My Dying Bride

Re: My Dying Bride

Beitragvon Jhonny » Freitag 31. August 2012, 10:13

Das Cover schaut wirklich interessant aus!
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Drumtier » Donnerstag 18. Oktober 2012, 06:24

Hat sonst auch schon jemand die Scheibe?
Hab sie mir heute geholt weil ich gehofft hätte, dass die neue ENSLAVED auch endlich erhältlich sein müsste, was aber leider nicht der Fall war. Eine neue MDB würde das im Normalfall aber wieder ausgleichen können. Im Normalfall. Denn das was mich nach den ersten Sekunden erwartete hat mich sowas von gar nicht überzeugt, dass ich jetzt erst einmal ratlos und skeptisch bin. Es wird zum Glück in der zweiten Hälfte des Albums etwas besser und geht mehr in die Richtung wie ich die Band liebe, doomig, traurig, schön. Die ersten drei Songs dagegen klingen uninspiriert, hilflos und gekünstelt. Auch die sonst so fantastische Stimme von Aaron kommt kaum richtig zur Geltung und selbst die Geige wirkt oft wie ein Fremdkörper. Die langsamen Passagen haben Probleme Atmosphäre zu erzeugen und die schnelleren, gegrowlten Passagen helfen nicht wie sonst üblich einen scharfen Kontrast der Emotionen zu erzeugen sondern wirken fehl am Platz und wie am Reißbrett entworfen.
Das alles wie gesagt nach einem einzigen Durchgang, also vielleicht wirds ja noch besser, allerdings hab ich irgendwie grad gar keien Lust mir das Album noch einmal anzuhören.

Um herauszufinden ob dieser Eindruck nur bei mir entsteht weil ich vielleicht in letzter Zeit zu viel Death gehört habe, hab ich mir das hiesige Review durchgelesen. Auch um für unvermeidbare künftige Durchläufe wissen zu können worauf ich achten sollte. Aber ohne da jetzt wem zu nahe treten zu wollen, falls das wer liest, das hätte man doch auch jemandem überlassen können der für diese Musik besser geeignet wäre? Hab zwar selber gesagt, dass die ersten Songs schneller sind, aber Wörter wie "brachial", "todesmetallisch" oder gar "Dampfwalzen" schießen trotzdem übers Ziel hinaus.
"Ich persönlich werde wohl nie verstehen, wieso gerade Bands wie KATATONIA, PARADISE LOST oder eben auch MY DYING BRIDE, die den Death-Doom perfektioniert haben, nur noch selten bis gar nicht mehr zur Todesblei-Keule greifen." finde ich noch okay, da kann man sich wenigsten ein Bild davon machen, was der Schreiber persönlich von der Band am Besten findet.
"Denn eine solche Auflockerung verhindert vorzeitiges einschlafen und bringt ein wenig Spannung ins Spiel. Allerdings haben sich die Briten im Vergleich zu ANATHEMA oder TIAMAT wenigstens nicht entschlossen auf künstlerischwertvolle Fahrstuhlmusik umzusteigen und bleiben zumindest dem Terminus Doom mehr als treu." dagegen ist unnötig und bringt dem Hörer genau nichts. Und auch wenns mir persönlich egal ist, weil ichs eh auch nicht höre, verstehe ich nicht was der aktuelle Mob gegen diese gewissen Prog-Spielarten zu bedeuten hat. Auch verschiedenste Variationen von "künstlerischwertvolle [sic], progressive, etc Fahrstuhlmusik" sind doch nur bedingt lustig.
Ohne jetzt weiter spezifische Sätze zu zitieren bekommt man im ganzen Review das Gefühl der Redakteur würde lieber "As The Flower Withers" oder sonst einen langsamen Death hören. In einem MDB-Album sich über zu viel Doom zu beschweren, das muss doch für COTD-Anhänger wie blanker Hohn klingen. Für mich persönlich wärs auch kein Problem wenn die Band erst kürzlich den Wandel vollzogen hätte, aber die Death-Vocals sind schon lange nur mehr selten im Einsatz und dass MDB langsam spielen ist ja jetzt auch keine Überraschung. So viele andere Reviews der Band gibts ja nicht, aber da wären wohl trotzdem passendere Köpfe aufzutreiben gewesen.
Ahja, einmal zum Abschluss muss ich doch noch einmal zitieren: "eine mögliche Therapie für Leute, die unter Insomnia leiden", ja, is klar, die Musik ist langsam, muss also einschläfernd sein, wahnsinnig witzig...

Das alles bitte unter dem Gesichtspunkt lesen, dass ich das Album bis jetzt auch nicht sonderlich mag, auch auf Death-Vocals und demenstsprechende Ausbrüche stehe und dem Album wahrscheinlich sogar noch weniger als 7 Punkte geben würde, müsste ich jetzt werten!

Aber egal, sonst noch Meinungen zum Album?
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 18. Oktober 2012, 10:52

My Dying Bride sind ne typische Band, bei der ich die Alben gebraucht und günstig gerne mitnehme, die aber keinerlei Kaufpriorität für mich haben.

Zur "Fahrtstuhlmusik"... sorry, der Eindruck kommt bei mir auf, wenn ich neuere Anathema oder Katatonia höre.
Nicht dass das Zeugs schlecht wäre - aber besonders spannend ist es auch nicht.
Und für jemand, der mit den Bands 90er Jahre Metal a la Paradise Lost oder My Dying Bride verbindet, müssen die Bands seit 10 bis 15 Jahren eine ziemlich Enttäuschung sein.

Ich finde den Wandel ok, da ich vor 15 Jahren keinen Metal gehört habe und auch mit Pop Musik klar komme (progressiv ist das für mich nicht wirklich).
Aber diese Art von Kritik ist angemessen und auch für Review-Leser nicht belanglos.

Faszinierend ist ja, dass My Dying Bride da nie mitgemacht haben.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Jesus » Donnerstag 18. Oktober 2012, 10:57

Jhonny hat geschrieben:Zur "Fahrtstuhlmusik"... Faszinierend ist ja, dass My Dying Bride da nie mitgemacht haben.


Dann hast Du wohl noch nicht "Like Gods of the Sun" und "34% Complete" gehört.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 18. Oktober 2012, 11:22

Jesus hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:Zur "Fahrtstuhlmusik"... Faszinierend ist ja, dass My Dying Bride da nie mitgemacht haben.


Dann hast Du wohl noch nicht "Like Gods of the Sun" und "34% Complete" gehört.


doch, "Like Gods Of The Sun" habe ich schon mal gehört, aber das ist so lange her, dass ichs leider nicht mehr im Ohr habe.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 18. Oktober 2012, 21:46

Kaum ist man mal ein paar Stunden arbeiten, da kommen hier Schenkelklopfer am laufenden Band.

Als ob bei den genannten MDB-Scheiben irgendwas hängen bleibt.

Noch mal kurz zur Fahrstuhlmusik: Ich weiß ja nicht in was für Fahrstühlen einige hier so beschallt wurden, aber wenn da solche Musik wie aktuelle Anathema laufen würde, wäre ich sehr sehr glücklich. Und ich bin kein seh großer Freund der letzten Anathema-Scheiben. Oder ist Fahrstuhlmusik eventuell gar nicht negativ gemeint? Wer weiß.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 18. Oktober 2012, 22:09

Holger Andrae hat geschrieben:Oder ist Fahrstuhlmusik eventuell gar nicht negativ gemeint?


Bei mir ist das nicht negativ gemeint.
Mir fehlt dann nur etwas der Spannungsfaktor. Es ist eher ruhige Musik, die gut nebenher laufen kann, ohne irgend jemandem weh zu tun.

Fleetwood Mac Ende der 70er, Journey, Foreigner und Toto, neuere Bon Jovi, Bryan Adams - alles Fahrtstuhlmusik.

Und wirklich schlecht ist das alles nicht.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Dekalog der Elemente » Freitag 19. Oktober 2012, 02:36

Fahrstuhlmusik verbinde ich mit nervigem, lahmarschigen und unspannenden Gedudel. Etwas das für mich in keinster Weise auf die letzten Anathema oder Katatonia Alben zutrifft.
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Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Southern Man » Freitag 19. Oktober 2012, 06:57

Dieser Definition von Fahrstuhlmusik kann ich mich gut anschließen, deswegen finde ich sehr gewagt, Fleetwood Mac, Foreigner, Toto und vor allem die göttlichen Journey als Fahrstuhlmusik zu bezeichnen.
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Re: My Dying Bride

Beitragvon Drumtier » Freitag 19. Oktober 2012, 07:11

Dekalog der Elemente hat geschrieben:Fahrstuhlmusik verbinde ich mit nervigem, lahmarschigen und unspannenden Gedudel. Etwas das für mich in keinster Weise auf die letzten Anathema oder Katatonia Alben zutrifft.

Danke! Ich denke das ist auch die allgemeine Assoziation mit dem Ausdruck und demenstsprechend klar negativ.

Jhonny hat geschrieben:Und für jemand, der mit den Bands 90er Jahre Metal a la Paradise Lost oder My Dying Bride verbindet, müssen die Bands seit 10 bis 15 Jahren eine ziemlich Enttäuschung sein.

Richtig, aber der wird sich das neue Album auch nicht kaufen. Und wenn dann nicht mit der Hoffnung zu einer Rückkehr zu eben jener Musik.

Jhonny hat geschrieben:Ich finde den Wandel ok, da ich vor 15 Jahren keinen Metal gehört habe und auch mit Pop Musik klar komme (progressiv ist das für mich nicht wirklich).
Aber diese Art von Kritik ist angemessen und auch für Review-Leser nicht belanglos.

Faszinierend ist ja, dass My Dying Bride da nie mitgemacht haben.

Du widerspricht dir selber, sorry. Ja, MDB haben diesen Wandel nicht im selben Ausmaß durchgemacht aber trotzdem beträchtlich. Und genau deshalb ist diese Kritk zwar für einen persönlich absolut angemessen aber für den Review-Leser ebenso uninteressant wie die Information welche Unterhose der Redakteur zum Erscheinungsdatum von Turn Loose The Swans getragen hat. So eine Einstellung mag bei Manowar funktionieren denen man meinetwegen vorwerfen kann, dass ihr neues Album nicht so gut ist wie jenes vor 15 Jahren aber die Musik ist halt noch eindeutig die selbe und deshalb miteinander vergleichbar. (Ob das jetzt stimmt oder nicht weiß ich nicht, ich hab keine Ahnung von Manowar und kein Interesse das zu ändern) Selbe Kritk aber bei einer Band die sich wie MDB stark verändert hat, ist einfach fehl am Platz.
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