Scorpions

Re: Scorpions

Beitragvon Eike » Freitag 10. Dezember 2021, 17:00

Sieht aus, als sei der Businessplan, ein Parfum herauszugeben. Das Cover wirkt wie ein Flakon.
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Re: Scorpions

Beitragvon Pillamyd » Samstag 11. Dezember 2021, 17:27

Die Band hat mich am Haken. Also ganz.

Die zwei Alben "Lovedrive" und "Love At First Sting" haben die Türen voll ganz eingetreten. Sowie ich mich mit der Geschichte der Band auseinandergesetzt habe so versteht man die Entwicklung die die Band in den 80er gegangen ist sehr gut, wie ich finde.

Ich bin ja vor allem so von der "Lovedrive" weggeblasen, nicht unbedingt weil die Songs stärker sind als auf den Alben zuvor oder danach. Nein, es liegt allein daran, dass Klaus hier ja unfassbar abliefert. Ich sag nur "Another Piece Of Meat". Da haut er es raus. Etwas verwirrt war ich von "Is There Anybody There?". Wirkt etwas fehl am Platz. Aber ich fang an auch den nicht übel zu finden. Ein wildes Teil, die "Lovedrive".

Später setzt man den Fokus auf die Kompositionen und klingt nicht mehr so ungestüm, aber immer noch zwingend. Die "Savage Amusement" fehlt mir auch noch.
Die Alben 1, 2 und 4 hebe ich mir für später auf.
Da es die Alben aus den 90ern/00ern und 10er für kleines Geld gab, habe ich die auch mal besorgt und bin gespannt. Gerade von "Face The Heat" und "Unbreakable" kenne ich keinen Ton. Ich bin auch gespannt wie die "Crazy World" um den bekannten Song herum klingt.
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Re: Scorpions

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 12. Dezember 2021, 10:57

Die Jungs sind fast immer gut. Es gibt den Durchhänger in der zweiten Hälfte der 90er, und zugegeben ist auch das 1993er "Face The Heat" schwach. Die beiden anderen Scheiben nach der "Love At First Sting" mag ich persönlich auch nicht so gerne. Aber ab "Unbreakable" und alles bis zur besagten "Love At First Sting" finde ich klasse.
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Re: Scorpions

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 12. Dezember 2021, 11:52

Was ich vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich die "Savage Amusement" schon kenne und die fand ich eigentlich immer schon spitze. Das die soviel einstecken muss, hätte ich nicht gedacht.

Warum ich jetzt direkt zu den 90er und 00er Sachen gegriffen habe bevor ich die Frühphase ins Regal stelle ist weil ich total neugierig bin, wie die Alben klingen die keinen großen Anklang finden. Ich habe ja eine schwäche für schwarze Schafe in der Disko. Das hat in vielen Fällen nichts damit zu tun ob die mir dann selber auch gefallen. Da möchte ich dann wissen ob ich der Allgemeinheit zustimmen kann oder ob ich zur Minderheit angehöre :grins:
Meine Neugierde ist da einfach immer sehr hoch.
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Re: Scorpions

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 12. Dezember 2021, 14:32

Wenn wir gerade bei den schwarzen Schafen sind:

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bild

SCORPIONS "Eye II Eye" (1999)

Nachdem ich vor einigen Wochen die Scorps-Sammlung vervollständigt habe, wohl wissend um den desaströsen Ruf dieses Albums, muss natürlich dessen Unaussprechlichkeit durch eine Intensivverkostung verifiziert oder vielleicht auch falsifiziert werden. Nun, wir sind dabei...
O_o
:grins:



Das schwärzeste aller Schafe der Scorpions-Diskographie ist ja recht unbestritten die "Eye II Eye" (1999), die ja quasi jeder hasst. Das hat selbst auf mich als jemanden, der auf veröffentlichte Mehrheitsmeinungen (Metal Archives 44%, Musik-Sammler 2,43 P.) ja mal ganz grundsätzlich nichts gibt, scheinbar einen unterschwelligen Einfluss gehabt, so dass ich sie mir lange, lange Zeit nicht gekauft habe. Nach 22 Jahren habe ich diese Lücke erst vor ein paar Wochen doch noch geschlossen, da das Album langsam aber sicher selten zu werden scheint und ich komplett sein wollte, bevor die Neue kommt.

Nun lief das Album heute fünfmal komplett durch, und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich keine Beanstandungen habe. Im Gegenteil! Hier wird einiges mehr experimentiert als üblich, manches ist seicht, manches recht elektronisch angehaucht (loopig), mit funky Rhythmik, manches hat ein wenig hardrockiges Klangbild, das dafür die Endneunziger-Marotten voll mitnimmt.

Aber unterm Strich stechen für mich folgende positiven Eigenschaften viel mehr heraus als die eigenwillige stilistische Ausrichtung:

1.
Es gibt weit weniger 08/15-Songs als auf so manchem anderen, besser aufgenommenen Werk der Scorpions. Die Band gibt hier etlichen Songs einen sehr individuellen Charakter, und so wirkt die Scheibe vielseitig, abwechslungsreich und songorientiert.

2.
Wenn man die in der Elektro-Hinsicht und mit dem Funk-Einschläg und Riekermanns markantem Bass und der Voicebox, doch recht fordernden ersten beiden Stücke einmal geschluckt hat, dann läuft das Ding aber auch als Ganzes recht geschmeidig durch die Lauscher. Alles klar? Wunderbar!

3.
Klaus Meine haut gesanglich ein paar echt grandiose Hooks hinaus und singt allgemein wahnsinnig vielseitig und teils unheimlich gefühlvoll.


Das soll jetzt nicht gleich überschwänglich klingen, denn "Eye II Eye" hat wahrlich einige Momente, die man erst einmal verdauen muss, und ist schon von allen Alben der Band am weitesten von dem Weg, was man als klassischen Scorpions-Sound verstehen dürfte, aber eine Durchschnittswertung von 2,42 Punkten (15 Wertungen, 0 Reviews) bei Musiksammler lässt mich dann doch ein wenig an der Lauterkeit der Wertenden zweifeln.
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Re: Scorpions

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 12. Dezember 2021, 14:45

Und hier ist dann nochmal der Link zum Videoclip der ersten Single vom kommenden Album, nachdem das auf der letzten Seite etwas untergegangen ist:

https://www.youtube.com/watch?v=fUWcVNLNvrs
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Re: Scorpions

Beitragvon Pillamyd » Montag 13. Dezember 2021, 22:14

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das hat selbst auf mich als jemanden, der auf veröffentlichte Mehrheitsmeinungen (Metal Archives 44%



Es ist ja selbst mir bekannt, dass "Eye II Eye" ein wirklich mieses Album sein soll. Aber wenn man die Werte von Metal Archives mal mit der von "Pure Instinct" vergleicht ist da ja gar nicht so viel Abstand. Trotzdem liest man von der "Pure Instinct" fast gar nichts. Ja, es ist mir schon auch ungehört klar, dass "Eye II Eye" wahrscheinlich mehr polarisiert als der Vorgänger. Allein schon durch die musikalischen Änderungen. Bin ich im recht wenn ich behaupte, dass "Pure Instinct" wohl näher am Originalsound ist als "Eye II Eye"? Hört man auf "Pure Instinct" schon raus was da drei Jahre später auf die Fans losgelassen wurde?

Wenn meine "Theorie" stimmt, was macht das Album von '96 so schlecht, dass wenn man nach der Wertung von Metal Archives geht im Schnitt nur 4 % Unterschied zum Nachfolger hat?
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Re: Scorpions

Beitragvon Eike » Montag 13. Dezember 2021, 22:50

Ohne bei den SCORPIONS "drin" zu sein:

Ich vermute folgenden Prozess:

Ist ein Album "mehr vom Selben", wird also eher als Fortschreibung des Bekannten und Beliebten empfunden, ist die (befriedigte) Erwartung erstmal überwiegend; wohingegen bei einem empfundenen Bruch in der (vermeintlichen) "Identität" / Integrität der Band die erste Reaktion eher enttäuscht oder - so Interesse gerade durch den "Reiz des Neuen" geweckt wird - zumindest polarisierend.

Damit sind Image und Aufmerksamkeit der Alben schonmal vorgeprägt: Das "normale" Album ist unumstrittener, schlägt aber nicht mehr so stark ein, wie ein "Klassiker" mit dem oben erwähnten "Reiz des Neuen" es noch bei Ersterscheinung tat. Das "skandalöse" Album führt zu Aufmerksamkeit, Erschließung neuer Hörerschaft, Verlust älter Hörerschaft, ist also auf andere aber vergleichbare Weise mit "Klassikern" ein "prägendes Album" für die zeitgenössische Wahrnehmung, es wird länger "hängen bleiben" im kulturellen Bewusstsein, mehr Menschen erreichen und den erreichten Menschen eher im Erinnerung bleiben.

Mit der Zeit flacht der Aufreger um das "polarisierende" dennoch etwas ab; manche hören es unvoreingenommene (erneut) und bilden sich eine eigene Meinung, die Wertschätzung für die "Sonderstellung" beinhalten kann, inklusive möglicher Rehabilitierung als "verkanntes" Werk, das "seiner Zeit voraus" war.

Ein weniger revolutionäres Werk (eben kein sofortiger oder im Nachhinein als wegweisend erkannter "Klassiker") hingegen verliert irgendwann den "Reiz des Neuen" und rückt gegenüber den etablierten Klassikern oder verhassten Ausreißern ins Hintertreffen, besteht den "Test der Zeit" weniger gut - "zu erwartbar", "langweilig", oder auch nur "vergessene Perle" (bis wieder mal jemand genauer hinhört und seine Feinheiten und subtile Nuancen zu entdecken beginnt).

Der Klassiker "gewinnt" durch langfristige verstärkte Aufmerksamkeit an Beliebtheit (alleine schon durch die engere Bindung als immer wieder angesprochene und aufgelegter "Lebensbegleiter"), das in Gruppendynamik wie individueller Erinnerung "vernachlässigte" Werk wird einem eher "fremder" und bleibt in seiner spezifischen Besonderheit wenig durchdrungen.
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Re: Scorpions

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 23:31

Aus meiner Sicht ist "Pure Instinct" zwar typisch Scorpions, aber eben sehr mit Kitsch-, Schnulzen-, Balladenfokus und teils kurz vor der Schmerzgrenze in Sachen Schmachtlyrik. Und ich vertrage da einiges.

"Eye II Eye" zeichnet sich auf "Pure Instinct" ganz ausdrücklich nicht ab. Und es hat sicher viel "Stilbruch" im Gepäck. Aber wenn man damit klar kommt, ist es viel spannender und kreativer als "Pure Instinct".
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Re: Scorpions

Beitragvon Pillamyd » Montag 13. Dezember 2021, 23:49

Vielen Dank für die Antwort. Ich war jetzt einfach nur neugierig. Weil ich von dem Album so gut wie eben nichts lese. Da stellte sich mir einfach die Frage was es schlechter, besser oder genauso gut/schlecht macht wie "Eye II Eye" wenn man nur die Durchschnittswerte ins Visier nimmt.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:"Eye II Eye" zeichnet sich auf "Pure Instinct" ganz ausdrücklich nicht ab.


Die Alben werden definitiv von mir gehört werden. Bin ich gespannt darauf. Dann weiß ich das schon einmal. Danke.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Es gibt weit weniger 08/15-Songs als auf so manchem anderen, besser aufgenommenen Werk der Scorpions


Wäre der Vorgänger so ein Album? Oder auf welche Werke zielst du da besonders ab?
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