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von Dr. Best » Sonntag 10. Februar 2013, 20:39
Erstmal: Chimp Spanner sind doch voll knorke, die müssten dem Herrn Becker doch primastens reinlaufen hätte ich gedacht? Und Periphery haben mich spätestens auf der Tour mit BTBAM vollkommen überzeugt - in meinen Augen deutlich geiler als der Headliner. Man hatten die Hummeln im Arsch und haben Spass gemacht. Generell sehe ich das zumindest gesanglich aber ähnlich wie Sally: das ist mir oft zu gröhlig-eindimensional. Wegen Djentival: kenne ich (komm ja eigentlich aus KA..) und wollte letztes Jahr hin, ging dann aber irgendwie leider nicht. Mal sehn, ob es dieses Jahr klappt 
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Dr. Best
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von salisbury » Sonntag 10. Februar 2013, 21:06
Chimp Spanner haben mir von Jakobs Beispielen auch am besten gefallen. Anzumerken ist, dass Bands dieser Art der Musik nach einem Song kaum zu beurteilen sind. Aber es ging ja um einen generellen Überblick und einen ersten Eindruck  .
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von Oliver Passgang » Sonntag 10. Februar 2013, 21:47
Ich muss hier mal wirklich eine Lanze für den Djent brechen. Worte können mittlerweile kaum mehr ausdrücken, wie dankbar ich Jakob bin, dass er mich als Genrefremder mehr oder minder in das Euroblast-Festival hineingeschubbst hat. Rückblickend betrachtet war das das beste Wochenende des ganzen Jahres - und das lag neben dem tollen Drumherum (das ich an dieser Stelle nicht vertiefen will) natürlich vor allem an den wahnsinnig genialen Bands. Ich kannte vom LineUp nahezu nichts, weshalb meine Erwartungshaltung eher so "Joa... mal schauen, was das hier so gibt..." war. Und dann stehen da ab 14 Uhr Truppen auf der Bühne, deren Namen ich noch nie gehört habe, und blasen mich eine nach der anderen vollkommen um. CHIMP SPANNER, THE ALGORITHM, TESSERACT, MONUMENTS, AFTER THE BURIAL... Ich mache mir schon wieder ins Hemd, wenn ich nur daran denke! Doch was zeichnet diese Musik gegenüber anderen Spielarten (des Prog/Metals) aus? Djent ist ein mondernes Genre, und es versteht sich auch als genau solches. Soll heißen: Hier passt eine "sterile" Produktion einfach wunderbar zum futuristischen Klanggebilde. Die rhythmischen Patterns kann man nerdig und stressig finden, man kann sich allerdings auch genau so gut hineingrooven und dazu abgehen wie zu jedem anderen Takt auch. Diese beiden Hauptpfeiler des Djent (stimmt das, Jakob?) werden dann wahlweise von ausufernden Gesangslinien (TESSERACT), schönen Melodien (CHIMP SPANNER, ANIMALS AS LEADERS), ordentlichem Geshoute (VILDJHARTA, MONUMENTS) oder allem zusammen (PERIPHERY) erweitert und allermeist zu richtig tollen Songs zusammengeführt, die alle diesen ganz eigenen Geist der Musik atmen. Vermutlich liegt das auch daran, dass das Genre noch so jung ist; da wird sich mit der Zeit bestimmt noch einiges tun. Und gerade auf kommende Großtaten eines etwas reiferen Djent-Genres freue ich mich schon riesig. Wann ist endlich wieder Oktober? Morgen? Nein? Schade. Das bringt mich gerade noch zu einer anderen Frage: Hast du schon mal bei Basick Records bestellt, Jakob? Wenn ja: Zufrieden?
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von Loenz » Sonntag 10. Februar 2013, 22:10
salisbury hat geschrieben:Okay, kurzes Feedback CIRCLES klingt echt sehr gut und für Djent-Verhältnisse sehr harmonisch. Könnt ich mich mit anfreunden DISPERSE find ich etwas holprig und der Gesang ist - wenngleich ähnlich - auf den ersten Eindruck weniger gut als bei CIRCLES. ALAYA mag ich wieder etwas mehr aber ich erkenne so langsam mein grundsätzliches "Problem" mit diesem Stil (mehr dazu unten). CHIMP SPANNER ist bislang das Highlight. Klar, es ist instrumental, die Melodie wird nicht von einem unterkühlten Alternative-Rock-Sänger sondern von einer coolen Sologitarre getragen. Rhythmisch bislang das komlexeste aber auch homogenste. Erinnert fast etwas an die ANIMALS  . TESSERACT wiederum hat echt fein ausgearbeitet Vokalarrangements, findsch au gut. MODERN DAY BABYLON, haha, das ist jetzt wohl True-Djent. Rhythmusgeknobel ohne Ende. Dann kommt doch noch eine voluminöse Leadgitarre. Allesamt gute Songs. Was mich an dieser Art von Prog stört, ist die sehr stakte Rhythmusfokussierung. Das limitiert die Rhythmnusgitarren ein wenig und zwar auf dieses typische "djent, djent, djent", die Harmonien oder sagen wir eher - Riffing - bleiben dabei auf der Strecke. Dazu ist mir der Sound generell etwas zu "geleckt". Halt voll auf Technik getrimmt. Ich persönlich stehe ja auch sehr auf möglichst komplexen Prog, aber die Komplexität suche ich eher in abgedrehten Sounds, kranken Harmoniewechseln, "seltsamen" Soundaufbauten. Bei Deinen Songbeispielen habe ich immer den Eindruck, die Musiker musizieren nach einer Formel, klar, einer sehr komplexen, aber für mich als bislang Djent-untrainierten Hörer entsteht der Eindruck, dass diese Rhythmusverschiebungungen und Betonungen immer irgendwie ähnlich sind. Was die Beiträge mit Gesang angeht: Alle Sänger waren gut, aber keiner irgendwie besonders, alle aus der Ecke- der Rabe würde sagen "faustfreies Alternativ-Genöle". Was für mich ja fast immer ein Qualitätsmerkmal ist. Trotz meiner Kritik: Ich bleib dran am Djent. Vielleicht mal durch ein Livekonzert überzeugen lassen. ANIMALS AS LEADERS bleiben durch die Songauswahlt aber unangetastet. Es gibt eben nur EINEN Tosin Abasi 
Hör dir besser nie die Spätwerke von King Crimson an. Da hat Fripp zugegben die Takte vorher mit dem Taschenrechner ausgerechnet zu haben, damit es noch irgendwie harmonisch und passend klingt. 
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von Jakob » Montag 11. Februar 2013, 01:48
Cooles Feedback, Sally  ! Ja, Djent lebt durch komplexe Rhythmik. Ist für einen Schlagzeuger halt ein echter Ohrenschmaus  . Einerseits hast du aber auch oftmals die verträumten Klanglandschaften, die ein schöner Gegenpol zur starken Rhythmusbetonung sind. Wenn du bisher noch keine Live-Erfahrung im Djent sammeln konntest, solltest du das auf jeden Fall nachholen, ist meistens ein sehr intensives Erlebnis  . Das die Songs sich alle auf eine gewisse Art "ähnlich" anhören, kann ich nachvollziehen, dennoch finde ich, dass sich alle Djent-Bands voneinander unterscheiden und das Genre (für einige ist es übrigens gar kein Genre, sondern "nur" eine Gitarrentechnik) eine krasse Pallette an verschiedenen Ausprägungen aufweist. Ich habe noch zwei Beispiele vergessen (wie konnte ich nur): HACKTIVIST - 'Hacktivist' (very special): http://www.youtube.com/watch?v=x7NYeP-t15oALGORITHM - 'Trojans' (very very special): http://www.youtube.com/watch?v=zwG97ah0mEU
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von Oliver Passgang » Montag 11. Februar 2013, 01:52
Magst du auch noch auf meinen Post eingehen, Jakob? 
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von Jakob » Montag 11. Februar 2013, 02:10
Huppsa, den hatte ich doch glatt übersehen, tsts. Oliver schrieb: Ich muss hier mal wirklich eine Lanze für den Djent brechen.
Nice  ! Oliver schrieb: Worte können mittlerweile kaum mehr ausdrücken, wie dankbar ich Jakob bin, dass er mich als Genrefremder mehr oder minder in das Euroblast-Festival hineingeschubbst hat.
Sehr gerne  . Oliver schrieb: Rückblickend betrachtet war das das beste Wochenende des ganzen Jahres
Jup, das sehe ich genau so  ! Oliver schrieb: Und dann stehen da ab 14 Uhr Truppen auf der Bühne, deren Namen ich noch nie gehört habe, und blasen mich eine nach der anderen vollkommen um. CHIMP SPANNER, THE ALGORITHM, TESSERACT, MONUMENTS, AFTER THE BURIAL... Ich mache mir schon wieder ins Hemd, wenn ich nur daran denke!
Das ging mir ähnlich, ich kannte zwar einige, aber längst nicht den Großteil der Bands, die dort spielten. Und ja, ich mach mich auch noch nass, wenn ich daran denke  . Oliver schrieb: Doch was zeichnet diese Musik gegenüber anderen Spielarten (des Prog/Metals) aus? Djent ist ein mondernes Genre, und es versteht sich auch als genau solches. Soll heißen: Hier passt eine "sterile" Produktion einfach wunderbar zum futuristischen Klanggebilde. Die rhythmischen Patterns kann man nerdig und stressig finden, man kann sich allerdings auch genau so gut hineingrooven und dazu abgehen wie zu jedem anderen Takt auch. Diese beiden Hauptpfeiler des Djent (stimmt das, Jakob?) werden dann wahlweise von ausufernden Gesangslinien (TESSERACT), schönen Melodien (CHIMP SPANNER, ANIMALS AS LEADERS), ordentlichem Geshoute (VILDJHARTA, MONUMENTS) oder allem zusammen (PERIPHERY) erweitert und allermeist zu richtig tollen Songs zusammengeführt, die alle diesen ganz eigenen Geist der Musik atmen.
Ja, das triffst du ganz gut, habe ich im Post zuvor ähnlich beschrieben. Apropos CHIMP SPANNER und ANIMALS AS LEADERS: Das interessante am Djent ist auch, dass es noch relativ viele instrumentale Bands gibt, die hervorragend ohne Gesang funktionieren - einige Wünschen sich ja seit langem sogar PERIPHERY in instrumental, das kann ich aber nicht ganz nachvollziehen (Spencer ist m.E. ein fantastischer Sänger). Oliver schrieb: Vermutlich liegt das auch daran, dass das Genre noch so jung ist; da wird sich mit der Zeit bestimmt noch einiges tun. Und gerade auf kommende Großtaten eines etwas reiferen Djent-Genres freue ich mich schon riesig.
Dito! Das Genre ist wirklich sehr lebendig, vielleicht eines der spannendsten Entwicklungen momentan im Metal! Oliver schrieb: Wann ist endlich wieder Oktober? Morgen? Nein? Schade.
Das ist echt noch sooo lange hin  ... Oliver schrieb: Das bringt mich gerade noch zu einer anderen Frage: Hast du schon mal bei Basick Records bestellt, Jakob? Wenn ja: Zufrieden?
Nein, bestellt habe ich direkt bei Basick noch nix (habe mich beim Euroblast ordentlich mit CDs zugedeckt^^). Ich habe aber relativ regelmäßigen Mailkontakt und das sind echt sehr nette Leute, die total hinter dem stehen, was sie tun. Da kannst du auf jeden Fall ohne Bedenken bestellen.
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von Oliver Passgang » Montag 11. Februar 2013, 14:16
Es soll bloß mal niemand an PERIPHERY herumschrauben! Die sollen einfach so weitermachen. Und cool, dann werde ich bald mal bei Basick Records bestellen; gerade THE ALGORITHM muss ich einfach haben. 
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von Oliver Passgang » Montag 25. Februar 2013, 02:27
Wo wir hier gerade schon so schön beim Thema Djent sind: Freitag war ich bei ersten richtig geilen Djent-Tour des Jahres. THE HAARP MACHINE konnten mich auf Anhieb überzeugen. Ein richtig starker Mix aus... allem. Den ganzen Gig lang bekam ich diesen Gedanken nicht aus dem Kopf: "And suddenly it was Euroblast all over again...".  Band, Sound und Publikum - es passte einfach. MONUMENTS waren dann mal wieder dermaßen fett, dass ich mich direkt am Merchstand mit Shirt und CD eingedeckt hätte, wenn sie nicht schon daheim wären. Was eine arschgeile und supersympathische Truppe. "Ob AFTER THE BURIAL noch einmal den gleichen im Abriss wie im Oktober hinlegen können?" - Ich war skeptisch. Zu Unrecht. Dieser digitale Sound der Band ist hart an der Grenze dessen, was noch hörbar ist, aber es ist in Verbindung mit der Musik einfach stimmig. Auf Platte finde ich die Band nach wie vor "nur" gut, aber live ist das einfach eine unfassbare Macht. Und brutal. So furchtbar brutal... Meine Herren! Klasse. Klingt nach einem perfekten Abend, was? Nicht ganz. Der mir bis dahin unbekannte Headliner hat den Abend ein wenig kaputtgemacht. Das war ja mal so gar nichts. Der Sound war genau so arg wie bei der Gruppe zuvor, aber BORN OF OSIRIS ballerten technisch einwandfrei und doch so langweilig durch den Club, dass mein (angetrunkener) Kumpel ohne Witz im Stehen eingeschlafen ist. Ich konnte mich auch nur ein einziges Mal zu Applaus durchringen, weil ich einfach zu verwirrt ob dieser Performance war. Die Band hat mir überhaupt nichts gegeben und ich verstehe selber nicht, warum das so ist. Schade, dass der Abend so endete, denn die ersten drei Bands waren nahezu perfekt...
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von Jakob » Montag 25. Februar 2013, 13:26
Ich bin ja schon derbe gespannt auf die Tour, wenn sie nach Berlin kommt  ! Auf THE HAARP MACHINE bin ich sehr gespannt, die wurde ja ne komplett neue Band (bis auf den Gitarristen) innerhalb von 3 Wochen auf die Beine gestellt. Schön zu Hören, dass das geklappt hat! "Disclosure" ist ein Megageiles Album  ! MONUMENTS sind einfach heftig. Freue mich schon drauf vom Groove auseinandergenommen zu werden! AFTER THE BURIAL und digitaler Sound? Wie meinste das? Der Schlagzeuger triggert, keine Frage. Ist es das  ? Aber ja, auf Album kann ich mir die bisher auch nur schwer geben, bin darum umso gespannter aufs neue Werk! BORN OF OSIRIS habe ich bisher noch nicht live gesehen, finde aber "The Discovery" ziemlich gelungen.
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