|
|
von Feamorn » Donnerstag 17. Juni 2021, 21:36
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Oh, freut mich.
Beides.
1) Dass es dich freut.
2) Die Trefferquote von 2/3. Ja, Gerstner kann Chamäleon... sprich, Songs sehr unterschiedlicher Art schreiben.
Das ist übrigens einer der Sachen, die ich schon sehr lange an Helloween schätze, dass da alle Mitglieder mit schreiben, egal wie lange dabei. Ich bin zwar sehr weit davon entfernt, selbst zu erkennen, von wem was ist, aber bei anderen "alten" Bands sind das ja oft eher die "Brainchilds" der alten Hasen (zumindest gefühlt; (und z.B. bei Iced Earth war ich mir ja stets sicher, dass der nach und nach eintretende Verlust der weiteren Songwriter einen negativen Einfluss auf die Qualität hatte)).
-

Feamorn
- Vollblutmetaller
-
- Beiträge: 7181
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 13:00
- Wohnort: Bergisch Gladbach
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. Juni 2021, 21:58
Ja, außer Dani Löble, der hat noch keinen Song geschrieben; warum auch immer. Und Ingo Schwichtenberg hatte auch keine Songwriting-Credits. Aber alle anderen schon... Grapow, Kusch... Das ist auch eine der ganz großen Stärken von Helloween, da bin ich ganz bei dir, und zwar weil es neben dem Teamfeeling eben auch für ein gewisses grundlegendes Maß an kompositorischer Abwechslung sorgt, das immer da ist und verhindert, dass die Scheiben zu eindimensional in eine Richtung gehen. Das ist eine Qualität, die viele andere große (und kleine) Bands in dem Maße nicht mitbringen, weil sie sich einfach auf einen Stil festgelegt haben, und den halt durchziehen. Bei Helloween klingt auch irgendwie immer alles nach Helloween, klar, aber eben doch mit einer gewissen Bandbreite. Die Songwriting-Schlagseiten der Herrschaften kann man - ganz grob - so verorten: Weiki - schnell, hochmelodisch, gerne mal ein wenig episch, fast immer mit sehr positiver, fröhlicher bis erhabener Stimmung Andi - hardrockig, PC69-Vibes, immer mal wieder etwas Bowie-esk, etwas sleazy, oft augenzwinkernd oder hier und da etwas anzüglich Sascha - oft sehr eingängig, mit einem gewissen Pop-Appeal, sehr melodisch, feine Gesangsarrangements, auch mal Keyboards Markus - dynamisch, mächtige Rock'n'Roll-Schlagseite, groovy, positiv, energiereich Kai - tendenziell am metallischsten, auch mal etwas punkig, aber auch oft episch und ausladend, erzählerisch, mit viel Faustfaktor Michi - eher ruhig, oft unmetallisch, balladesk, AOR-lastig, aber auch proggy bis avantgardistisch, viele Akkustikgitarren Jeder hat natürlich auch mal Ausreißer in eine andere Richtung, oder in ein Metier, das sonst mehr das eines anderen Kollegen ist, aber das ist so mein grobes Raster, um blind zu erraten, wer einen Song geschrieben hat. 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35309
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. Juni 2021, 22:53
Themawechsel: Die "Chameleon" für ein schlechtes Album zu halten, ist an sich schon ziemlich infam... 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35309
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von scumi » Donnerstag 17. Juni 2021, 23:01
Wobei Deris, Weikath und Gerstner stilistisch eigentlich fast alles können oder zumindest fast alles schon versucht haben.
Von Deris stammt, glaube ich, auch "Nabatea", was ein hammermäßiger Metal-Brecher ist. Weikath hatte vor Jahren mit "Nothing to say" und "Do you know what you're fighting for" auch mal sehr rockige Nummern in Petto, wobei die für mich nie so gut funktioniert haben, weil dafür die Produktion nicht rotzig genug war. Generell finde ich, dass viele seiner Songs im Laufe der Jahre ein gewissen progiggen Einschlag (in Ermangelung eines besseren Begriffs) bekommen haben. Und Gerstner hatte speziell auf der "7 Sinners" echt die Abrissbirne dabei (und spielt nebenbei in einer Elektro-Pop-Band).
Generell hab ich mich in den letzten Wochen mal wieder durch diverse ältere Platten gehört und war überrascht, wie viel es da noch oder wieder zu entdecken gab. "Do you Feel Good" von der "Rabbit don't come easy" ist zum Beispiel ein richtig toller Gute-Laune-Song, der früher irgendwie an mir vorbei gelaufen sein muss.
Morgen gibt es dann die Neue und ich bin wirklich wieder so gespannt, wie ich eigentlich immer war, wenn ne neue Helloween kam. Komische Sache, denn ich war in den letzten Jahren zwischenzeitlich schon mal sehr weit weg.
-

scumi
- Rhythmusmitwipper
-
- Beiträge: 223
- Registriert: Dienstag 26. Oktober 2010, 16:25
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. Juni 2021, 23:09
Ja, klar, das sind nur grobe Guidelines, nach denen ich meine Tipps abgebe, wenn man mir einen Helloween-Song vorsetzt, von dem ich nicht weiß, wer ihn geschrieben hat. Das beste Beispiel dafür, dass die Herrschaften auch überraschende Songs schreiben können, läuft gerade und heißt "Chameleon". Dass eben auch die einzelnen Komponisten nicht auf ihr Ding festgefahren sind, sondern banddienlich arbeiten und auch anderen auf den Leib schreiben können, bereichert die kompositorische Vielseitigkeit der Band noch zusätzlich. Die "Rabbit" ist für mich eh viel besser als ihr Ruf. Ist auch eine meiner meistgehörten Deris-Ära-Platten und "Do You Feel Good" (Weiki) auch einer meiner dortigen Faves, ebenso wie "The Tune" (ebenfalls Weiki). Für die Weiki-Songs habe ich oft eine besondere Schwäche, stelle ich regelmäßig fest. Großkopfs "Hell Was Made In Heaven" finde ich auch komplett toll. Viel Spaß mit der Neuen, morgen dann. 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35309
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Pillamyd » Freitag 18. Juni 2021, 12:31
Ich warte noch auf mein Exemplar. Hermes lässt sich heute besonders viel Zeit. Ich bin ja schon auch gespannt drauf. Die Alben die ich mir von der Band besorgt haben laufen:
Und so manch eine Aussage muss ich tatsächlich revidieren. Ich verstehe nun, was man meint, wenn man Alben wie "The Dark Ride" als düster beschreibt. Ich verstehe, wenn man "Better Than Raw" oder "7 Sinners" als hart/brachial beschreibt. Ich verstehe, wenn "Pink Bubbles..." trotz der Andersartigkeit gefällt. Alles im Kosmos von der Band natürlich. Aber das war wohl der Zugang zur Band.
Was der Weikath übrigens über die Produktion zur "Better Than Raw" in der neuen DF Ausgabe sagt, finde ich auch. Ist auf jeden Fall nicht mein Liebling der Band. Da fand ich die "7 Sinners" direkter und fokussierter und etwas gelungener.
Mal warten, wann die CD ankommen mag.
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von scumi » Freitag 18. Juni 2021, 15:52
So anderthalb Durchgänge geschafft - und ich verstehe den Soundcheck-Sieg auch in dieser Höhe. Helloween hatten ja schon immer einen guten Stand bei den Schreibern hier.
Aber so vom ersten Eindruck her, ist die tatsächlich nochmal stärker als die letzten Platten - vielleicht sogar ein ganzes Stück. Ein Pluspunkt sind natürlich die verschiedenen Sänger - aber das allein erklärt es nicht. Der erste Hördurchlauf war ziemlich überwältigend ob der vielen Eindrücke und ich hatte das Gefühl, das Ding platzt fast vor Kreativität. Es ist nicht nur die Varianz der Songs untereinander, die sich - wie immer bei Helloween - ein Stück weit durch die unterschiedlichen Songwriter ergibt, sondern auch in den einzelnen Stücken passiert viel. "Robot King" war zum Beispiel so ne Nummer, wo ich mir dachte "ok, ok langsam, das ist ganz schön viel auf einmal!"
Grundsätzlich bin ich erstaunt, wie viel Best-Of-Charakter das Album hat, ohne sich in offensichtlichen Selbstzitaten zu ergehen. "Out for The Glory" und "Skyfall" sind für mich irgendwie Keeper-Tracks, aber keine Kopien, sondern solche, die es bislang noch nicht gab und die auch 2021 frisch und unverbraucht klingen. "Best Time" ruft auch sofort diverse Band-Klassiker ins Gedächtnis ist aber eine ganz eigenständige Nummer und so zieht es sich eigentlich durchs ganze Album. Favoriten kann ich noch keine benennen, weil ich den Eindruck habe, das jeder Song etwas in sich hat, was ihn in meinen Ohren zu einem echten Feuerwerk machen kann. Aber das braucht ein wenig, bis ich das alles erschlossen hab.
Ersteindruck: Exzellent!
-

scumi
- Rhythmusmitwipper
-
- Beiträge: 223
- Registriert: Dienstag 26. Oktober 2010, 16:25
von Pillamyd » Freitag 18. Juni 2021, 17:10
Bei mir ist der 3. Durchlauf im vollem Gange. Bisherige Favoriten:
"Out For The Glory" und "Rise Without Chains" und "Down In The Dumps".
Die zwei Durchläufe davor habe ich ständig "Fear Of The Fallen" im Ohr gehabt und mich tatsächlich so auf "Skyfall" mental konzentriert, dass zunächst der Mittelteil an mir vorbeigerauscht ist.
Aber es ist natürlich viel zu früh um da mehr sagen zu können. Ersteindruck ist aber sehr positiv. So positiv, dass ich währenddem dritten Durchgang doch noch eine Bestellung aufgegeben habe.
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von Rüdiger Stehle » Freitag 18. Juni 2021, 19:33
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35309
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Rüdiger Stehle » Freitag 18. Juni 2021, 20:01
Und wer kann, so lange man ihn online findet, bitte echt ein paar mal den Japan-Song anhören... ... für mich eines der absoluten Highlights der Session. Was liebe ich Kais Vocals und Makls Bass hier. So geil... *sorry* 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35309
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
Zurück zu Heavy / True / Doom / Power Metal
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.deTime : 0.088s | 11 Queries | GZIP : Off
|
|