Bekanntlich nicht wirklich meine übliche Baustelle, aber hab mir ja kürzlich auch die Leaving Eden besorgt. Dann halt ein paar Worte dazu:
Wie ich schon im Einkaufsthread geschrieben hab, war das eine der ersten Bands auf die ich vor vielen Jahren am Beginn meiner Forumskarriere aufmerksam gemacht wurde aufgrund regelmäßiger Huldigungen und weil ich neben einem Faible für knüttelharten Death Metal auch eine Vorliebe für traurige Musik habe. Das Problem damals war halt, dass ich nicht nur am Beginn meiner Forumskarriere sondern auch meiner Metaller-Karriere stand. Also musste ich meine NuMetal-dominierte Musikwelt Schritt für Schritt erweitern, da war dann halt neben einigen Klassikern (die ich bis heute nicht abgeschlossen habe) vor allem der Extrembereich dran. Wie man vielleicht angesichts meiner relativ kleinen Sammlung gar nicht vermuten würde, sehe ich meine Sammlung mittlerweile aber sehr gut aufgestellt, indem der Großteil meiner musikalischen Vorlieben abgedeckt ist, viele Klassiker darin sind und dann bleibt halt immer öfter auch Zeit für Musik außerhalb des üblichen Spektrums. Und so habe ich also nicht nur mit The God Machine eine jahrealte Wichtelempfehlung von Kubi aufgeholt, sondern mich immer öfter nach Antimatter umgesehen.
Hatte sie schon einmal am Einkaufszettel, musste sie dann aber geldbedingt noch streichen. Dann wär sie fast vergessen worden, hat sich aber doch schnell wieder ins Gedächtnis gerufen. Also hab ich mir immer wieder Sachen auf YouTube angehört und wusste schnell, dass es bei der nächsten Bestellung soweit sein musste. Die Vorfreude war dann schon relativ groß und die Erwartungen angesichts ca 7 Jahren bewusster und unbewusster Wartezeit auch nicht so gering. Sämtliche Erwartungen wurden aber mit Leichtigkeit übertroffen.
Das Album ist einfach nur grandios. Obwohl die musikalische Bandbreite relativ beschränkt ist kommt nie Langeweile auf und auch die Songs sind klar unterscheidbar. (Ich vergleich das jetzt einfach einmal ganz unorthodox mit Cannibal Corpse, das hat vermutlich noch nie jemand getan, aber ich find den Vergleich trotzdem passend

)
Die Stimmung ist von den ersten leisen Gitarrentönen von Redemption an vorgegeben und lässt einen nicht mehr los. Beklemmend, fast schon erdrückend und sehr intensiv. Der Gesang passt unheimlich gut zur Musik und mit jedem Durchlauf stehe ich mehr auf seine warme, sanfte, tiefe Stimme. Sehr nachdenklich, so als ob er nur für sich selber in einem leeren Raum spielen würde.
Schlagzeug und E-Gitarre kommen manchmal zur Unterstützung zum Einsatz und machen genau das sehr gekonnt. Unterstützen um die Wirkung von den Hauptakteuren Akustikgitarre und Stimme noch zu verstärken.
Wenn mich allerdings jemand nach der Musik der Band fragen würde und ich sie beschreiben müsste würd ich mir wahrscheinlich sehr viel schwerer tun als das bei einer der hier so unbeliebten Death und Tech Death Bands der Fall wäre. Ich könnte die Stimmung, die Atmosphäre, das Gefühl beschreiben, weil die Musik eben genau das ist. Stimmungsmusik. Stimmungsabhängige und vor allem stimmungsbeeinflussende Musik. Bei aller erstickenden Traurigkeit fühlt man sich danach dennoch gereinigt und besser. Dazu muss man diese Dreiviertelstunde seelisches Regenwetter aber erst einmal unbeschadet überstehen und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das für unvorbereitete Hörer nicht so einfach ist.
Diesen und allen anderen seien allerdings die Vorbereitungssongs vom Eingangspost ans Herz gelegt und das Album wärmstens empfohlen. Wahnsinnsmusik!