Nirvana

Re: Mythos Nirvana

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 28. September 2011, 22:22

Naja Rüdiger, wie gesagt, letztlich natürlich eine Sache der Definition. Hitalben oder Bestseller sind für mich aber ganz was anderes. Gerade heutzutage gibt es ja mehr als genug Alben, die sich wie geschnitten Brot verkaufen, obwohl sie musikalisch alles andere als bedeutend sind. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Und nein, ein Album muss nicht kommerziell erfolgreich sein um ein Meilenstein zu werden, ich würd eher sagen, dass diese Alben erfolgreich sind, WEIL sie Meilensteine sind. Das ist dann eben Musik, die richtig gut ist UND den Geschmack einer breiten Masse trifft. Solche Musik ist dann natürlich auch in allen Medien präsent und wird auch unter Freunden / Bekannten weiterempfohlen und dadurch stellt sich dann ein gewisser Bekanntheitsgrad und kommerzieller Erfolg ein. Aber ganz ehrlich: Ich höre jetzt seit zig Jahren Metal und mir hat bisher noch niemand gesagt, dass ich irgendein Album von Saint Vitus unbedingt hören müsste. Weder persönlich noch in den Foren in denen ich verkehre.
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 28. September 2011, 22:37

Hah, und mir hat noch keiner gesagt, dass ich von Nirvana irgendwas unbedingt hören müsste. Hängt halt vom Umgang ab, den man pflegt. ;-)

Nein, wir sind uns hier gar nicht uneinig. Weder, was die Bewertung von "Nevermind" angeht, noch was den Status der Band angeht. Natürlich weiß ich, dass mehr Leute "Nevermind" kennen als "Born Too Late" und es somit in absoluten Werten natürlich auch viel öfters empfohlen wird.

Der einzige Punkt, indem wir uneinig sind, ist die Definition des "Meilensteins der Musikgeschichte". Du setzt eine gewisse Massenwirkung voraus, um diesen Titel zu vergeben, während ich den "Meilenstein" auch einer absolut unbekannten Undergroundband attestieren würde, wenn sie sich durch ein Album einen wichtigen Platz in der Musikgeschichte (sprich der historischen Entwicklung der musikalischen Ausdrucksformen) gesichert hat.

Kann man natürlich so oder so sehen. Wahrscheinlich hat mich nur das Argument gestört, dass Jesus' Bevorzugung für SAINT VITUS mit dem auf Popularitätserwägungen beruhenden Argument gekontert wurde, dass die aber keine Meilensteine erschaffen hätten. Ich mag es halt nicht, wenn Popularität überhaupt als Argument in einer Diskussion über musikalische Fragen herhalten muss.

Sei's drum. Ich hab nichts gegen Nirvana. Im Gegenteil.

Aber Sankt Veit rockt mehr...

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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 28. September 2011, 22:46

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Hah, und mir hat noch keiner gesagt, dass ich von Nirvana irgendwas unbedingt hören müsste. Hängt halt vom Umgang ab, den man pflegt. ;-)

:grins:

Nein, wir sind uns hier gar nicht uneinig. Weder, was die Bewertung von "Nevermind" angeht, noch was den Status der Band angeht. Natürlich weiß ich, dass mehr Leute "Nevermind" kennen als "Born Too Late" und es somit in absoluten Werten natürlich auch viel öfters empfohlen wird.

Der einzige Punkt, indem wir uneinig sind, ist die Definition des "Meilensteins der Musikgeschichte". Du setzt eine gewisse Massenwirkung voraus, um diesen Titel zu vergeben, während ich den "Meilenstein" auch einer absolut unbekannten Undergroundband attestieren würde, wenn sie sich durch ein Album einen wichtigen Platz in der Musikgeschichte (sprich der historischen Entwicklung der musikalischen Ausdrucksformen) gesichert hat.

Mann muss sich auch nicht immer und überall einig sein. Wär ja auch irgendwie langweilig ;-)

:bier: :bier:
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 28. September 2011, 23:10

Wahnwitzige Diskussion... :grins:


"Nevermind" ist ein Meilenstein. So wie Sgt. Peppers, Back In Black, Thriller oder Hotel California.
Das sagt aber nix über die Qualität der Alben aus. Der Einfluss ist allerdings riesig - bei allen Scheiben auch heute noch.


Mir gehen Nirvana oft total auf die Nerven, weil ich sie für total überbewertet halte (v.a. waren Soundgarden und Pearl Jam irgendwie besser :D ). Aber den größeren Einfluss heute haben sicher Nirvana - allein, wie viele Kids die heute noch für Grunge, Punk oder Rock im Allgemeinen begeistern kann nicht geleugnet werden.

Im Metal ist das doch genauso - Dimmu Borgir oder Children Of Bodom sind in unserer "Szene" oft heftig umstritten, aber viele Metal-Fans würden ohne die großen Vorreiter keinen Ton Metal hören.
Deshalb sind Metallica und AC/DC auch heute noch wichtiger als nahezu jede andere Band, denn ohne die Combos würden die meisten doch nie auf Metal aufmerksam werden.

So in dem Rahmen sehe ich Nirvana.
Mythos? Nich wirklich... durchschnittliche Combo, die eine Reihe klasse Songs zwischen ebenso viele Lückenfüller gepresst hat. Aber die Bedeutung einer Combo ist durch meinen Geschmack doch in keinster Weise geschmälert.
Ich finde das Metallica-Debüt viel besser als das Schwarze Album - und trotzdem ist das Schwarze viel wichtiger.
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Jesus » Donnerstag 29. September 2011, 13:01

enemy-of-reality hat geschrieben:Naja, der Vergleich mit Saint Vitus hinkt in diesem Kontext auch irgendwie. Geh mal auf die Strasse und frag 100 Leute ob sie eine Scheibe von Nirvana und Saint Vitus kennen. Was denkt ihr, wie diese Umfrage ausgeht?


Und noch viel mehr Leute kennen Modern Talking und Lady Gaga...

Übrigens gibt es bereits einen Nirvana-Thread, vielleicht können die Mods mal das Klebeband oder Nadel und Faden auspacken: viewtopic.php?f=34&t=427
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Oliver Passgang » Donnerstag 29. September 2011, 13:29

Jesus hat geschrieben:Übrigens gibt es bereits einen Nirvana-Thread, vielleicht können die Mods mal das Klebeband oder Nadel und Faden auspacken: viewtopic.php?f=34&t=427


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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon enemy-of-reality » Donnerstag 29. September 2011, 16:01

Jesus hat geschrieben:
enemy-of-reality hat geschrieben:Naja, der Vergleich mit Saint Vitus hinkt in diesem Kontext auch irgendwie. Geh mal auf die Strasse und frag 100 Leute ob sie eine Scheibe von Nirvana und Saint Vitus kennen. Was denkt ihr, wie diese Umfrage ausgeht?


Und noch viel mehr Leute kennen Modern Talking und Lady Gaga...

Ähem, ja klar, aber behauptet irgendjemand, dass die Meilensteine der Musikgeschichte erschaffen haben?
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Dekalog der Elemente » Donnerstag 29. September 2011, 18:57

enemy-of-reality hat geschrieben:
Jesus hat geschrieben:Und noch viel mehr Leute kennen Modern Talking und Lady Gaga...

Ähem, ja klar, aber behauptet irgendjemand, dass die Meilensteine der Musikgeschichte erschaffen haben?


Zumindest von Modern Talking wurde sowas schon behauptet und heut zu Tage wird ja eh inflationär mit superlativen Umgegangen. Da kommt am laufenden Band das sensationelle "neue" Album der Band XY (wo mir bei der Hälfte noch nicht mal die Existenz der Band bekannt war) etc.

Btw, Nirvana sind ein bischen wie das I-Phone oder umgekehrt, nicht wirklich neu, nicht wahnsinnig Innovativ, aber trotzdem findets fast jeder toll....
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Re: Mythos Nirvana

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 29. September 2011, 19:33

enemy-of-reality hat geschrieben:
Jesus hat geschrieben:
enemy-of-reality hat geschrieben:Naja, der Vergleich mit Saint Vitus hinkt in diesem Kontext auch irgendwie. Geh mal auf die Strasse und frag 100 Leute ob sie eine Scheibe von Nirvana und Saint Vitus kennen. Was denkt ihr, wie diese Umfrage ausgeht?


Und noch viel mehr Leute kennen Modern Talking und Lady Gaga...

Ähem, ja klar, aber behauptet irgendjemand, dass die Meilensteine der Musikgeschichte erschaffen haben?


Das ist ja gerade der Punkt: Die Frage ob von 100 Leuten 30 Hansi Hinterseer, 20 Modern Talking, 5 Nirvana und nur ein Halber Darkthrone kennen, hat keine Relevanz dahin gehend, ob es sich bei deren Werken um Meilensteine der Musikgeschichte handelt. Das bemisst sich für mich allein an der Frage, welche Einflusswirkung eine Band auf Nachfolger hat und in wie weit sie der Entwicklung der Musik insgesamt neue Impulse gibt. Und da sehe ich bei Darkthrone und/oder Saint Vitus einfach kein Defizit gegenüber Nirvana. Jedenfalls kein offensichtliches. Da müsste man dann mal zweifelsfrei beeinflusste Bands, Credits in Genrealben und Coverversionen zählen. Dass ich natürlich mehr von Darkthrone beeinflusste Bands kenne als von Nirvana beeinflusste, das ist eh klar, aber logischerweis irrelevant. Aber ich könnte mir wirklich vorstellen, dass es tatsächlich so ist. Die Zahl der BM-Bands der zweiten und weiteren Wellen ist schon erschütternd gigantisch. Bei Hansi Hinterseer kann ich die Einflusswirkung nicht so richtig beurteilen, weil ich die Entwicklung der volkstümlichen Schlagermusik nicht ganz so intensiv verfolge wie die der Rock- bzw. Metalmusik.
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Re: Nirvana

Beitragvon enemy-of-reality » Donnerstag 29. September 2011, 19:48

OK Rüdiger, wie gesagt, du verstehst den Begriff einfach anders als ich, ist ja kein Problem.

Aber zu Modern Talking muss ich jetzt doch noch was schreiben. Das gehört doch jetzt hier überhaupt nicht rein. Modern Talking passen IMO überhaupt nicht zum Thema und haben weder nach meiner noch nach Rüdigers Definition etwas mit musikalischen Meilensteinen am Hut. Und irgendwelche Einzelpersonen, die etwas anders sehen, wird es natürlich immer geben aber das hat hierfür doch keine Relevanz.
Was kommt als nächstes? Dr. Alban?
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