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von Teichfrosch » Sonntag 23. Mai 2010, 19:28
Sodele, der fachkundige Prog-Fan kennt sie ohnehin schon, daher direkt zu meiner Frage:
Wie gefällt EUCH das neue Album? Schlecht, gut? Nicht hart genug oder immernoch zu hart? Was sagt ihr zu den Lyrics die ja an allen Ecken und Enden gescholten werden? Kommt das Album an die alten Werke ran oder ist es der Anfang vom Ende?
Persönlich finde ich es ja genial, habe mich aber auch, was ich zu meiner Schande gestehen muss, noch nicht mit den Lyrics beschäftigt und kann daher dort noch böse überrascht werden - beim hören achte ich i.d.R. nicht auf das, was dort gesungen wird sondern lasse das Gesamtkonzept auf mich wirken, und dieses funktioniert zumindest für mich ganz hervorragend. Wirklich etwas total anderes als die Vorgänger aber für meine Begriffe locker auf Augenhöhe, zudem bei weitem eingänglicher als alles was davor gemacht wurde.
Irgendwie habe ich fast ein wenig Angst mich mit den Lyrics zu beschäftigen, denn wenn die wirklich so schlecht sind mag ich das Album danach möglicherweise nichtmehr, und bisher gefällts mir wirklich gut... Sind die Lyrics wirklich SO schlecht?
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von Havoc » Sonntag 23. Mai 2010, 21:05
Habe "noch" nix von der Band. Aber sie ist definitiv in meinen Interessenbereich gerückt. Habe mal was reingehört. Denke die könnten mir gefallen. Einzig der Core-Gesang schreckt mich noch etwas ab. Aber der wird auf "Heliocentric" ja anscheinend nur sehr dezent eingesetzt.
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von Jesus » Montag 24. Mai 2010, 13:54
Allgemein betrachtet eine gute Band, "Precambrian" ist ein absolutes Meisterwerk und die neue... tja... ich pflege noch ein etwas ziespältiges Verhältnis zur Scheibe. Teichfrosch hat geschrieben:Wie gefällt EUCH das neue Album? Schlecht, gut? Nicht hart genug oder immernoch zu hart?
Die mangelnde Härte stört mich nicht und ich begrüße auch die Veränderung des Stils. Eine Band kann kaum als progressiv gelten, wenn sie nicht immer wieder mal neue Wege beschreitet. Kritisieren würde ich eher den Mangel an guten und eingängigen Riffs. Manche Songs kommen natürlich fast gänzlich ohne Gitarre aus, aber wenn sie mal ausgepackt werden, ist viel 08/15 dabei, kein Vorgleich zum Riffgewitter des Vorgängers. Das führt dann auch manchmal zu "Leerlauf" in den Songs, wenn die Instrumente einfach nur gelangweilt so vor sich hin trotten ohne Höhepunkt oder markante Momente. Trotzdem weiß die Platte immer noch mehr zu ge- denn zu missfallen. Schlecht ist sie also nicht, aber sie verlässt sich einfach zu oft auf den mMn zwar netten, aber wenig bemerkenswerten Gesang und die Refrains, während das Fundament aus Schlagzeug, Bass und Gitarre doch eher vernachlässigt wird. Teichfrosch hat geschrieben:Was sagt ihr zu den Lyrics die ja an allen Ecken und Enden gescholten werden? Zurecht gescholten werden  Nichts gegen das Thema an sich, generell bin ich für jede Form von Christen-Bashing gut und gern zu haben, aber die Umsetzung der Texte ist zumindest teilweise eher dürftig. Hin und wieder funktioniert aber das Credo "weniger ist mehr", zum Beispiel in den letzten beiden Titeln. Wer grölt nicht gerne mit "Who made your architect? What is he made of? Where does he come from?". Simpel, aber effektiv. An anderen Stellen wirken die Texte eher wie Abschnitte aus zweitklassigen Schulbüchern. Man bekommt das Gefühl, Herr Staps hat zum ersten Mal etwas von Dawkins gelesen und krönt ihn gleich darauf zum Kaiser der Atheisten, Verteidiger des Unglaubens, Ihro Majestät von Evolutions Gnaden.
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von Teichfrosch » Montag 24. Mai 2010, 14:04
ZURECHT gescholten also ... Hmm hmm. Nungut, führt wohl kein Weg daran vorbei dass ich mir die Lyrics auch mal genauer anschaue und mir eine eigene Meinung bilde, unglücklicherweise haben jetzt schon viele Leute, deren Meinung ich schätze - ja, auch deine Jesus, und das obwohl ich erst sehr kurz hier bin hab ich dass Gefühl dass man auf deine Fachkundige Meinung durchaus Wert legen kann - haben jetzt bereits gesagt dass die Lyrics sehr schwach sind... Es ist natürlich blöd mit solchen "Vorurteilen" an die Sache ran zu gehen, vermeiden lässt es sich aber jetzt wohl kaum mehr.
So oder so, musikalisch finde ich das ganze absolut gelungen und vermisse die althergebrachte Instrumentierung nur selten. Nichtsdestotrotz sind die Lieder, die alte Härte mit neuem Klang verbinden, am stärksten bzw. wirken zumindest auf mein am durchschlagendsten, insofern ist es durchaus schade dass davon nicht mehr zu finden ist. Der beschrittene Weg taugt mir persönlich trotzdem ausgezeichnet.
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von Havoc » Montag 24. Mai 2010, 17:50
So oder so, musikalisch finde ich das ganze absolut gelungen...
Wen interessieren da noch die Lyrics. 
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von Jesus » Dienstag 25. Mai 2010, 07:28
Teichfrosch hat geschrieben:So oder so, musikalisch finde ich das ganze absolut gelungen
Das "absolut" würde ich streichen. Es ist eine gutklassige und interessante Scheibe, die an kleinen, sehr ärgerlichen Makeln krankt, die einfach nicht hätten sein müssen. Insbesondere angesichts des makellosen Vorgängers.
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von Teichfrosch » Mittwoch 26. Mai 2010, 02:40
"Makellos" ist, wie so vieles, relativ in bezug auf Musik. Für mich ist vom reinen Hörerlebnis "Heliocentric" das bessere Album, nicht weil ich derbe/komplizierte/progressive Musik nicht mag (eher das Gegenteil ist der Fall) sondern weil für mich "Heliocentric" einfach besser funktioniert. Der Vorgänger ist zwar zweifelsohne ein sehr gutes Album, ohne jetzt die Lyrics zu "Heliocentric" zu kennen gefällt mir dieses einfach besser. Selbstredend sind die Lyrics sehr wichtig, besonders für mich, und das ist auch der Grund weshalb ich eigentlich keine Lust habe mir das Album dadurch kaputt machen zu lassen :> Beispielsweise höre ich sehr gerne Deathmetal, wenns aber meinetwegen zu blutrünstig oder stumpf wird (beispielsweise bei CANNIBAL CORPSE oder DRAGONFORCE oder MANOWAR) kann und will ichs mir nichtmehr anhören. Beknackte Lyrics lassen sich im Metal nunmal leider nicht ganz vermeiden (zumindest scheint es mir teilweise so zu sein), aber irgendwann ist die innere Toleranzschwelle überschritten und meine Hirn rebelliert Und genau davor fürchte ich mich.. Habe die Scheibe jetzt auch lange nichtmehr gehört eben weil ich fürchte, dass ich ab jetzt auf die Lyrics achte und dann des Albums überdrüssig werde... Verdammt.
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von Jesus » Donnerstag 27. Mai 2010, 10:19
*gerade wieder das Album anhör* Mmmmh. Wenn ich das hier alles noch einmal lese, erscheint meine Meinung gegenüber der "Heliocentric" ziemlich negativ. Dem ist eigentlich nicht so. Man neigt nur manchmal dazu, sich auf die negativen Aspekte zu konzentrieren. Dabei müssen andere Bands erst einmal solche Songs wie "Metaphysics of the Hangman", "Swallowed by the Earth" oder "Firmament" schreiben. Ich vermag mich sogar langsam, aber sicher nach dem schätzungsweise vierzigsten Durchlauf für die Stimme des Sängers zu erwärmen. Teichfrosch hat geschrieben:Und genau davor fürchte ich mich.. Habe die Scheibe jetzt auch lange nichtmehr gehört eben weil ich fürchte, dass ich ab jetzt auf die Lyrics achte und dann des Albums überdrüssig werde... Verdammt.
Naja, so schlecht sind sie nun auch wieder nicht. Sie sind teilweise holprig formuliert ("Ptolemy Was Wrong" und "Catharsis of a Heretic" z.B.), klingen stellenweise nach Halbwissen oder sind beinah eins zu eins übernommene Absätze aus Büchern ("Origin of Species/God"), aber völlig dämlich sind sie nun auch nicht. Es wurde nur oft vergessen, daß Lyrics eben lyrisch und nicht prosaisch sein sollten.
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von Dekalog der Elemente » Donnerstag 27. Mai 2010, 19:32
Hatte die Jungs im Vorprogramm von Opeth gesehen...gar ned übel und mit Abstand die lauteste Band an dem Abend gewesen. Möglicherweise besorg ich mir da auch mal irgendwann was, wenn alle wichtigen Nachkäufe durch sind.
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask
Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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von Jesus » Donnerstag 27. Mai 2010, 19:52
Solltest Du Dir irgendwann mal eine Scheibe von The Ocean anschaffen wollen, empfehle ich die "Precambrian".
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