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MotörheadRe: MotörheadDas Profilierungsgehabe einzelner Personen im Internet, ohne Scham und Rücksicht auf Verluste (einschließlich am eigenen Leib und Leben, wie mir manchmal scheint), schockiert mich immer wieder. Und belustigt mich. Aber traurig ist das trotzdem.
Re: MotörheadMir ist halt vor allem dieser offensichtlich komplett übersteigerte und demonstrativ zur Schau gestellte Hass auf Motörhead absolut schleierhaft. Manche halten ja Respekt in Online-Diskussionen für überflüssig, aber ich bin da sehr altmodisch, glaube ich. Umso mehr, als der ganze Auswurf offenbar mit dadurch motiviert scheint, dass Ayreon so schlecht abgeschnitten hat. Herr im Himmel, mein Monatssieger ist auf Platz 20.
Andererseits sorgt das Ganze für etwas Flamewar und Aufruhr in unserem FB-Profil, was per se ja nicht schadet. Leider kriegen wir solche Diskussion nicht auf unsere eigene Seite. Das finde ich extrem schade. Vielleicht sollte da doch mal an einer Spiegel-artigen Kommentarfunktion unserer Community gearbeitet werden. Es ist blöd, wenn nur registrierte Facebook-User am Diskurs über unsere Inhalte teilnehmen können. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Motörhead
Da ich Facebook grundsätzlich boykottiere, werde ich jetzt nicht nochmal nachschauen...
Re: MotörheadJo. Musst du nicht. Der Herr hat halt ein ellenlanges Pamphlet verfasst, das aus nichts anderem besteht als aus relativ niveaubefreiten Verhöhnungen betreffend Motörhead. Von wegen untalentiert, doof, ungebildet, musikalisch inkompetent... Kurzzitat der Einleitung:
Und hier kommt dann des Pudels Kern:
Ich mag Facebook auch nicht und kann dort auch nichts schreiben, aber soweit dort unsere Artikel auf unserem Redaktionsprofil kommentiert werden, lese ich halt ab und zu ein wenig mit, weil man ja doch immer wissen will, welches Feedback es so zu unserem Werkeln gibt. Nicht, dass es wichtig wäre, was manche Leute so schreiben, aber irgendwo finde ich das schon sehr bizarr. Deshalb habe ich es hier für die mitgeteilt, die - wie wir zwei - nicht bei Facebook mitreden können und wollen. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Motörhead
Gerade das macht mich momentan völlig fertig: Die in meinen Ohren besten der älteren MOTÖRHEAD-Songs sind eben das für mich nicht. Da wird nichts schnell vergessen, die setzen sich fest, da fühle ich mich so richtig zuhause drin. Und die haben alle irgendwo so ein gewisses Etwas, das sie herausragen lässt aus der Masse. Etwas, das anders und packend klingt, und zwar auf Anhieb. Die, wo das nicht der Fall war, waren für mich eben im besten Falle "nur" gut, und sonst liefen sie eben so mit, in der Regel ohne zu stören, weil ja der typische Bandstil das auf jedem Album schön zu einem Ganzen verschmiert und auch alles gut zueinander passen lässt. Das neue Album jetzt hat immer wieder Momente, die mich aufhorchen lassen, die nicht einfach durchrauschen, Momente, in denen ich mich frage "Was war das jetzt?", "Wie machen die das?" oder mir denke "Ach, das passt so also auch ganz gut zusammen, sieh mal einer an!". Klar, das ist alles keine Revolution, das Album ist einerseits wieder eine typische MOTÖRHEAD-Mischung, klingt andererseits in vielen Details sogar noch klassischer nach Rock bzw. Metal, ist dabei über die weiteste Strecke hinweg aber eben doch nichts, das für mich nach "Schema F einfach wieder aus der Schublade geholt" klänge. Und doch geht es mir immer noch so: Nach dem Anhören schnell vergessen und das, obwohl es ziemlich oft anders klingt. Das geht mir das erste Mal so bei einem MOTÖRHEAD-Album. Voll das Phänomen! Ich weiß echt noch nicht, was ich davon halten soll... ![]() Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Motörhead
Re: MotörheadNachdem sich Hinz, Kunz, Katz und Maus die Finger wund schreiben zur neuen Scheibe von Iron Maiden ist ein wenig untergegangen, dass ein anderes altes Flaggschiff des Stahls eine Woche früher dran war mit seiner Veröffentlichung, und außerdem auch aus dem Stand auf Nummer 1 der deutschen Albumcharts gesprungen ist. Vielleicht ist es an der Zeit auch diesem Album etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ja, ich gebe zu, auch ich habe mich beim gleichzeitigen Kauf beider Alben zunächst dem der eisernen Jungfern gewidmet, doch nun ist eben Zeit für (Kil-)Meister Lemmy und seine beiden Mitstreiter, die für uns pünktlich zum vierzigsten Bandjubiläum und zum sich hoffentlich unaufhaltsam nähernden siebzigsten Wiegenfeste des Frontmanns ein neues Geschoss eingetütet haben. Dieses hört nun auf den Namen "Bad Magic" und ist das 23. Studioalbum von MOTÖRHEAD.
Was soll ich sagen? Nun, warum die Band offenbar deutlich weniger Diskussionspotential birgt als andere ähnlich bedeutsame Vertreter des Genres, liegt auf der Hand. Von Motörhead ist man einerseits doch relativ konstante Qualität gewohnt, und es gibt tatsächlich wenige Leute die prinzipiell auf die Band stehen, gleichzeitig aber von einem der letzten Alben massiv enttäuscht oder auch massiv positiv überrascht gewesen wären. Man weiß halt was man hat, wenn eine neue Motörhead kommt, und das soll keineswegs bedeuten, dass die Truppe immer nach Schema F vorginge oder ihr eigenes Erfolgsrezept uninspiriert kopieren würde. So hat auch "Bad Magic" wieder jede Menge Pfeffer im Hintern, einen relativ düsteren, warmen und drückenden Sound, und die Geschwindigkeit ist im Mittel ziemlich hoch. Schon der gesprochene Auftakt zu 'Victory Or Die# mit dem direkt darauf einsetzenden Riff hämmert dir den Atlas in die Hirnschale, und es ist direkt und unmissverständlich klar, dass auch die Nummer 23 dem geneigten Fan nichts, aber auch mal genau gar nichts zu wünschen übrig lässt. Wo man bei anderen Bands drei Durchläufe braucht und dann noch immer grübelt, ob das mit dem Ding wohl noch etwas wird, da braucht das britische Urgestein noch nicht einmal einen Takt, um den Motörheadbanger nach Hause zu holen. Lemmys Bass fährt beim rasanten 'Thunder & Lightning' wie eine Sense über die Wiese und dazu schüttelt sich der Waliser Phil eine Funken stiebendes Riff nach dem anderen aus dem Handgelenk. Mit 'Storm Hotel' hält ein wenig gepflegter Heavy Boogie Einzug, der Mikkey Dee alle Freiräume lässt, seinen brachialen Groove und unbarmherzigen Punch zu zelebrieren. Doch natürlich gibt es auch die dunkleren, getrageneren Stücke, wie etwa das tief unter die Haut gehende 'Till The End' oder das fiese, dynamische 'Tell Me Who To Kill' und das orgasmatronische 'Choking On Your Screams'. Auf dem Album geht so ziemlich jeder Song direkt ins Genick und lässt mich gerade selbst im Liegen headbangen, während ich bäuchlings auf dem Sofa liege und diese Zeilen in den Laptop tippe (wenn das mal keine Langzeitschäden an der Wirbelsäule gibt). Wie so oft fesseln mich die boshaften, traurigen und finsteren Stücke im MOTÖRHEAD-Universum am meisten, doch auch wenn die Band einfach voll drauflos hämmert, wie im knackigen 'Electricity' (erinnert mich an meinen All-Time-Fave 'No Voices In The Sky'), oder im perkussionslastigen 'Evil Eye', passt das alles perfekt. Dazu dann ein "Bomber"-lastiges 'Teach Them How To Bleed', zu dem man die Spitfire quasi abheben fühlt; und wenn es zu guter Letzt eine Band gibt, die ihr Album mit einem ROLLING STONES-Cover beenden darf, dann doch MOTÖRHEAD mit 'Sympathy For The Devil', oder nicht? Eben! Daher kann das Fazit nur lauten, dass MOTÖRHEAD zum 23. Mal in Folge ein Album in den Orbit gewuchtet hat, das all das bietet, was man als Fan der Band seit Ewigkeiten liebt und schätzt: Einen Lemmy der trotz angeschlagener Gesundheit in der Reibeisenliga noch immer einer der besten, intensivsten, garstigsten und doch gefühlvollsten und ergreifendsten Sänger aller Zeiten ist; einen wunderbar intensiven Sound mit Faustfaktor 100% und richtig tollen Instrumentalisten, die viel zu oft nur als Lemmys Mitmusiker abgehakt werden, ohne dass man sich ihre Brillanz mal richtig bewusst macht; ach ja, und noch eins gibt's zu sagen: Die knappe Dreiviertelstunde, die die Band ihren 13 neuen Songs gegönnt hat, ist so irre schnell vorbei, dass der Finger reflexartig wieder zur Play-Taste zuckt, und das meistens nicht nur einmal. Wenn Kurzweil heuer noch ein Synonym benötigt, dann lautet das wohl "Bad Magic". Wertung: 9/10 alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: MotörheadDa warte ich leider noch auf den Briefträger... habe sie bei Grooves-Inc. bestellt.
Das konstant hohe Niveau der letzten Motörhead-Alben und die guten bis sehr guten Reaktionen allerorts auf die neue Scheibe machen mir jedenfalls klar, dass ich mir keine Sorgen machen muss, ob mir das Album zusagt oder nicht... das wird es auf jeden Fall. Aber es wird wohl auch wie bei fast allen Motörhead-Alben nach "1916" sein - für einen Treppchen-Platz liefert die Band bei mir keine Anwärter. Gute, konstante Alben, das ist fein. Aber eben auch schon lange keine Meilensteine mehr.
Re: MotörheadMeilenstein ist ein großes Wort. Ganz ehrlich, wenn ich mal alle rosa Brillen, die ich so habe, beiseite lege, dann hat keine der ganz großen Bands in den letzten 15 Jahren noch einen echten Meilenstein abgeliefert. Keine Blamage ist bei einigen schon ein Erfolg, ein gutes Album eine positive Überraschung bei manchen und ein echter Hammer bei den meisten eine Sensation. Meilensteine? Hmmm... nö... Fehlanzeige. Echt jetzt. Selbst die meisten meiner Alben des Jahres ab 2000 würde ich nicht als Meilensteine bezeichnen.
Motörhead-Alben sind auch keine Meilensteine mehr, ganz einfach weil sie nimmer den Einschlag verursachen wie früher und nicht mehr den Einfluss haben können. Aber auf der anderen Seite ist Motörhead eine der ganz, ganz wenigen Bands, bei denen ich sagen kann, dass die neuen Scheiben für mich oftmals nicht nennenswert hinter der Klasse der legendären Alben zurück stehen, und das könnte ich nun bei Manowar, Metallica, Priest, Slayer und Maiden nicht behaupten. (EDIT: , obwohl ich einige derer neuerer Scheiben unheimlich gerne mag) alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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