Flotsam & Jetsam

Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 25. Juni 2021, 08:33

Ne, ne, da muss das Album her. Als Rädchen mit Loch in der Mitte. So wie man früher beim Metzger eine Scheibe bekommen hat und man als erstes die Wurst zusammengefaltet hat und in die Mitte reingebissen hat, damit in der Mitte ein Loch ist.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 11. August 2021, 22:52

Eben läuft mal wieder die "Blood In The Water", und jetzt ganz ohne politische Nebenhandlungsstränge gesprochen, könnte ich mir vorstellen, dass die neueren Flotsam-Werke an sich auch eine ganz hervorragende Ersatzdroge für Iced Earth-Fans sein könnten, die nun aus bekannten Gründen erst einmal auf dem Trockenen sitzen könnten. Ist jetzt natürlich nicht genau dasselbe, aber Stücke wie 'Brace For Impact' sollten dem Bodenfrost-Fetischisten durchaus gut hinein laufen, denke ich.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 11. August 2021, 22:59

Hm, wahrscheinlich habe ich zu wenig Iced-Earth im Ohr, aber diese Parallele ist mir noch nicht aufgefallen. Finde die Gitarrenarbeit von Schaffer schon einzigartig und den Gesang von Eric AK ebenfalls. Dadurch unterscheiden sich beide Bands in meinen Ohren schon erheblich.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 7. Oktober 2021, 11:41

Flotsam And Jetsam | Dreams Of Death (2005)
Bild

Tracklist:
1. Requiescal 00:36
2. Straight To Hell 04:31
3. Parapsychic, Paranoid 02:52
4. Bleed 05:19
5. Lock In His Eyes 04:24
6. Childhood Hero 06:26
7. Bathing In Red 06:20
8. Nascentes Morimar 05:02
9. Out Of Mind 11:51

Mit dem etwas zerfahrenen letzten Album und dem darauffolgenden Ausstieg von Eric, der dann übrigens von James Rivera ersetzt wurde (es gibt Liveaufnahmen, eines davon findet ihr im entsprechenden Beitrag zu „My God“) war, was neue Musik anbelangt erst einmal Schicht im Schacht und das für ganze vier Jahre. Das ist bis dato die längste Pause zwischen zwei Alben.

Was fällt mir zum Titel „Dreams Of Death“ als erstes ein?
Natürlich der Song mit dem gleichen Namen, der `88 schon auf „No Place For Disgrace“ drauf war.
Thematisch gibt der Titel schon gut vor in welche Richtung es bei diesem Album gehen wird. Es sind die Albträume des Sängers, die er versucht hat in Texte umzuwandeln. Somit haben wir es mit einem astreinen Konzeptalbum rund um diese bösen Träume zu tun. Aber ist das auch ein guter Neuanfang mit einem solchen Konzept wieder an den Start zu gehen?

Ja, ist es! Denn obwohl es konzeptionell an einem Thema gebunden ist, macht die Band eines…nein zwei Dinge richtig. Zum einen nämlich gute Songs zu schreiben. Zum anderen kommt die Band nach dem letzten eher ziellosen „My God“ wieder auf den Punkt und somit wirkt „Dreams Of Death“ nicht nur stimmiger, sondern auch endlich wieder kompakter. Das merkt man zum einen der sehr geradlinigen, aber auch recht harten Songs an. Da gibt es keine Ablenkung von links oder rechts. Das lyrische Konzept wird musikalisch wunderbar unterstrichen und entfaltet diese düstere Stimmung. Am meisten merkt man dies an dem etwas ruhigeren „Bathing In Red“. Das wirklich sehr ausladend ist, aber wie ein Albtraum funktioniert, tatsächlich!

Das Eric wieder die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist, muss man eigentlich nicht nochmal erwähnen. Doch ich tu es. Er hat jedenfalls nichts verlernt in den 4 Jahren Flotzi Abstinenz. Am besten gefällt er mir in Songs wie zum Beispiel „Look In His Eyes“. Das liegt vor allem daran, weil der Song eben durch diese Gesangsmelodien hervorsticht die so typisch Eric sind. Keiner könnte das so singen wie er.

Und obwohl die Stimmung sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, hat man hier zwischen harten Klängen auch die ruhigere Seite der Band gekonnt in Szene gesetzt. Die Halbballade „Bleed“ ist da zum Beispiel ein gutes Beispiel dafür. Auch ein Instrumental hat sich unter den Songs gemischt. Normalerweise würde ich mich fragen, ob die Band eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat, den Eric da nicht drüber singen zu lassen, aber irgendwie passt es und ist auch an die richtige Stelle gesetzt. Nachdem riesengroßen Schrei am Ende des vorherigen Songs, kann man hier etwas runterfahren. Natürlich lässt es die Band sich nicht nehmen einen Hidden Track wieder einzubauen. Den ich hier aber tatsächlich nicht ganz verstehe, das hätte man wunderbar in einen Song einarbeiten können. So wirkt das nur wie Stückwerk, mit dem man nicht wusste, was anzufangen. Schade eigentlich.

Natürlich ist die Produktion hier nicht wirklich perfekt, dafür sind die Gitarren etwas zu eindimensional abgemischt und es fehlt etwas an Tiefe im Sound, dass dem ganzen Konzept mit Sicherheit gutgetan hätte. Aber mir ist so eine Produktion um einiges lieber als die der neueren Scheiben.

Ein wunderbares Comeback. Ein spannendes Konzept. straight, fokussiert, super in Form gebracht und doch gibt es Kleinigkeiten, die man mit Sicherheit hätte besser machen können. Aber selbst Bands sind ja im Nachhinein immer schlauer. Ich mag das Album sehr gerne und bin froh, dass es endlich in meinen Besitz ist und die Diskographie somit vollständig ist.

Line Up:
Eric A.K – Vocals
Edward Carlson – Guitars
Mark Simpson – Guitars
Jason Ward – Bass
Craig Nielsen – Drums
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon frankjaeger » Donnerstag 7. Oktober 2021, 12:00

Interessant. Für mich ist "Dreams Of Death" das einzig verzichtbare Album der Flotzis. Sollte ich vielleicht mal wieder hören.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 7. Oktober 2021, 12:05

Woran liegt das?
Wahnsinn, wie unterschiedlich man gewisse Alben auffasst. Hör auch da nochmal rein :grins:
Ich finde es im jeden Fall zwingender als beide Alben zuvor.

Hier gehts dann übrigens in unregelmäßigen Abständen weiter.
Bis ich das Album hatte dauerte es etwas und dann musste ich es auch noch hören. Wobei das hier sehr zugänglich war.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 7. Oktober 2021, 13:22

Das kommt jetzt mit ins Auto, wenn ich gleich zur Arbeit fahre.

:-)
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 8. Oktober 2021, 10:43

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das kommt jetzt mit ins Auto, wenn ich gleich zur Arbeit fahre.

:-)



Na dann hoffe ich das du eine schöne Fahrt hattest 8-)
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 8. Oktober 2021, 13:24

Ja, Fahrt war okay. Die Scheibe ist auch okay, finde ich. Allerdings hat sie ein paar doch eher untypische Momente für F&J. So finde ich z.B. gerade das Riffing schon ganz am Anfang des Albums stellenweise verdammt nah am Death Metal. Die Scheibe insgesamt nicht, aber einige Gitarrenparts sind schon gewöhnungsbedürftig in dem Kontext.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 8. Oktober 2021, 14:53

Interessant. In die Richtung habe ich noch gar nicht gedacht. Death Metal ist mir auch gar nicht in den Sinn gekommen.
Also sprich, ich habe bei den Riffs nicht an Death Metal gedacht bzw. da auch keine Nähe gehört. Werde ich beim nächsten Durchlauf drauf achten.

Untypische Momente für Flotzi Verhältnisse, gab es zuvor eher wie ich finde. Ich sehe "Dreams Of Death" schon als Neustart an. Ich will da auch auf kommende Album nichts vorwegnehmen, deswegen notiere ich das mal und hebe mir das für später auf.

Top Austausch hier und tatsächlich. Auch der Input regt zum nachdenken an, bei der ich bestimmt auch in Richtungen gelenkt werde bei der sich bei mir andere Sichtweisen erschließen :dafuer:
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