Coldplay

Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 9. Januar 2021, 03:32

Eike hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:COLDPLAY - "Everyday Life"

Bild



Die letzte (für mich) gute Scheibe war die mit viel gescholtene "Ghost Stories". Über die ersten 3 geht aber nix. Ob ich die aktuelle brauche? Müsste ich reinhören mal.
Die ist super abwechslungsreich. Habe sie erst einmal gehört, aber soviel kann ich sagen. Ich kannte nur die ersten beiden Alben ein wenig, das ist mein erstes jetzt von ihnen. Gab es bei Aldi für unter acht Euro, die Aufmachung ist echt wertig, das Cover interessant, und zu dem Preis hat sich das schon gelohnt. Der Titelsong ist recht bandklassisch, eingängig, richtig gut. Wäre so der offensichtliche Anspieltipp. Habe sonst durchgehört, ohne auf Titel zu achten. Abwechslungsreich ist das Wort, das sich aufdrängt. Insgesamt recht poppig, aber viele Einflüsse drin, teils progressiv-poppig.


Ich hatte die auch beim Müller gesehen. Sogar auch recht billig. Ich wusste nicht, dass da überhaupt was kommen sollte. Ich hab mich einfach kaum mehr interessiert, nachdem Album davor.

Aber ich werde heute mal reinhören.

Edit: Bei amazon für 5,80 € gelistet. Werde ich wohl mitnehmen.


Ich habe es jetzt ein zweites Mal gehört, und der Eindruck geht von interessant und nicht ganz erwartbar mehr gen gelungen und könnte/scheint mir ein "grower" zu sein.

Pillamyd hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:Entgegen meiner zuletzt beschränkten Motivation beim Musikentdecken habe ich mir diverse reviews und ein interview, größtenteils englischsprachig, durchgelesen, dabei erste Eindrücke bezüglich der Band Diskografie mitgenommen, zwei seltener wahrgenommene englische Worte aufgefrischt, ein weiteres mir komplett neues kennengelernt und darüberhinaus festgestellt, dass auch Kritiker und gar Verächter der Band diesem Album einen gewissen Respekt zollen. Schön!


Sowas kann dazu führen, wieder richtig Lust auf das Entdecken zu bekommen. Mir ging es ja ähnlich im letzten Jahr :)

Eike hat geschrieben:Im Übrigen wusste ich bis dato nicht, dass die Band bereits bereits vor "Parachutes" einige EPs veröffentlicht hatte.


Doch, war aber nie so einfach zu bekommen. Wie das jetzt aussieht, weiß ich allerdings nicht.

Eike hat geschrieben:Gibt es eigentlich einen COLDPLAY-Thread hier? Ich habe keinen finden können.


Beim durchsuchen habe ich jetzt auch keinen gefunden.

Dann gibt es ihn jetzt.

Was ist denn dein liebstes Werk der Band und warum?
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Re: Coldplay

Beitragvon Pillamyd » Samstag 9. Januar 2021, 13:31

Eike hat geschrieben:Was ist denn dein liebstes Werk der Band und warum?


Oh, mein liebstes Coldplay Album?

Nun, wie ich erwähnt haben sind die ersten 3 Alben das Maß aller Dinge. Für mich persönlich ist es aber tatsächlich die „X&Y“.
Mal abgesehen davon, dass das Album jenes ist, mit dem ich die Band kennengelernt habe. Aus dem schon eng gestrickten Brit Pop ist die Band mit diesem Album etwas aus ihrer Komfortzone gekrochen und experimentiert mit Soundspielereien. Viel Synth, aber auch viel Feingefühl und Liebe fürs Detail. Die Band legt auf dem Album sehr viel Wert auf den Klang. Deswegen werden auch mit den Gitarren öfters mal sphärisch Klänge erzeugt, aber immer songdienlich eingesetzt. Der Türöffner liegt hier aber tatsächlich auf den Klang der Scheibe. Die Songs atmen, schaffen Platz für neues und klingt auch sehr transparent. Vielleicht klingt das Album dadurch kühler als die Alben zuvor. Somit ist das Album auch nicht wirklich ein fröhliches Album. Die Melancholie, die die Band innehat, wirkt auch hier stark. Aber in einem etwas anderen Kosmos. Es wirkt nicht gezwungen.
Böse Zungen behaupten, dies sei der Anfang vom Ende der Band gewesen. Ich sage, dass „X&Y“ der Höhepunkt des Schaffens der Band ist. Mit dem Album hat die Band sich etwas Neues getraut, sind ohne Scheu nach vorne gegangen und haben ein absolut stimmiges Album damals rausgehauen. Kaum zu glauben, dass das schon knapp 16 Jahre alt ist.


Die zwei ersten Alben kennst du also nicht? Wenn du magst, versuche ich die Tage dazu was zu schreiben.
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Re: Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 9. Januar 2021, 19:10

Die ersten zwei Alben sind die, die ich noch am ehesten kenne, wobei ich mit denen auch nicht wirklich vertraut, im eigentlichen Sinne von eng vertraut, bin. Aber die habe ich immerhin mal komplett gehört vor Jahren; danach die Band aber völlig aus den Ohren verloren. "A Rush Of Blood To The Head" fand ich echt gut, hab es aber nicht mehr im Ohr. "Parachutes" habe ich vermutlich bloß einmal gehört, daher weiß ich da nicht mehr wirklich, wie ich es fand, aber wird schon gut gewesen sein, weil da zumindest noch 'ne solide bis gute Assoziation zu rumgeistern muss, sonst hätte ich den Titel nicht mehr auf'm Schirm nach zwanzig Jahren oder so.

Beim Neuen kamen mir kurz so Assoziationen wie ELBOW (aber echt nur kurz bei einem Song oder zwei, drei kurzen Passagen), DREDG (weil auch wandlungsfähig und zuletzt Pop+) und BLUR mit dem experimentellen Pop-Album "13lur", das aus dem Brit-Pop heraus vielleicht schon ein erster Schritt gen frühe GORILLAZ war, aber eben noch nicht so klar durchkonstruiert und kühl abgezirkelt.

Ich weiß bei der obigen Formulierung nicht, ob du das "eng gestrickt" rein auf COLDPLAY vor "X & Y" beziehen wolltest oder aufs ganze "Genre". Ich finde, ähnlich wie "Grunge" ist "Brit-Pop" so ein Modewort aus einer ungefähren Ära, das weder stilistisch noch zeitlich je genau definiert wurde, sodass alle und ihre Familien und Haustiere da wild zu assoziieren können, was ihnen gerade gefällt oder sie besonders hassen. Mit BLUR, COLDPLAY, ELBOW, OASIS, PULP, STARSAILOR, SUEDE, ... wird so ein weites Feld abgedeckt, teils haben die Bands selbst ihr Spektrum ausgeweitet, ich wüsste da keinen kleinsten gemeinsamen Nenner als dass sie halt aus der UK kommen. Das taten BEATLES, KINKS, KULA SHAKER, NEW ORDER, PRIMAL SCREAM, RADIOHEAD, SLADE aber auch, bloß sprach da niemand von Brit-Pop. Und was ist mit FEEDER, REEF & MUSE, gehören diese Bands jetzt dazu oder nicht? Einige deren Alben-Veröffentlichungen lagen zumindest zeitlich im oder um den Rahmen des "Brit-Pop"-Hypes herum. Vom Soundspektrum her liegen deren Werke jetzt auch nicht weiter weg vom imaginierten "Kern" (Was für ein Kern überhaupt, es gibt da ja gar kein Zentrum!) als irgend eine andere "Brit-Pop"-Band von der Schnittmenge aller übrigen "Brit-Pop"-Bands. Ich finde diese Nomenklatur daher hochgradig verwirrend. Ich erkenne da keinen roteren Faden als beim Alles-und-nichts-Verlegenheitsbegriff "Nu Metal". Wirkt wie PR-Sitzung: "Hey, wir brauchen ein neues, hippes Schubladenetikett!" "Für welche Schublade, und was soll da rein?" "Egal, wir brauchen erstmal einen griffigen, breiten Begriff. Füllmaterial findet sich dann schon von alleine. Let's brainstorm..."
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Re: Coldplay

Beitragvon Pillamyd » Samstag 9. Januar 2021, 20:23

Eike hat geschrieben:Ich weiß bei der obigen Formulierung nicht, ob du das "eng gestrickt" rein auf COLDPLAY vor "X & Y" beziehen wolltest oder aufs ganze "Genre".



Ich meine damit die Band vor dem dritten Album. Auf das ganze Genre bezogen kann ich mir nicht anmaßen zu urteilen, weil ich dafür die Musik von anderen Künstlern zu wenig kenne.

Das hier beschreibt es ganz gut:

Eike hat geschrieben:...teils haben die Bands selbst ihr Spektrum ausgeweitet...


Denn, genau das hat die Band mit ihrem dritten Album begonnen. Da konnte ich sehr gut mitgehen. Sie wurden einfach experimenteller und haben sich aus ihrem Korsett, den typischen "Coldplay" Sound sprengen können und sind damit neue Wege gegangen. Sehr gelungen sogar.

Ob Modewort, Genrebezeichnung oder was auch immer. Das war gar nicht meine Intention, da jetzt eine Genre Diskussion hervorzurufen...
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Re: Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 9. Januar 2021, 22:38

Verstehe.

Nach dem, was ich sonst so las, scheint die Band recht beständig ihren Sound von Album zu Album, allerdings stets um Nuancen, erweitert bzw. verschoben zu haben, aber stets mit der ein oder anderen Referenz auf frühere Alben. Die (Ex-)Fans scheinen mir immer bis zu einem gewissen tipping point mitgegangen zu sein, teils wohlwollend, teils mürrisch. Die Kritiker werfen ihr vor, sich nicht mutig genug zu entwickeln und immer auf Nummer sicher zu gehen, oder gar seichter geworden zu sein. Die beharrlicheren Fans freut gerade, dass der Kern erkennbar geblieben ist und die - behutsamen - Entwicklungen meist nicht Trends hinterherliefen, sondern halt spontan nach eigenem Gusto erfolgt seien, ohne sich um Kritiken zu scheren. Das neue Album hat jetzt World Music Einflüsse, was an sich ja keinen Bruch im eigentlichen Sinne darstellen sollte, da es eben wieder eher ein Verschieben und Ergänzen als ein wilder Hakenschlag ist. Aber dieses bei ein, zwei Stücken unerwartete hat wohl etwas Interesse (wieder) angefacht bei Leuten, die gerade das der Band nicht (mehr) zugetraut haben, nachdem sie zuletzt wohl lauter Features mit anderen "Stars" aus was-weiß-ich-was für moderneren Genres hatten. Das galt manchen wohl als Zeichen von "ausgebrannte Band hat es nötig, junges Blut von außen zu saugen". Dementsprechend skeptisch waren die Erwartungen an das aktuelle Album. Kein Backnto the roots, kein Future-Pop, Retro mit Konzept, von dieser Luschi-Mainstream-Band, den ewigen Opa-Pop-Jüngelchen ? Kann ja nur peinliche, lost verrannte, aufgeblasene Pseudo-Kunst-Kacke werden... - was es dann aber eben nicht geworden ist.
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Re: Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 9. Januar 2021, 23:20

Was manche abschrecken könnte: Es sind wenige potentielle Singlehits drauf, die man von einer Stadion-Pop-Rock-Band erwarten würde. Einiges ist ziemlich Skizzenhaft geworden, die Stile übers Album verstreut würden in anderer Reihung zerfahren wirken. Aber für mich funktioniert diese Mischung aus klassischem(?) COLDPLAY-Sound und diversesten, eher erdigeren Einflüssen gerade in dieser Abfolge, mit dieser durch kurze, kleine Formen und luftige Skizzen aufgelockerte und unaufgeregte Experimentier- & Spielfreude auf Popbasis eben gerade darum ganz gut, dass eben nichts übertrieben gegen den Strich gebürstet und aufgesetzt wirkt, sondern gerade im Albumkontext einen eigenen, nicht so vorhersehbaren Fluss entwickelt, der eben dann geschickt arrangiert "als Album" besser klingt als eine wild "all over the place" gewürfelte Songsammlung ohne stilistischen Faden. Letzteren gibt es nicht, der rote Faden ist die (Verschiebung der) Atmosphäre.
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Re: Coldplay

Beitragvon Pillamyd » Freitag 22. Januar 2021, 16:55

Ganz kleines Update zum aktuellen Album:

1. Mir ist das Album zu lang.
2. Es gibt leider Filler.
3. Es gibt Gott sei dank herausragende Songs ("Broken", "Daddy, Arabesque", "Guns", "Cry, Cry, Cry" und den persischen Songtitel.
4. Zu den ganzen Singer/Songwriter Songs gibt es leider auch einen Song wie "Orphans", der auch auf "Mylo Xyloto" oder der letzten Platte hätte stehen können. Finde ich nervig.
5. Church klingt so dermaßen nach "X&Y", dass es ein wahres Fest ist.
6. Der Opener ist toll.
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Re: Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 6. Februar 2021, 13:16

'Orphans' ist halt klassischer Pop mit großer Geste, aber schlecht finde ich den nicht. Vielleicht das Stück des Albums, bei dem ich durch Hören ohne Vorwissen am ehesten auf COLDPLAY gekommen wäre.

Mir gefällt aber auch das Abweichen vom Erfolgsschema, insbesondere das jazzige 'Arabesque'.
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Re: Coldplay

Beitragvon Eike » Samstag 6. Februar 2021, 13:22

Das Album als Ganzes passt für mich in eine Reihe mit "The Pariah, The Parrot, The Delusion" (DREDG) und "13lur" (BLUR), poppig-experimentelle Alben mit vielen Einflüssen und ohne roten Stil-Faden.
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Re: Coldplay

Beitragvon cgrage » Samstag 16. Oktober 2021, 17:54

Hab mir ja den neuesten Output "Music of the Spheres" gekauft und angehört. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Higher Power als Vorab-Single fand und finde ich immer noch sehr catchy. Aber vom Rest bleibt, abgesehen vom letzten Song "Coloratura" nicht viel hängen. Ganz schlimm ist "Infinity Sign" mit seinem Fussballfan Gejohle.
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