. Für mich ist das auch nichts, was irgendwie mit Druck im Sinne von Prüfungsrelevanz zu tun hätte. Bin mit mir und meinem persönlichen Musikwahn schon im Reinen, will also weder mir noch anderen etwas beweisen, aber ja, ich glaube, das habe ich schon öfters gesagt, dass bei mir die geistig-analytischen Aspekte meine "Lust auf Musik" zu einem größeren Teil ausmachen, als die seelisch-emotionalen. Das heißt, dass ich, wenn ich "Lust auf Musik" habe, das in geschätzt 90% der Hörvorgänge eine "Lust auf Analyse und Hören mit dem Hirn" ist, und nur in 10% der Fälle eine "Lust auf das Baumelnlassen der Seele".
Ich höre also fast immer etwas zu einem bestimmten verstandbasierten Zweck, nicht einfach, weil ich Lust auf eine Platte habe:
- Soundcheck
- Review
- Diskographiecheck
- Kalender abarbeiten
- Album (besser) kennenlernen
- Diskussion im Forum
- Fragen zu einem Album beantworten
- Liste machen
- Empfehlung von anderen prüfen oder anderen etwas empfehlen.
- Einfach so was drüber schreiben.
Musikhören als Selbstzweck ist dieser Tage fast nicht mehr existent. Das heißt, dass ich dann natürlich trotzdem Lust auf die Platte habe, und auch Spaß daran, sie zu hören, aber eben nicht "einfach so", sondern immer mit Telos. Auf die Erfüllung des Zwecks habe ich noch mehr Lust als auf die Musik an sich.
Nicht immer, aber meistens.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38