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Europe
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Re: EuropeJupp. G.B. Graham Bonnet. Verdammte Initialen...
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: EuropeIch lese hier auch fleißig mit - tolle Höreindrücke, Rüdiger! Viel mehr habe ich zur Diskussion aber leider noch nicht beizusteuern...
![]() Oh you ironic pop-rock fucks
DON'T YOU FUCK WITH METAL!!!
Re: Europe
Initialen, jaja ... https://www.youtube.com/watch?v=H7PeCbbBSWw Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Europe
Ach das hat er vor Rainbow gemacht... Cool! Jetzt weiß ich, warum damals viele schimpften, dass man Dio durch einen Schlagersänger ersetzt hätte. ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: EuropeSo, dann kommen wir zum fünften und letzten Akt der klassischen Europe-Ära vor der Auszeit:
![]() Das zweite Album mit Kee Marcello an der Gitarre scheint mir ein Stück weit auf die Kritik einiger früher Fans zu reagieren, die den Keyboard- und Bombast-Overkill der letzten beiden Scheiben nicht ganz so zu schätzen wussten. Vielleicht merkte die Band auch, dass sie Gefahr lief, in eine Sackgasse zu geraten, wenn sie den Kurs von "The Final Countdown" und "Out Of This World" noch einen Schritt weiter gegangen wäre. Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall klingt "Prisoners In Paradise" ein gutes Stück erdiger, rockiger, bodenständiger als die beiden Vorgänger. Die Band treibt den Pomp nicht mehr auf die Spitze, hat es aber trotzdem nicht verlernt, geschmeidige Hits zu schreiben. Schon der rockige Opener 'All Or Nothing' setzt gut gelaunte Akzente und erinnert mich ein bisschen an eine Mischung aus Foreigner und Joan Jett. Auch wenn mich der "Nanananana"-Part etwas stört, legt die Platte absolut gelungen los. Mit 'Half Way To Heaven' folgt dann auf dem Fuße ein weiterer hochmelodischer Megahit in einer langen Kette funkelnder Perlen der Diskographie der Schweden und geht so dermaßen ins Ohr, dass es echt eine Freude ist. 'I'll Cry For You' geht als starke keyboardlastige Halbballade durch, die aber eben nicht so kitschig ist wie die Äquivaltente von den beiden Vorgängern, gegen Ende aber ein bisschen dahin plätschert. Bei 'Little Bit Of Lovin'' kombiniert die Band ein bluesrockiges Grundgerüst und einen spürbaren Led-Zep-Groove in den Riffs mit einem 80er-Wohoho-Chorus aus dem Bilderbuch. Nicht unbedingt das Highlight der Scheibe, aber sehr unterhaltsam, von Joey toll gesungen und mit herrlich groovender Rhythmusgruppe. Den schlichten aber effektiven Breitband-Stadionrocker gibt dann 'Talk To Me', das mit einer starken Coda zu gefallen weiß, bevor sich die Band an einen Doppelschlag heran pirscht, der sich gewaschen hat: 'Seventh Sign' hat eine spacige Note, kommt relativ heavy aus den Boxen, Joey Tempest singt recht aggressiv und speziell durch den Orgeleinsatz sind wir hier wieder bei den spürbaren Uriah-Heep-Einflüssen angelangt, die ich bei Europe immer als besonders gelungen eingewoben empfinde, und auch einen Schuss Südstaaten-Rock meine ich zu vernehmen. Das folgende Titelstück ist dann der ultimative Überflieger der Scheibe, der mit seinem Soundscape-Intro wieder ein gewisses Konzeptfeeling versprüht und dann auch mit einer hymnischen Leadgitarrenpassagen und epischen Orgelklängen nach "Pomp & Circumstance"-Art eingeleitet wird, bevor eine isolierte Sologitarre übernimmt, die dann vom Piano und erzählendem Gesang abgelöst wird. Ja, wenn ihr das so lest, liebe Savatage-Fans, hier seid ihr nicht verkehrt, denn so etwas hätten uns auch Jon Oliva und Paul O'Neill zu "Streets"-Zeiten maßschneidern können, das ja im selben Jahr erschien, oder Meat Loaf an einem richtig guten Tag. Dazu fantastischer Gesang und wirklich gigantische Refrain-Hooklines... einen besseren Song kann man eigentlich kaum schreiben! Und da sind wir erst knapp über der Hälfte der Scheibe, Leute! Wer jetzt meint, dass das Pulver verschossen sei, der täuscht sich indes. Grooviger Rock irgendwo zwischen U.F.O. und Waysted sorgt bei "Bad Blood" nach den beiden epischeren Vorläufern für etwas Abwechslung, bevor die gefühlvolle Ballade 'Homeland' wieder heepig orgelt. Ich hoffe es verprügelt mich keiner, wenn ich beim chilligen Intro immer ein wenig an Bob Marley denken muss. Aber keine Sorge, das verwächst sich recht schnell und der Song avanciert schnell zum weiteren Glanzlicht des Albums. 'Mind In The Gutter' klingt sehr amerikanisch, nach Blues Rock, nach Bluegrass, nach einem Hauch Country und nach Slide Guitar, bevor 'Til My Heart Beats Down Your Door' nochmal die 80er-Space-Synths wabern lässt, sich aber dennoch recht heavy und unkitschig präsentiert. Den Schlussakkord liefert dann noch das großartige und mystische 'Girl From Lebanon' mit seinen geheimnisvollen Synths, seinen feinen Leadgitarren, einem Hauch von Rainbow und erneut einer gigantischen Gesangsperformance Ja, was bleibt als Fazit zu "Prisoners In Paradise"? Nun, für mich ist es wohl die Scheibe, die Europe bis dahin am gereiftesten, am unaufgeregsten, und am natürlichsten präsentiert. Es hat nicht die Macht und Strahlkraft eines "Wings of Tomorrow" und es hat nicht das kommerzielle Erfolgskonzept eines "The Final Countdown", doch es ist rund, es ist stimmig, es ist ein absolutes Wohlfühlalbum. Die Band weiß, dass sie es geschafft hat, sie versucht nicht mehr, neue Pomp-Rekorde zu brechen und auf Teufel-komm-raus wieder die Charts zu stürmen. Das gelingt zwar noch in einem überschaubareren Rahmen, doch das Album klingt eben nicht so, als wäre es darauf ausgelegt. Es ist ein Album, das mir das Gefühl einer in sich ruhenden Band gibt, die weiß, was sie tut, und die weiß, was sie will; die dabei aber trotzdem absolut abwechslungsreich, kompositorisch zwingend und originell vorgeht. Dass danach erst einmal knapp 10 Jahre lang ziemliche Funkstille im Europe-Camp sein sollte und die Band eine längere Pause einlegen würde, das war aus Sicht der Band offenbar absehbar, doch man merkt es "Prisoners..." meiner Meinung nach nicht an. Verständlich ist es, wenn man sich klar macht auf welchen hohen Touren die damals doch noch sehr jungen Musiker zehn Jahre lang fuhren. Schön ist es, dass die Band sich entschied, die Pause einzulegen, bevor die Alben Abnutzungserscheinungen zeigten. Daher jetzt auch bei meiner Europe-Entdeckungsreise eine kleine Pause. Jetzt muss ich mir die Post-Reunion-Sammlung noch komplettieren und dann geht's vielleicht mit dem Spätwerk weiter. Ranking Europe 1983-1991: Noten vergebe ich an dieser Stelle keine, aber ein vorläufiges Ranking der Jahre 1983-1991 will ich trotzdem mal abgeben: 1. Wings of Tomorrow 2. Prisoners in Paradise 3. Europe 4. The Final Countdown 5. Out of This World alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: EuropeHabe mir jetzt auch noch "Wings Of Tomorrow" geholt und bin damit bei den alten Scheiben komplett - diese Rückschau von Rüdiger hat mich zum Kauf ermutigt!
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