Die "frau" bei Powermetal

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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Feamorn » Sonntag 12. April 2015, 20:08

Jhonny hat geschrieben:
Feamorn hat geschrieben:Kein Quatsch, die religiöse Rechte in den USA fängt mittlerweile damit an, SIE würden von den Atheisten dort diskriminiert.



Das ist keine Behauptung, das ist durchaus wahr (teilweise auch hier in Deutschland).
Aber: Das muss man auch mal aushalten (solange es nicht bösartig oder gar menschenverachtend wird). Atheisten mussten auch schon genug einstecken.


Inwiefern findet da Diskriminierung statt? (Ernst gemeinte Frage. Ich habe das bisher halt nur in dem Kontext des Gesetzes in Arizona mit bekommen, und da liegt der Fall ja genau anders herum, unter dem Mantel der Religionsfreiheit soll es ermöglicht werden, bestimmte Gruppen zu diskriminieren. Ich meine, wo in den USA (und auch hier), sind atheistische Gruppen denn Oberhaupt in der der Position die religiösen Gruppen diskriminieren zu können?)
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Teichfrosch » Montag 13. April 2015, 00:36

Moment mal Jhonny, DAS würde ich jetzt aber gerne mal genauer erklärt haben. Wie zum Geier soll das denn bitte stattfinden?
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Chavo89 » Montag 13. April 2015, 07:04

Bei mir im Bremen fühlten sich die Christen schon diskriminiert, als am Karfreitag der Jahrmarkt aufmachte. Diskriminierung ist in diesem Zusammenhang also sehr, sehr weit zu fassen. Religiöse Gefühle sind anscheinend sehr leicht zu verletzen. Deshalb macht das ja auch so Spaß.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Feamorn » Montag 13. April 2015, 07:32

Chavo89 hat geschrieben:Bei mir im Bremen fühlten sich die Christen schon diskriminiert, als am Karfreitag der Jahrmarkt aufmachte. Diskriminierung ist in diesem Zusammenhang also sehr, sehr weit zu fassen. Religiöse Gefühle sind anscheinend sehr leicht zu verletzen. Deshalb macht das ja auch so Spaß.


Das ist ja genau, was ich meine. Nur weil einer ruft "Diskriminierung" ist es noch keine. Die "Diskriminierung" in den USA, die ich meinte, ist auch nur der Abbau bzw. die Vermeidung neuer Privilegien, die selbst zu Diskriminierung führen (können).
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon frankjaeger » Montag 13. April 2015, 07:50

Solange es Menschen gibt, die eine andere Meinung als Diskriminierung empfinden, wird die Diskussion weitergehen. Ich empfehle ein Fremdwörterlexikon. Christendiskriminierung findet ihr in der Türkei, den arabischen Staaten und Malaysia. In Deutschland nicht. Im Gegenteil - bislang darf ich mich höchstens diskriminiert fühlen, weil ich immer noch den dämlichem verkaufsfreien Sonntag akzeptieren muss, amoklaufende Glockenbimmler am Wochenend-Morgen und dummes Geschwätz von weltfremden EKD-Vorsitzenden und Wolkensheriffs aus dem Vatikan, und wenn man etwas dagegen sagt, ist man böse. Der Antichrist sozusagen :grins:
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Jhonny » Montag 13. April 2015, 09:16

Ein Bremer Pfarrer hält eine christliche Predigt und soll dafür sogar vom Senat gerügt werden... da ging die Diskriminierung bis in die eigene (zutiefst schizophrene) Kirche hinein. Das ist jetzt nicht gerade lange her, und auch ein Beispiel aus Deutschland.
Die Baptistengemeinde in Braunschweig, in der ich dieses Jahr auch schon war, wurde letztes Jahr mit brennenden Mülltonnen angegriffen. Fand ich schon auch diskriminierend.

Aber klar - der Begriff "Diskriminierung" ist leicht für sich selbst zu vereinnahmen.

Verglichen mit den Christen in Syrien oder just vor wenigen Tagen in Kenia wird hier keiner diskriminiert. Religionsfreiheit (inkl. Recht auf Konversion und Mission) sind enorm hohe Güter, für die es sich zu streiten lohnt.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Chavo89 » Montag 13. April 2015, 09:30

In Bremen meinst du vermutlich den homophoben Fascho Latzel (http://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Latzel). Jo, der muss dringend weg, keine Frage.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon frankjaeger » Montag 13. April 2015, 09:39

Das ist ein typisches Beispiel, Jhonny. Der Pfarrer in Bremen, Herr Latzel, wir nicht gerügt, weil er eine christliche Predigt gehalten hat. Er wird gerügt, weil er Andersgläubige ausgrenzen will. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" ist keine christliche Predigt, sondern ein Politikum.

Wenn da jemand jemanden diskriminiert, dann die christliche Kirche den Islam. Ich kann mich nicht hinstellen, sagen "alle Christen sind Kinderschänder" und beim Sturm der Empörung schreien, ich würde diskriminiert.

Das Baptistenthema in Braunschweig habe ich nicht mitgekriegt. Ist das von dir auch so gut recherchiert wie das erste Beispiel? Denn da muss man erst einmal ergründen, ob dieser Vorfall ursächlich mit der Religion zusammenhängt. Aber selbst wenn: ein Fall, von dem ich als Braunschweiger, der ich durchaus regelmäßig in diese Richtung schaue, nicht einmal erfahren habe - dein "Christen werden diskrimiert" steht auf einem, noch dazu sehr wackeligen, Bein.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon enemy-of-reality » Montag 13. April 2015, 13:39

Jhonny hat geschrieben:Die Baptistengemeinde in Braunschweig, in der ich dieses Jahr auch schon war, wurde letztes Jahr mit brennenden Mülltonnen angegriffen. Fand ich schon auch diskriminierend.

Von Atheisten? Und wie greift man eigentlich jemand mit einer brennenden Mülltonne an? Da verbrennt man sich doch selbst die Finger :?

Was den anderen Typen betrifft: Das müsst ihr Deutschen schon selbst wissen. Zu Österreich gehört der Islam auf jeden Fall nicht.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Teichfrosch » Montag 13. April 2015, 14:47

Meiner Meinung nach muss man so etwas auch gesellschaftsübergreifend betrachten. In Einzelfällen wird jeder für alles diskriminiert, aber im Großen und Ganzen?

Christen werden in Deutschland grundsätzlich sicher nicht diskriminiert, Juden und Muslime schon eher. Anders herum werden Muslime in der Türkei grundsätzlich sicher nicht diskriminiert, Juden und Christen schon eher. Gleichwohl können auch Muslime in der Türkei oder Christen in Deutschland in Einzelfällen diskriminiert werden - aber zu einer generellen Aussage wie "Christen werden in Deutschland diskriminiert" reicht das dann trotzdem ganz sicher nicht.

Es geht hierbei ja nicht darum, jedem Einzelnen seine Aversionen auszutreiben, sondern ein friedvolles und gleichberechtigtes Miteinander zu gewährleisten. Individuelle Diskriminierung wird es immer geben, aber deshalb gleich Zeter und Mordio zu schreien und eine ganze Gesellschaft unter Generalverdacht zu stellen ist lächerlich.

enemy-of-reality hat geschrieben:Was den anderen Typen betrifft: Das müsst ihr Deutschen schon selbst wissen. Zu Österreich gehört der Islam auf jeden Fall nicht.


Ohne das auf dich persönlich zu beziehen: das ist eine dämliche und inhaltsleere Diskussion. Man kann ebenso viele Argumente dafür wie dagegen finden, so eine Aussage zu treffen. Ich persönlich lehne diese Aussage auch eher ab, da ich historisch nicht genug Anhaltspunkte sehe, die so eine Aussage stützen würden. Das ist aber meine ganz persönliche Art der Auslegung, und man kann auch ohne sich lächerlich zu machen anders argumentieren. Gehört das Christentum zu Deutschland? Nach meiner Auslegung: ja, da das Christentum kulturell, politisch und gesellschaftlich seit über 1000 Jahren diesen geographischen Raum maßgebend prägt und eine ganz entscheidende Rahmenbedingung in der konstitutionellen Ausgestaltung dieses Nationalstaates war.

Wenn man jetzt aber nicht den historisch-kulturellen Einfluss als Maßstab anlegt, sondern die real existierenden gesellschaftlichen Gegebenheiten, dann gehört sowohl der Islam als auch das Christentum zu Deutschland (und Österreich!), denn der Islam ist die Gesamtheit der gläubigen Moslems, und solche gibt es eben auch in diesen beiden Ländern.

Wieder ein anderer Maßstab: kann ein Glauben zu einem sekulären Staatsgebilde gehören? Nein, also: weder Christentum noch Islam gehören zu Österreich oder Deutschland.
Hat der Islam bleibenden Einfluss auf "Österreich" oder "Deutschland", was auch immer man darunter versteht? Ja -> gehört zu beiden Ländern.

Was ich damit sagen will: so eine Aussage kann man gar nicht vernünftigerweise treffen. Selbst wenn ich persönlich sagen würde, dass der Islam nicht zu Ö oder D gehört und das Christentum schon, würde ich mich entschieden dagegen wehren, das als allgemeine Aussage begriffen zu sehen, eben WEIL hierbei meine für mich selbst definierten Maßstäbe anzulegen sind - und wenn man diese Maßstäbe nicht an diese Aussage anlegt, wird die Aussage falsch und inhaltsleer. Meiner Meinung nach kann ein Gedankenkonstrukt wie "Christentum" oder "Islam" nicht zu einem Gedankenkonstrukt wie "Deutschland" oder "Österreich" gehören, daher ist diese Aussage des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Wulff auch so geistlos: ohne Einordnung, ohne Maßstab ist diese Aussage automatisch falsch.
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