
Dies hatte sicher verschiede Gründe. Erstens ist das Album so gut, dass man sich erstmal nicht so wirklich vorstellen kann, dass die anderen Beiden noch besser sein könnten. Zweites gab es auch Durchgänge, nach denen meine Euphorie dann doch etwas geschmälert wurde. Es ist einfach kein Album für jede Lebenslage, da es einen doch durchaus sehr fordern kann. Dies sorgt aber auch dafür, dass man das Album einfach kaum tot hören kann. Es macht einfach immer wieder Spaß. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken. Und Songs wie „Gaia´s Judgement“ und „The Horde“ sind einfach nur total geil. Als ich die beiden anderen Alben letzens sehr günstig gesehen habe hat mich meine Neugier dann doch übermannt und ich habe mir die beiden anderen Alben der Band zugelegt. Das 2002er Werk „Primal Power Addiction“ hat mich dann auch mal aus dem Stand aus den Fußummantelungen gehauen. Was für ein Teil! Es wirkt auf mich noch irrwitziger, ideenreicher und wahnwitziger als der Vorgänger.

Ob es zwingend auch in dem Sinne „besser“ ist wage ich noch nicht so ganz zu beurteilen. Das ist aber eh so gesehen völlig egal. Auffällig an der Musik der Hauptprotagonisten Pierre St. Jean und Sylvain Auclair ist, dass sie irgendwo schon sehr komplex aber dennoch Song orientiert ist. Man wird zudem förmlich in ein völlig anderes Universum gerissen (ähnlich wie bei „Into The Everflow“ von Psychotic Waltz). Mit dieser Band kann man Heaven´s Cry aber dennoch nicht so wirklich vergleichen. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Bands wie Voivod, Psychotic Waltz, Rush und alten Fates Warning, aber agieren dennoch völlig eigenständig. Das ist alles so toll, dass dann auch ihr neuester, von Fans wohl nicht mehr für möglich gehaltene, 2012er Geniestreich „Wheels Of Impermanence“ schnell in meinen Player musste. Da zwischen den beiden Werken immerhin zehn Jahre verstrichen sind könnte man vermuten, dass die Band nun vielleicht deutlich anders klingen könnte. Aber das bestätigt sich nicht mal ansatzweise.

Auch dieses Album tönt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Es ist sicherlich einen Tick einfacher, melodiöser und vor allem luftiger als die Vorgänger, aber auch hier wurde der Rohdiamant natur belassen und nur leicht mit Schmirgelpapier bearbeitet. Glatt und Massentauglich geht definitiv anders. Auf Dauer könnte ich mir sogar vorstellen, dass dieses Werk zu meinem meistgehörten der Band mutieren könnte. Jedenfalls machen mir die 30 Songs (den Cover Song auf „PPA“ zähle ich mal nicht mit!) dieser Band gerade sowas von Bock! Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass diese Band quasi die Definition von Progressive Metal ist!
Anhören -> „Gaia´s Judgement“
http://www.youtube.com/watch?v=iz3P932WEiY

Homepage ->
http://www.heavenscry.com/



