Inzwischen ist ja ein
drittes Album erschienen, das Herrn Freiesleben sogar noch ein Stückchen besser gefallen hat als schon die ersten beiden.
Ich nenne das
eigenbenamte Debütalbum von
BLACK PYRAMID mein eigen. Nach langer Zeit das erste Mal wieder gehört werdend knallt das gleich wuchtig, groovend, tragend rein, als wäre es nie weg gewesen. Ja, '...And The Gods Made War' ist ein guter Opener, breitbeinig, erinnert leicht an SCISSORFIGHT, eine Band, die auch aus der geographischen Gegend kommt. '
Visions of Gehenna' bringt dann die SLOUGH FEGsch anmutende Stimmlage mit ein, sowie einen noch fieser doomenden Rumpelgroove als das Eröffnungsstück, allerdings auch ein schneidigeres Gitarrensolo. Ja, da wird der Schraubstock enger gedreht, das tönt martialischer aber auch psychedelischer, quasi ein fast schon böser Trip mit einem gestrengen Landsknecht als Tripsitter: "
Under the pale moon rides The Morningstar / With keys to the astral gates and mystic doors / Black rays of night hold his wings aloft / Black potions brewing in his afterthoughts". 'Mirror Messiah' schließt sich bratend im Midtempo an, grollend rollend, doomumwölkt, mit bekifft rockendem Groove und schwer metallischem Strudelsolo, aber ohne lange nachhallende Akzente zu setzen. 'No Life King' ist dagegen viel ungeschliffener, fast schon punkiger Doom, ungewaschen, ungehobelt, aber zu direkt in die Fresse, um schon als Sludge durchzugehen, irgendwo zwischen ELECTRIC WIZARD und SLOUGH FEG wird hier herum marodiert. Ja, die mittlere Passage von "Black Pyramid" dümpelt ein wenig, doch nach dem Zwischenspiel 'Celephais' erhebt sich BLACK PYRAMID erneut aus dem schwarzsandigen Fundament, um den Groove wieder zwingender werden zu lassen. '
Twilight Grave' tönt zwar stilistisch nicht wirklich großartig anders als die meisten Songs des Albums, drückt aber deutlich mehr; wie Mathias so treffend schrieb:
"Oben im Abschluss zugespitzt, aber auf einer dickwandigen Basis aus festem Ton und hartem Holz". '
The Worm Ouroboros' bringt dann noch eine gehörige Portion BLACK SABBATH mit ein. 'The Cauldron Born' passt musikalisch gut zu SLOUGH FEGs "Ape Uprising", setzt aber nicht ganz so starke Akzente. Insgesamt könnte "Black Pyramid" ein wenig mehr Abwechslung vertragen, und so straff das auch alles produziert ist, was durchaus seinen eigenen hypnotischen Reiz hat, dürfte man für meinen Geschmack den einen oder anderen Zwicker an Psychedelik mehr entfachen. Dass die Band den zwar dunkelwolkig verrauchten, dabei aber eben doch auch ganz klassisch ausladenden Epic Doom zu beherrschen weiß, hat sie mit allerdings spätestens mit '
Wintermute' zu Genüge bewiesen. Der Song ist großes Ohrenkino.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)