Candlemass

Re: Candlemass

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 21. August 2022, 10:56

Ja, bei solchen Bands finde ich das frühzeitige Auflösungsgeblubber auch eher lustig as nervig. Doombands lösen sich eben langsam auf bzw. zerfallen zu Staub. Mein letzter Gig der Band im Voprogramm der vermeintlich ach so schlimmen Ghost war toll. Von daher freue ich mich auf ein neues Album.
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Re: Candlemass

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. November 2022, 17:43

Ich ziehe damit mal aus dem Soundcheck-Thread um:

Rüdiger Stehle hat geschrieben:CANDLEMASS hatte noch nie ein 6,5-Punkte-Album, also ist auch "Sweet Evil Sun" natürlich kein 6,5-Punkte-Album. Das weiß man ungehört.
;-)

Im November jetzt tatsächlich das dritte Album neben der neuen Kampfar und dem Firephoenix-Debüt, das ich vorsätzlich anhöre, wenn ich mich recht entsinne, und es gefällt mir wirklich sehr gut, und das sowohl auf instrumentaler und kompositorischer als auch auf gesanglicher und lyrischer Ebene. Weniger als 8 Punkte finde ich da schon bemerkenswert, wobei ich Fränky seine Meinung natürlich nicht absprechen will. Selbst läge ich wohl bei 8,5 Punkten, denke ich.

Die DOOMOCRACY habe ich leider noch nicht gehört, aber ich bin ja bekannt dafür, dass jüngere Helden es bei mir immer schwerer haben, die alten Kämpfer in meiner Gunst zu überflügeln, egal wie gut sie auch sein mögen. Ist keine böse Absicht, aber trotzdem nicht zu ändern. Die DOOMOCRACY kommt aber natürlich trotzdem auf jeden Fall ins Haus, da eine fraglos tolle Band. Bestellt ist sie schon.


Pillamyd hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Einen Klassiker erwarte ich bei Candlemass sicher nicht. Eher ein Album auf dem Niveau des Vorgängers.


Genau das!

Keine Ahnung was alle gegen Johan Längquist haben. Auf der letzten Scheibe fand ich ihn super und vor allem Live hat er vor ein paar Jahren echt überzeugt.

Von wem die beste Doomscheibe kommt, ist mir doch erstmal schnuppe. Aber eine 6,5 hat mich doch erstmal überrascht, deswegen die Nachfrage. Aber Rüdiger hat schon ein bisschen relativiert :grins: ;-)

Der November ist so stark, dass ich zum ersten Mal seit langem wieder viel vorbestellt und bestellt habe. Morgen dürften so viele CDs eintrudeln, wie das letzte Mal im Februar 2019.

Ich freu mich drauf...



Die Kritik an Johan Längquist will mir auch nicht so recht eingehen. Natürlich kann ich verstehen, wenn man sich Messiah Marcolin zurück wünscht, aber Fakt ist halt auch, dass der Mann zwar ein toller Sänger ist und vor allem ein grandioser Frontmann, dass er aber trotz zahlreicher Ankündigungen seit seinem Ausstieg 2006 quasi nichts Musikalisches mehr auf die Reihe bekommen hat, außer ein paar Gastauftritte hier und da, bei Therion und Amon Amarth. Das ist schade, denn ich bin riesiger Fan des Kuttenmannes, aber das schlägt halt nicht so weit durch, dass ich Candlemass ohne ihn nicht genießen könnte. Da Lowe auch gewisse Probleme hat, was ja bekannt ist, und es mit Mats Levén ja etwas dubios auseinander gegangen ist, halte ich Längquist für die absolut logische Option, und ich mag seinen Gesang auch sehr gern. Könnte jetzt nämlich nicht sagen, dass er austauschbar klänge. Etwas dunkler und rauer als auf dem Debüt, aber ich denke, dass das ziemlich gut passt. Ein Sängerproblem hatte Candlemass eh nie. Immer starke Leistungen.



Random Trivia, weil der andere Bandthread auch gerade heiß ist:

Candlemass wurde im Übrigen von Manilla Roads Mark Shelton entdeckt, der der Band ihren ersten Deal mit Black Dragon vermittelt hat. Deshalb hat Leif Edling nach Marks Tod auch an dem Gedächtnisgig beim KIT teilgenommen.
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Re: Candlemass

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 17. November 2022, 22:41

Längquists Gesang finde ich auch gut, aber das Songwriting hat nicht mehr die Qualität wie noch bei "King of the Grey Islands" oder "Psalms for the Dead". 6.5 Punkte sind schon sehr kritisch, aber mehr als 8 war jetzt für mich auch nicht drin.
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Re: Candlemass

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 18. November 2022, 00:43

Jo, 8 +/- 0,5 finde ich für eine nüchterene bis wohlwollende Wertung eines Fans, der auch die Post-2000-Sachen der Band gut findet, nachvollziehbar und korrekt. 9 Punkte wären geschmeichelt. Das ist das, was ich finde, dass dem Album entspricht. Aber wie gesagt, ich will Fränkys Urteil damit nicht devalidieren, speziell wenn er vielleicht auch die Alben und EPs davor schon nimmer so toll gefunden hat, ist das nachvollziehbar. Wenn man aber bis zuletzt Candlemass immer gemocht hat, dann ist die "Sweet Evil Sun" einfach nicht nennenswert schwächer als das Material der Jahre seit der Studio-Reunion 2016. Das Niveau der drei EPs und des Studioalbums seither, hält die Band m.E. ohne Weiteres.
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Re: Candlemass

Beitragvon Pillamyd » Samstag 3. Dezember 2022, 14:12

https://www.powermetal.de/content/artikel/show-Gruppentherapie__CANDLEMASS_-_Sweet_Evil_Sun,10379-1.html

Wunderbare Gruppentherapie!

Die Albumankündigung hat mich direkt freuen lassen und ich musste an den wirklich tollen Auftritt vor ein paar Jahren denken (an dem ich Lars...äh Leif Edling erst mit Hilfe von Rüdiger erkannte :grins: Was ein Chamäleon).

"The Doors To Doom" hat mich damals überzeugt und ich finde das Album auch heute noch sehr stark, auch wenn ich es jetzt zugegebenermaßen schon länger nicht mehr gehört habe. Liegt aber daran, dass ich Doom halt dann doch nicht immer hören kann.

Mit "Sweet Evil Sun" lockt die Band mich aber wieder an das Genre ran. Das hat zum einen erstmal das Coverartwork geschafft mit dem stimmigen Titel. Letzteres klingt nämlich und so herrlich sarkastisch und fies. Ja fast schon wie eine Drohung an eben jene Sonne, die da unterzugehen droht.

Die 6,5 von Frank haben mich ja schon echt erstaunt zurückgelassen und nervös werden lassen. Aber die Gruppentherapie sieht rein Notentechnisch viel besser aus. Auf dem letzten Konzert, auf dem ich war, hörte ich auch schon verhaltene Stimmen bis lachende Gesichter Reaktionen in Bezug auf das Album. Dabei kann ich die Kritiken, vor allem die zum Sänger, zu keiner Sekunde irgendwie nachvollziehen. Johans Stimme passt doch zu dieser wunderbaren dunklen Grundstimme. Ich mag die Tonlage die er einsetzt. Diese knarzig/kauzige, ja vielleicht auch verbrauchte Stimme, die jahrtausendlange Erfahrung mit sich trägt, versetzt mir in den hohen Tönen (Black Butterfly) eine Gänsepelle und in den tiefen Töne unterstützt er die Songs wo es nur geht und lässt sie irgendwie kraftvoll wirken. Auch wenn das viel anders sehen. Aber es passt wunderbar zu diesem zynischen Unterton des Albums.

Übrigens ist "Black Butterfly", wie ich finde, der abwechslungsreichste Song auf dem Album und gehört für mich zu den Favoriten der süß bösen Sonne. Danach dann "Devil Voodoo" und das schnellere "Crucified" und der tolle Song "Goddess". Da ist für mich genug Abwechslung für eine Doomscheibe.

Der Kritikpunkt, dass die Songs auch aus etlichen Bandausflügen Seitens Leif hätte stammen können, interessiert mich da dann auch herzlich wenig, weil ich so Sachen wie "Avatarium" gar nicht gut genug kenne um da überhaupt einen Vergleich bzw. Wertung aufzustellen.

So steril wie manch einer das Schlagzeug empfindet, empfinde ich es auch gar nicht. Da gibt es doch weitaus schlimmere Schlagzeugsound bzw. Produktionen in denen mir das Schlagzeug nicht gefällt. Hier passt das für mein Empfinden sogar recht gut zum sehr organischen Sound der Scheibe.

Für die einen klingt das Album abwechslungsarm, für mich klingts dann eher wie aus einem Guss. Auch wenn ich zugeben muss, dass ein Song wie "Scandinavian Gods" mit Sicherheit nicht zu meinen Lieblingen auf dem Album gehört (wobei ich das Solo ganz toll finde, wie es sich den Weg aus der Eintönigkeit nach vorne freischaufelt und den Song zum Schluss führt).

Aus jetziger Sicht würde ich 8,5 Punkte geben mit Tendenz nach oben. Das liegt vor allem daran, dass nicht jeder Song sitzt. "When Death Sighs" oder eben "Scandinavian Gods" können mich nicht völlig überzeugen un das Outro hätte es nicht unbedingt gebraucht, wobei das geklatsche am Ende schon wieder sehr sarkastisch wirkt. Aber auch anders gewertet werden kann. Aber in seiner Gesamtheit ist das ein Album, welches mich abholt und mitreißt. Ich mag diese bitterböse Grundstimmung. Tolles Album! Und die Songs würde ich auch echt gern live hören.
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Re: Candlemass

Beitragvon Havoc » Sonntag 4. Dezember 2022, 00:59

Pillamyd hat geschrieben:Dabei kann ich die Kritiken, vor allem die zum Sänger, zu keiner Sekunde irgendwie nachvollziehen. Johans Stimme passt doch zu dieser wunderbaren dunklen Grundstimme. Ich mag die Tonlage die er einsetzt. Diese knarzig/kauzige, ja vielleicht auch verbrauchte Stimme, die jahrtausendlange Erfahrung mit sich trägt, versetzt mir in den hohen Tönen (Black Butterfly) eine Gänsepelle und in den tiefen Töne unterstützt er die Songs wo es nur geht und lässt sie irgendwie kraftvoll wirken. Auch wenn das viel anders sehen. Aber es passt wunderbar zu diesem zynischen Unterton des Albums.


Die Neue fehlt mir noch...aber auf der "The Door To Doom" (und dem Debüt sowieso) gefällt er mir eigentlich auch richtig gut. Das passt.
Schwierig wird es halt vielleicht, wenn man ihn mit einem (aus meiner Sicht) Jahrhundertsänger wie Messiah Marcolin vergleicht. Da kann man halt fast nur verlieren...egal wie gut man auch ist.
Und Rob Lowe war ja nun auch ein toller Sänger. Zu Leven kann ich nicht viel sagen. Das wäre halt in etwa ähnlich, als würde jetzt ein toller neuer Sänger bei Manowar einsteigen...man kann da halt nur verlieren. ;-)
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Re: Candlemass

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 4. Dezember 2022, 01:07

Das mag ja stimmen. Aber gewinnen und verlieren finde ich immer ein bisschen...mäh...

Vor allem bekomme ich das Gefühl nicht los, der Johan wird da manchmal als "neuer" Sänger abgewunken. Dabei war er ja derjenige, der das erste Album eingesungen hat. Auch wenn er nur als Gast angegeben hat. Und das gilt bekanntlich ja auch als Klassiker. Das finde ich manchmal nicht so ganz fair.
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Re: Candlemass

Beitragvon Havoc » Sonntag 4. Dezember 2022, 01:15

Pillamyd hat geschrieben:Das mag ja stimmen. Aber gewinnen und verlieren finde ich immer ein bisschen...mäh...

Vor allem bekomme ich das Gefühl nicht los, der Johan wird da manchmal als "neuer" Sänger abgewunken. Dabei war er ja derjenige der das erste Album eingesungen hat. Auch wenn er nur als Gast angegeben hat. Und das gilt bekanntlich ja auch als Klassiker. Das finde ich manchmal nicht so ganz fair.


Da hast du sicher Recht. Finde ich auch etwas komisch. Er ist ja nun nicht "Irgendwer". Und er kann ja auch immer noch gut singen. Zuimindest auf der "The Door To Doom" (die gerade läuft) passt er richtig gut. Andererseits bin ich selbst ja auch ein Fan der Marcolin-Alben. Aber wer weiß...vielleicht würde ein Marcolin auch heute zu dem neuen Album gar nicht so gut passen. Keine Ahnung. Zählerei der Erbsen. ;-)
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Re: Candlemass

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 4. Dezember 2022, 19:45

Ich denke, dass der Vergleich zwischen Candlemass und Manowar da zumindest ein bisschen hinkt, weil Eric Adams halt seit 42 Jahren die Stimme von Manowar ist und niemals jemand anderes für Manowar gesungen hat, während Messiah Marcolin ja dann nach Edling selbst und Längquist schon die dritte Stimme von Candlemass war, und nach ihm mit Vikström, Flodkvist, Lowe und Levén auch noch weitere vier auf Alben zu hören waren.

Dass für viele Leute Messiah der Kultfrontmann der Band ist, kann ich sehr gut verstehen. Sehe ich selbst auch so. Aber von einem "Candlemass geht nur mit Messiah"-Feeling bin ich dann doch meilenweit entfernt, denn dazu hat die Band mit zu vielen grandiosen Sängern für mich immer funktioniert. Wenn schon Vergleiche, dann ist das für mich eher die Sabbath- oder Heep-Kategorie, vielleicht noch die Maiden-Kategorie in Sachen Sänger-Band-Identifikation, nicht die Manowar-, Grave-Digger- oder Motörhead-Kategorie.
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Re: Candlemass

Beitragvon Havoc » Mittwoch 25. Oktober 2023, 21:55

Mit etwa einem Jahr Verspätung dreht die "Sweet Evil Sun" ja nun auch bei mir ihre Runden. Mein Eindruck ist, dass es ähnlich stark ist wie "The Door To Doom", welches zuletzt bei mir noch etwas zugelegt hat. Ich finde vor allem Lanquist als Sänger irgendwie cool. Er ist definitiv kein Jahrhundertsänger, aber es passt total zur Musik. Denke ich würde beide Alben mittlerweile mit einer 8,0 bewerten. Es handelt sich sicherlich um zwei zwischenzeitlich für nicht mehr unbedingt möglich gehaltene Spätwerke. Wobei ich denke, dass da sicher auch noch mehr kommen kann. Und das 11 Jahre nach der Verkündung, dass das 2012er "Psalms" das letzte Werk sei. ;-) 8-)
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