Antimatter

Re: Antimatter

Beitragvon Drumtier » Montag 24. August 2015, 15:46

Ich sags euch, ANTIMATTER werden uns jetzt mit einer völlig unerwarteten musikalischen Neuausrichtung überraschen, DAS kann kein Zufall sein:
Bild
Benutzeravatar
Drumtier
Metalhead
 
Beiträge: 3315
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 00:43

Re: Antimatter

Beitragvon Dekalog der Elemente » Dienstag 21. Februar 2017, 12:35

Ist jemand von euch am 10 beim Konzert in Wien?
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask

Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
Benutzeravatar
Dekalog der Elemente
Metalhead
 
Beiträge: 3369
Registriert: Mittwoch 10. Februar 2010, 08:18
Wohnort: München

Re: Antimatter

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 31. Januar 2019, 17:59

Bild

Ich muss den Thread mal etwas entstauben. Denn,
seit Anfang November letzten Jahres gibt es das neue Album "Black Market Enlightenment" käuflich zu erwerben. Die Band kommt hier ja leider nicht so wirklich vor. Dabei haben Antimatter wieder einen wirklichen Knaller rausgehauen. Das Album wächst ständig und von meiner Seite aus kristallisiert sich hier immer mehr raus, dass das wohl eines der besten Alben der Bands ist. Ein in sich sehr dichtes und treibendes Album, welches aber auch mal laut sein kann. Dazu Micks unverwechselbare Stimme.

Hörbeispiele:
This Is Not Utopia
Partners In Crime
Existential

Kurz nach der Veröffentlichung habe ich die Band zum zweiten Mal live gesehen, wieder im ad astra in Esslingen. Und es war wie beim letzten mal auch schon grandios.

Schade das die Band so wenig Aufmerksamkeit bekommt. Mich kriegen sie wirklich jedes Mal :dafuer:
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Antimatter

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 19. März 2020, 00:25

Und ich muss den Thread wieder aus der Versenkung holen. Warum?
Darum.
Frank hat eine wunderbare Review geschrieben, welches ich jetzt erst beim stöbern entdeckt habe. Ich kenne die CD/DVD nicht. Aber ich kann mir schon vorstellen wie intensiv ein "Fighting For A Lost Cause" mit Streichern live klingen muss. Hätte ich jetzt richtig lust drauf, das anzuschauen.
Das was du geschrieben hast (vor allem im letzten Abschnitt), ist genau das warum ich "Antimatter" so verehre. Ohne auch nur einen Ton oder Bild von diesem Auftritt gesehen zu haben kann ich mir das einfach nur sehr toll vorstellen. Die Band hat mich noch nie enttäuscht. Noch nie!!!
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Antimatter

Beitragvon Dekalog der Elemente » Donnerstag 19. Januar 2023, 22:28

So dann buddeln wir den Thread auch mal wieder aus.

Die neue Langrille ist unglaublich gut. Reminiszenzen von Lights out bis zur Blackmarket, Saxophon, Glockenspiel, Kemençe und die Stimme von Mick. Ein aboslutes Kopfhörer Album.

Redshift hat mich da zum Beispiel voll erwischt da grüßt die Gänsepelle. Wem sich bei Micks Stimme hier nicht die Härchen aufstellen, der ist emotional tot.

https://www.youtube.com/watch?v=QBsBnAH ... eRefresh=1
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask

Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
Benutzeravatar
Dekalog der Elemente
Metalhead
 
Beiträge: 3369
Registriert: Mittwoch 10. Februar 2010, 08:18
Wohnort: München

Re: Antimatter

Beitragvon Eike » Freitag 20. Januar 2023, 12:28

Das Saxophon ist so ein tolles Instrument.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24502
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Antimatter

Beitragvon Pillamyd » Freitag 20. Januar 2023, 13:10

Jawoll, ein ganz großartiges Album, dass die komplette musikalische Bandbreite der Band widerspiegelt. Ganz tolle Idee vom Moss die Schublade der liegengebliebenen Songs wieder aufzuschließen.
Dabei fühlt sich das Album nicht an wie eine Compilation aus vergangener Zeit und aufgewärmten schon mal Gehörtes. Im Gegenteil. Man kann erahnen welche Songs aus welcher Zeit stammen mögen, aber es ist faszinierend wie er das Album klingen lässt. Dieses Album zeigt auf, in welchen musikalischen hochqualitätiven Sphären sich der Moss bewegt.

Übrigens ein Grundsympathischer Typ. Die zwei Male, die ich die Band live erleben durfte, waren ein superintensives Erlebnis. Großartig!
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Antimatter

Beitragvon Dekalog der Elemente » Samstag 21. Januar 2023, 22:35

Pillamyd hat geschrieben:Übrigens ein Grundsympathischer Typ. Die zwei Male, die ich die Band live erleben durfte, waren ein superintensives Erlebnis. Großartig!


Kann ich nur bestätigen. Ich hatte mal das vergnügen nach nem Konzert den Rest vom Abend mit der Band an einem Tisch zu sitzen und da auch viel mit Mick zu quatschen.
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask

Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
Benutzeravatar
Dekalog der Elemente
Metalhead
 
Beiträge: 3369
Registriert: Mittwoch 10. Februar 2010, 08:18
Wohnort: München

Re: Antimatter

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 29. Januar 2023, 11:55

Ich habe mir nochmal die komplette Diskographie reingezogen, um ein Ranking zu erstellen. Das wird zwar außer dem Dekalog und Eike keinen interessieren. Aber das ist man ja gewohnt. Ich habe jedenfalls wieder Bock drauf und das neue Album macht ein Ranking ja auch wieder spannend. Ich werde erst chronologisch durchgehen und dann zum Schluss folgt das Ranking.

Saviour:
Ich muss ja zugeben, dass das wahrscheinlich das von mir am wenigsten gehörte Album der Band ist. Mein Problem ist da nicht mal dieser Trip Hop Sound der auf dem Album herrscht. Ich finde zwar vieles sehr gut. Das Problem ist wahrscheinlich, dass wenn man die Band mit dem späteren dichteren Sound kennengelernt hat, dann wirkt der transparente, offenere und kühlere Sound erstmal eigenartig und fremdkörperlich an. Hat sich bei mir leider nie so wirklich geändert. Ich finde die Songs auch nicht ganz so zwingen. Zum Beispiel finde ich „God Is Coming“ ganz übel. Allgemein liegt das insgesamt vor allem an Gastvocals, den sich der hervorragende Mick Moss mit zwei Frauen teilt. So ganz mag mir das nicht gefallen. Dafür wirken die Stimmen größtenteils etwas blass auf mich. Wer es noch nicht wusste, war Duncan für drei Alben auch wesentlicher Bestandteil der Band. Interessant finde ich, dass sich da ziemlich viel spätere „Anathema“ erkennen lassen, das sich dann auch mit seinem Ausstieg aus der Band für mein empfinden stark geändert hat. Man hat das Gefühl der Moss ist ab da an den Punkt angelangt, wo er die Band schon immer gesehen hat. Ich kann mich täuschen. Und das liegt jetzt auch etwas weit weg von dem Album. Wäre aber mal eine interessante Interviewfrage.

Hörprobe:
The Last Laugh

Lights Out:
Hat eigentlich das gleiche Problem, nur das die Songs um einiges zwingender um die Ecke kommen. Das Album ist auch der Beweis dafür, dass ich mit dem Trip Hop Sound gut zurechtkommen kann. In vielerlei Hinsicht ist das Album sogar noch eine Spur elektronischer als das erste Album. So entsteht auch manchmal der Eindruck der Verwendung von Loops, was mir wiederum nicht so richtig zusagt. Der Gesang der beiden Gastsängerinnen hat sich auch etwas weiterentwickelt bzw wirkt er besser in die Songs eingebettet. Das Album ist sogar um Längen düsterer und melancholischer als der Vorgänger. Ein Song wie „Everything You Know Is Wrong“ lässt erahnen wo die Reise mit der Band hinführen wird. Tatsächlich ein kleiner Geschmack darauf, wo der Fokus der Band auf späteren Album liegen sollte. Vor allem auf der akustischen Version.

Ich habe zu dem Album immer die Assoziation zu Ludovico Einaudis „Nightbook“. Es ist zwar stilistisch schon eine andere Richtung und eher im klassischen Musiksektor anzusiedeln. Aber die Stimmung ähnelt sich für mein Empfinden ungemein.

Hörprobe:
Everyhing You Know Is Wrong

Planetary Confinement:
Und da haben wir den allerersten Ansatz dessen unter was man „Antimatter“ heutzutage zu assoziieren versucht. Hier hört man zum ersten Mal diese meterdicke Dichte, diese im Nebel versunkene Atmosphäre und Emotionalität. Moss klingt noch nicht ganz so gereift, hat aber diese unverkennbaren Gesangsstil. Die Weiterentwicklung, muss ich ehrlicherweise zugeben, ist ab diesem Album nur noch in den Feinheiten zu spüren. Aber sie ist da. Das Album macht einiges anders als auf den Album zuvor. Es ist um ein vielfaches entschleunigender. Ruhiger, weniger von elektronischen Einsprengsel geprägt. Die akustischen Gitarren haben die Übermacht auf den Album. Sind oftmals in Begleitung einer Violine. Alles klingt im Einklang mit sich selbst. In allen belangen komplett ausgewogen. Auch Produktionstechnisch überzeugen sie zum ersten Mal auf voller Linie. Der Sound bereitet dir eine Gänsepelle, die durch die Kleidung schießt. Auch hier gibt es wieder Gastgesang. Der ist aber auch deutlich ausgewogener und spärlicher vertreten als noch auf den Alben zuvor.

Übrigens ist „Mr. White“ ein Cover von „Trouble“ und wirklich gelungen. Der Song wurde komplett von einer Gastsängerin eingesungen. Wirklich interessant.

Hörprobe:
The Weight Of The World

Leaving Eden:
2007 erschien das erste Album ohne Duncan Patterson. Moss hat alles im Alleingang geschrieben. Bis heute ist es für mich unbegreiflich, wie man solch emotionalen Songs schreiben kann ohne alle 5 Minuten zusammenzubrechen. Tieftraurige Abschiedsstimmung, es klingt irgendwie nach einem endlich und nach einem Abschluss. Es hat so viel Tiefe und ist so prägnant in seinem Wesen. Es ist kaum in Worte zu schreiben. Der Gesang ist nochmal gereifter und diesmal singt auch nur Moss auf der Scheibe. Die Songs sind auf den Punkt komponiert. Die Produktion ist so direkt, so warm, so basisch, so persönlich. Meiner Meinung nach ist Moss hier das Meisterwerk gelungen. Was sich schon auf den Alben zuvor angekündigt hat, gelingt hier in Perfektion. Ich könnte seitenlang über die Songs schwelgen. Aber man muss es gehört haben. Live dann auch noch das komplette Album dargeboten zu bekommen ist in Worten kaum zu fassen. Dieses Album war mein Soundtrack zum Zugfahren, als ich 2 Jahre lang immer nach Stuttgart gegurkt bin. Im Winter hat das Ding mein Herz erobert und ich erinnere mich heute noch gern an die Zugfahrten. Da gab es nur mich, das Album und das Geruckel im Zug. Alles andere war egal. Diese 48 Minuten gehörten nur mir. Großartiges, intensives Album.

Hörprobe:
Leaving Eden

Fear Of A Unique Identity:
Mit diesem Album springen wir den Zeitraum, indem ich zum ersten Mal von der Band erfahren habe und dieses intensive Erlebnis erleben durfte, das mir „Leaving Eden“ bescherte.

Umso überraschender war die Ausrichtung des Albums. „Fear Of A Unique Identity“ geht den Pfad, weg von den leisen Tönen, die immer wieder von großen und ich meine das sprichwörtlich, großen Soli, die den Songs nochmal mehr Intensivität verleihen. Auch eben durch die Gewichtung zu mehr Stromgitarren und mehr Härte. Da war ich dann schon erst einmal perplex, weil ich das nicht erwartet habe und meine Ohren eben so auf den Vorgänger geschult waren. Somit hat das Album eine Weile gebraucht bis ich verstanden habe, das ein zweites „Leaving Eden“ nur verloren hätte. Und dann konnte das Album auch einfach geschehen.

Diese typische Herangehensweise ist vollumfänglich weiterhin gegeben, aber der Sound wurde durch Hinzunahme verschiedener Zutaten erweitert. Man hat auf diesem Album nicht mehr nur das Gefühl von Schwermut. Viel mehr schwingt hier auch eine Gewisse Wut mit, die durch die lauteren Songs erzeugt werden. Kein völlig, aber doch schon ein anderes neues Erlebnis. Das Album klingt mehr nach Zusammenarbeit als nach Alleingang. Was ja durchaus auch schon gegeben war bei dieser Band.

Für mich klingt das Album wie der kleine wütende extrovertiertere Bruder von „Lights Out“. Auch weil man musikalisch wieder alte Gegebenheiten wieder miteinfließen lässt. So ist hin und wieder mal der Trip Hop Einfluss zu spüren. Oder wieder weiblicher Gesang vorhanden. Und zwar in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit eingesetzt.

„Fear Of A Unique Identity“ ist nach satte 5 Jahren Pause erschienen und die Zeit hat die Moss wohl benötigt um losgelöster von „Leaving Eden“ zu agieren. Immerhin gilt jenes Album ja schon auch als das Highlight der Band. Moss hat alles richtig gemacht!

Höprobe:
Monochrome

The Judas Table:
Das Album geht im Gesamten etwas unter habe ich das Gefühl. Auch bei mir selbst. So höre ich es doch recht selten und hat mit Sicherheit nur wenige Durchläufe mehr als das Debüt. Dabei ist es in sich gesehen für mich das bessere Album, wenn ich den Vorgänger als Vergleich heranziehe.

Diese schiere Schwere gleich im Opener „Black Eyed Man“ in Verbundenheit mit diesem vollem Sound erinnert stark an „Leaving Eden“. Ein wirklich starker Anfang für ein Album. „Comrades“ z.B. ist auch ein Song, bei dem ich jedes Mal schwache Knie bekomme.

Gerade der Sound beeindruckt mich schwer auf dem Album. Die Regler wurden bei der Produktion in eine Position gebracht, die das Album alles in allem in einen wahren Segen verwandelt. Wuchtig, differenziert und transparent. Eine druckvolle Weise diese Art von Dark Rock entfalten zu lassen. Ich verspüre bei diesem Album auch immer einen Hauch von leichtem Gothic Einschlag. Eine Sache die dem Album eine besondere Note verleiht. Außerdem hat es Moss hier wieder zu perfektionistischer Leistung gebracht. Seine Betonung auf die Wörter und Endungen sind gottgegeben. Ich weiß, dass diese Art wie er singt nicht bei jedem gut ankommt. Aber der Kerl erreicht mich einfach mit seinem Gesang. „The Judas Table“ ist insgesamt ein Album, das wieder einen Schritt zurück wagt. Wieder hin zu etwas geradlinigeren Songs, die aber so mächtig und warm herüberkommen, wie noch nie. Einziges Manko ist, dass das Album recht lange ist und gerade in der Mitte nicht jeder Song zu zünden vermag. Trotzdem gefällt es mir im Gesamten etwas besser als der Vorgänger.

Hörprobe:
Can Of Worms

Black Market Enlightment:
Man darf sich schon auch durchaus fragen, was da noch so kommen mag von der Band. In welche Richtung entwickelt sich „Antimatter“? Wird irgendwann der Zustand kommen, in dem nur noch more of the same erscheint oder überrascht der Herr die Werte Hörerschaft noch einmal? Und ich kann für mich als Antwort geben. „Antimatter“ haben mich mit diesem Album überrascht. Ein für mich nicht hervorzusehendes Highlight. Das Album hat wie ich das schonmal beschrieben hat eine ordentliche Schippe draufgelegt. Mick hat den Bogen raus, wie man einem einheitlich kompakten Album, wirkungsvolle Akzente setzt die On Point sind. Das ist bei dem Backgroundgesang so, das ist der Einsatz von orientalischen Klängen wie die einer Kemençe, dem Saxophon oder der Flöte, das ist auch bei dem ein oder andere Punkt in dem Moss genau weiß, wie man einen Song aufbrechen muss, damit er sich im ganzen Raum verteilt, wie ein guter Duft. Das Album wirkt strudelartig, treibend, aufgebracht und vor allem explosiv. Und wenn man die Hintergrundgeschichte bzw. die Idee die hinter dem Album steckt kennt, begreift man die Intention die Moss hierbei hatte. Es gibt auf diesem Album massiv mitreißendes Material. Das groovende „This Is Not Utopia“, den psychedelischen Opener „The Third Arm“, das orientalischen „Existential“, das atmosphärisch bedrohliche „Partners In Crime“. Die dichte an außergewöhnlich starken Songs ist beachtlich groß. Es macht alles richtig. Es gibt absolut keine Füller auf diesem Album. Der rote Faden ist dick wie Stahl. Nicht zu durchtrennen. Für mich eines der besten Alben der Band. Eigentlich müsste das viel mehr Menschen anspringen. So wunderbar ist die Musik!

Hörprobe:
This Is Not Utopia

A Profusion Of Thought:
Als urplötzlich im Raum stand, dass es eine neue Antimatter geben wird, war ich verzückt, wie man nur verzückt sein kann. Als dann das Konzept hinter dem neuen Album bekannt wurde war ich doch gespannt und auch gleichzeitig leicht gebremst. Wie das nun klingen mag? Kurz zum Konzept: Moss hat seine Schublade mit Song(ideen) geöffnet, die nach jedem Album übergeblieben sind, diese weitergesponnen und ein Album daraus geformt. Um die Frage weiter oben zu beantworten. Es klingt wahnsinnig gut! Moss schafft es (wie ist hier die Frage) diese Songs einen Anstrich zu verleihen, dass sie wie eine Einheit klingen. Man erahnt zwar, welche Songs aus welcher Albumphase stammen könnte, aber es klingt nicht wie ein zusammengewürfeltes Album, das aus halbgaren Songs besteht, die es zu recht nicht auf die jeweiligen Alben geschafft haben. Ganz im Gegenteil. Ein Song wie „Paranoid Carbon“ besticht durch, wie ich finde, eines der kräftigsten Gesangsleistungen seiner Karriere. Mein Gott, legt der da einen Druck auf seine Stimme. Kraftvoll und elegant zugleich. „Redshift“ ist ebenfalls so herrlich mit seinem Saxophon und dem versetzten Takt und Rhythmus, dass es der Regler gern auch mal nach Süd-Ost zeigt.

Man kann das Ganze auch positiver betrachten und den Gedanken freien Lauf lassen und sagen, die Songs mussten erst in der Schublade verweilen um reifen zu können. Man sagt ja auch immer, dass im Hinterstübchen viel mehr abgeht als man wahrnimmt. Vielleicht war es Schicksal, dass die Songs erst zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen mussten. Aber jetzt wird es natürlich auch alles zu spekulativ, das gebe ich zu.

Übrigens finde ich das Artwork ziemlich gelungen. Für mich ein Cover, indem man viel reininterpretieren kann. Wenn man sich mal alle Artworks anschaut, erkennt man das ziemlich oft und ziemlich viel mit Körper, Schatten und Silhouetten, Licht, Schatten gearbeitet wurde. Kontrast, Tiefe, Dunkel, Hell. Alles dabei. Hier auf „A Profusion Of Thought“ findet man meiner Meinung nach, all diese Eigenschaften auf einem Artwork. Was ich ziemlich beeindruckend finde und dem Ganzen mir nochmal das Album auch tatsächlich nähergebracht hätte. Mit mehr Vorlaufzeit hätte das Ding auch ganz locker einen Platz in meiner Top 10 gehabt. Ebenfalls positiv hat Mick hier ein Album erschaffen, dass ich zum ersten Mal nicht mit „Leaving Eden“ vergleichen muss. Das Teil deckt wirklich das Beste aus 25 Jahre „Antimatter“ ab und verfeinert alte Trademarks zur Perfektion. Man muss sich das mal vorstellen was uns da verborgen geblieben wäre. Was für Perlen der da Ewigkeiten in seiner Schublade hatte. Auf was für einem Niveau der Mann Songs schreibt. Man mag es nicht glauben. Man möchte sich persönlich bei ihm Bedanken und das werde ich bei der nächstbesten Gelegenheit ihm sagen, sobald es Konzerte in der Nähe geben sollte.

Hörpobe:
Paranoid Carbon

Sleeping Pulse:
Als kleinen Bonus (den ich nicht im Ranking berücksichtigen werde) möchte ich den ein oder anderen noch einmal das Nebenprojekt von Mick Moss erinnern. Das besondere an diesem Projekt ist, dass ich Mick Moss anders wie sonst, sich komplett aus dem Schreibprozess der Musik rausgehalten hat und sich nur auf die Texte konzentriert hat.
Etwas verrückt, wirkt es doch so, als stamme die Musik auch aus seiner Feder. Aber da hat der andere Part des Projektes, nämlich Luis Fazendeiro wirklich großartiges geleistet. Jetzt mag man sich fragen, wenn sich das alles so ähnelt, warum bringt man das Album dann nicht unter dem Namen „Antimatter“ heraus? Das ist eine gute und berechtigte Frage. Aber ich schätze tatsächlich, dass es an die Arbeitsverteilung gelegen hat. Trotzdem klingt das Album an manchen Stellen etwas anders als die Stammband. Man mag nur einmal „Noose“ hören. Das Album besticht nicht nur durch die gespielte Härte. Man hat das Gefühl äußere Einflüsse sind hier großer Bestandteil. Also einen kleinen Unterschied gibt es da schon auszumachen.
Das Teil war damals eine richtige Überbrückung zum nächsten Album und hat mich Monatelang gut begleitet. Mein Gott, das ist auch schon 9 Jahre her. Die Zeit vergeht…

Hörprobe:
Noose

…wie beim Schreiben dieser Zeilen. Es hat mir große Freude bereitet, mich der kompletten Diskographie noch einmal zu widmen und das ganze Schaffen für mich aufzudröseln. Gerade besonders die ersten zwei, drei Alben wieder zu hören, waren mit die interessantesten Stunden. Da mag das Ranking jetzt etwas anderes darstellen. Aber es ist eine Entwicklung herauszulesen, die nur die wenigsten Bands schaffen. Und „Antimatter“ ist eines dieser. Ich hoffe, ihr habt etwas Freude an meinen Gedankengängen und vielleicht kriegt der ein oder andere ja doch noch Lust auf die Band. Auch ohne großes Feedback…


Antimatter Alben Diskographie Ranking:
01. Leaving Eden 10/10
02. Black Market Enlightenment 10/10
03. Planetary Confinement 9,5/10
04. A Profusion Of Thought 9,5/10
05. The Judas Table 8,5/10
06. Fear Of A Unique Identity 8/10
07. Lights Out 7,5/10
08. Saviour 7/10
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Antimatter

Beitragvon Jens Wilkens » Sonntag 29. Januar 2023, 12:51

Einspruch Euer Ehren! Ich bin an deinem Ranking und den sehr ausführlichen Einschätzungen sehr interessiert. Da mit das aktuelle Album sehr gut gefällt und auch einige ältere Stücke schon länger zugesagt haben, lese ich hier interessiert mit. Ich wollte mich ohnehin mal näher mit der Band beschäftigen. Gleiches gilt übrigens für SYMPHONY X. ;-)
Also danke für die Texte!
Jens Wilkens
Musikredaktion
 
Beiträge: 3747
Registriert: Donnerstag 20. Januar 2022, 22:31

VorherigeNächste

Zurück zu Prog / Rock / Hard Rock

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 20 Gäste