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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 19. Mai 2021, 23:51
Den Punkt, den du im ersten Absatz thematisierst, führe ich auch immer wieder an, wenn es um den Happy-Metal geht, und um die Rolle von Helloween als die Gründerband des "Euro Power Metals".
Ja, natürlich, Helloween ist immer eine positive Band gewesen, und die Band hat immer auch zu einem großen Teil sehr fröhliche, optimistische Melodien gehabt, sowie ebensolche Texte, und eben auch immer ein Augenzwinkern im Bezug auf sich selbst. Dennoch, und das ist der Punkt, den du gut angerissen hast: Helloween ist dabei nie flach geworden, nie Plastik geworden, es durften immer die Gitarren den Song tragen. Die Gitarren waren immer und überall, sogar auf "Chameleon", die prägenden, melodieführenden Instrumente. Helloween ist nie in den ultimativen Heavy-Metal-Fettnapf getreten, die Gitarren zum Perkussionsinstrument zu degradieren, das nur noch für Rhythmus und fetten Sound sorgt, aber das Riff nicht mehr zum Dreh- und Angelpunkt des Songs macht.
Hör dir Sabaton an, oder Manowar auf "WOTW" und "GOW". Man kann mir nun nicht nachsagen, ich würde Manowar nicht genug lieben, aber wer erinnert sich an die Gitarrenriffs und Leadgitarren von diesen beiden Alben? Man erinnert sich schon an Songs, aber es sind immer die Hooklines von Eric Adams, die hängen bleiben, und vielleicht noch das Keyboard, aber das Riff? Sing mir einer das Hauptriff von "Warriors Of The World" vor bitte! Haha... is' nich'... und dat Dingen is' e'ne Welthit!
Bei den Kürbissen hat dagegen selbst ein purer Fun-Hit wie "Dr. Stein" ein Mörderriff, und ein hartes Riff, eins, das man nie mehr vergisst.
Was die Sängerfrage angeht, finde ich heute alle drei gleich gut. Jeden auf seine eigene und auch jeweils komplett unverkennbare Weise. Das ist für Helloween ein Segen, der nicht allzu vielen Bands zuteil wird, zwei Sängerwechsel hinter sich zu bringen, und trotz natürlich meckernder Fans des jeweiligen Vorgängers, hier keine Abstriche in Sachen Individualität und Kreativität gemacht zu haben, und sich neu erfinden zu können, ohne den eigenen Stil aufzugeben. Dass das hier nun damit endet, dass alle drei vereint einen Modus vivendi gefunden haben, ist natürlich die Krönung des Ganzen.
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von Feamorn » Donnerstag 20. Mai 2021, 00:06
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Dass das hier nun damit endet, dass alle drei vereint einen Modus vivendi gefunden haben, ist natürlich die Krönung des Ganzen.
Das fand und finde ich übrigens immer noch absolut famos! Ich mein, es war ja schon cool, dass Maiden damals einfach mit drei Gitarristen weiter gemacht haben. Aber sowas wie bei Helloween jetzt? Total cool! Und ja, klar, die werden ihren Schnitt machen finanziell, aber ich war echt begeistert, als ich die ersten Pumpkins United Live-Videos gesehen habe, und das ohne irgendwelche Nostalgie für Kiske oder Hansen. Da ist von Ausverkauf keine Spur, sondern ich sehe da echte Freude am zusammen musizieren, das hat echt Seltenheitswert, find ich. Sollen sie ihre Kohle damit machen, mir doch egal, solange das Ergebnis noch echt ist! Und so wirkt es auf mich ziemlich eindeutig. Bin schon etwas gespannt auf die neue Platte. 
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von Jhonny » Donnerstag 20. Mai 2021, 09:01
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Aye. Nabataea ist ein Hammer von Song und ein Hammer von Opener. Ja, in der Tat der beste Song der Scheibe. Dennoch hat die Band damit ihr Pulver noch nicht verschossen. Die beiden Großkopf-Songs sind Bombe, "Waiting For The Thunder" kommt spät aber gewaltig... habe den erst live so richtig lieben gelernt, aber heute ist der heiß verehrt. Und auch die beiden Weiki-Songs strahlen nicht minder.
Klar das Highlight des Albums, das sonst schon etwas zu lang geraten ist. Sonst klasse: Burning Sun, Straight Out Of Hell, Make Fire Catch The Fly
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von Rüdiger Stehle » Freitag 21. Mai 2021, 15:38
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von Pillamyd » Freitag 21. Mai 2021, 16:47
Ich hab den Song schon dreimal gehört. Beim ersten Mal habe ich mir schon wieder Gedanken über den Refrain gemacht Aber beim zweiten Mal ist mir das besser reingelaufen. Und beim dritten Mal gefällt mir das sogar noch mehr. Abgefahrener Mittelteil. Der Bass schimmert sehr gut durch. Doch, ein sehr guter Song.
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von scumi » Freitag 21. Mai 2021, 16:55
Ich muss sagen, ich war lange nicht mehr so heiß auf ein Album. In den letzten paar Jahren war sogar meine Begeisterung für Helloween sowie Metal und Musik allgemein etwas abgekühlt. Liegt auch an den Lebensumständen, die mir immer weniger Zeit für bewussten Genuss lassen bzw. zeitweilig wurden andere Dinge einfach wichtiger. Und in dem Forum hier war ich schon seit ner Ewigkeit nicht mehr unterwegs. Als das Gerede von dieser Reunion aufkam, hatte ich sogar das Schlimmste befürchtet und erwartet, dass das ne kalte, lieblose Abkassier-Nummer wird, bei der alle nochmal gute Miene zum kalkulierten Spiel machen. Aber jede Erwartung, die ich überhaupt hätte haben können, wurde dann beim Ansehen der Pumpkins-United-DVD regelrecht pulverisiert. Ich hab mir das wirklich von Anfang bis Ende mit runtergeklappter Kinnlade angesehen. Das war im wahrsten Sinne des Wortes beyond believe. Und jetzt die beiden Vorabsongs? Absolut Bombe! Das wären auf jeder Helloween-Platte Highlights. Was meine generellen Gefühle für die Band angeht, finde ich mich ungefähr bei Rüdiger wieder und die Flamme lodert wieder. Und in diesen Scheißzeiten kann ich das auch gut gebrauchen. 
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von Havoc » Freitag 21. Mai 2021, 17:00
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von Rüdiger Stehle » Freitag 21. Mai 2021, 17:01
@ scumi Erst einmal ist es schön, dass du wieder herein schaust, und dann natürlich auch, dass du dich so sehr auf die neue Helloween freust. Ja, ich bin auch völlig euphorisch, nach wie vor, und ich glaube tatsächlich sogar, dass dieses Ding gewisse "healing powers" hat, wenn man sich drauf einlässt. Das ist jetzt gar nicht esoterisch schwurbelig gemeint, sondern in dem Sinne, dass das Album, wie eben auch die von dir erwähnte Live-DVD, einfach so voller Kreativität, Spielfreude, und "gemeinsam eine gute Zeit haben" ist, dass sich das fast zwangsläufig auf den Hörer überträgt. Ehrlich gesagt, ja, ich glaube, dass die Scheibe ziemlich lang und ziemlich hell strahlen wird. Auch weil sie aus einer ziemlich dunklen Zeit heraus geboren wird. Shit, ich bin echt kurz vor quasi-religiöser Verehrung, was? 
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von scumi » Samstag 22. Mai 2021, 00:17
Erst einmal ist es schön, dass du wieder herein schaust, und dann natürlich auch, dass du dich so sehr auf die neue Helloween freust.
Ja, ich bin auch völlig euphorisch, nach wie vor, und ich glaube tatsächlich sogar, dass dieses Ding gewisse "healing powers" hat, wenn man sich drauf einlässt. Das ist jetzt gar nicht esoterisch schwurbelig gemeint, sondern in dem Sinne, dass das Album, wie eben auch die von dir erwähnte Live-DVD, einfach so voller Kreativität, Spielfreude, und "gemeinsam eine gute Zeit haben" ist, dass sich das fast zwangsläufig auf den Hörer überträgt.
Ehrlich gesagt, ja, ich glaube, dass die Scheibe ziemlich lang und ziemlich hell strahlen wird. Auch weil sie aus einer ziemlich dunklen Zeit heraus geboren wird.
Shit, ich bin echt kurz vor quasi-religiöser Verehrung, was?
Das ist eh strange, wie sich das alles zusammenfügt. Die Art und Weise, wie diese Reunion durchgeführt wurde, ist die unwahrscheinlichste, die ich mir überhaupt vorstellen konnte. Anders als viele Bands, die ähnliches in der Vergangenheit gemacht haben, waren Helloween ja nicht gescheitert, sondern ziemlich erfolgreich. Kiske und Hansen hatten sich ihrerseits auch längst erfolgreich emanzipiert und ihre eigenen Dinger aufgebaut. Trotzdem wurde das Risiko aufgenommen, es zu versuchen. Und dann wurde auch weder musikalisch noch personell der Rollback in die 1980er versucht (der ja eh nur scheitern kann), sondern mit einer gemeinsamen Tour von sieben Musikern die Zusammenführung der verschiedenen Bandphasen zelebriert. Und natürlich müssen es sieben Musiker sein! Nicht fünf, nicht sechs, sondern sieben, weil Helloween. Und diese sieben sind vielleicht genau das Lineup, das diese Band für ihre Vollendung immer gebraucht hat? Wer weiß? Würde mich jetzt auch nicht mehr wundern. Die größten Parallelen sehe ich da noch zu Iron Maiden, die auch als Sextet weitergemacht haben, die auch nicht versucht haben, die 80er zurückzuholen, die ihre Reunion auch mit einer Tour eingeleitet haben, auf der sie Stücke aus allen Bandphase gespielt haben. Und ja, die sind dann meiner Meinung nach mit "Brave New World" auch mit einem saustarken Album um die Ecke gekommen. Danach traf die musikalische Entwicklung zwar nicht mehr so sehr meinen Geschmack, aber ich fand das immer glaubwürdig und sie sind heute größer den je. Soweit sind Helloween jetzt noch nicht, die Platte muss erstmal rauskommen und sie befinden sich auch an einem viel späteren Punkt ihrer Karriere aber wer weiß. Wenn das Album richtig gut wird, wären die Zutaten für eine Erfolgsstory, die ihre bisherige noch übertrifft, eigentlich alle vorhanden.
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von Pillamyd » Samstag 5. Juni 2021, 21:33
Bekommt die Band mich echt noch mit den zwei neuen Anschaffungen? "Power" finde ich gerade richtig toll 
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