KNORKATOR - Aller guten Dinge sind 30! - Köln

04.02.2026 | 14:58

24.01.2026, Live Music Hall

Chaos & Energie – versprochen und gehalten!

Heute gibt's Haue – ich bin bereits gewarnt. Kaum zwei Woche ist es her, da hat mein pm-Kollege Andre den Löwensaal in Nürnberg erklommen um mit KNORKATOR die "Aller guten Dinge sind 30!-Tour" zu feiern. So habe ich also schon einen kleinen Hinweis bekommen, was uns möglicherweise erwarten wird. 

Heute sind wir mal überpünktlich - die Live Music Hall ist für uns ein Heimspiel. Die Schlange ist 10 Minuten vor Einlass schon ordentlich lang und es gibt ein paar Unglückliche, die noch versuchen ein Ticket vor der Tür zu ergattern. Ausverkauftes Haus also. Gefühlt sprechen wir schon seit 20 Jahren darüber, KNORKATOR endlich mal live zu sehen - keine Ahnung, warum wir es bislang nie geschafft hatten.

Pünktlich um 18:30 öffnen sich die Türen. Sänger Stumpen steht gut gelaunt am Merch für Fotos, Autogramme und einen Plausch bereit und nimmt sich vor dem Auftritt noch viel Zeit für die äußerst bunt gemischte Fanschar. Auch wir kommen in den Vorprogramms-Genuß von "Frau am Steuer" aus "Der 7. Sinn". Ich denke erst das ist Satire, aber möglicherweise haben die das damals schon ernst gemeint. Ja. Wow. 

Im Gepäck hat KNORKATOR das aktuelle Album "Weltherrschaft für alle!". Eröffnet wird direkt mit einem neuen Song – 'Das Unheil' kommt kraftvoll und auch etwas düster daher. Nachgelegt wird mit einer Neuauflage von 'Buchstabe 2025'. Die beiden Lieder zeigen im Grunde wunderbar die Spielwiese der Band – irgendwas zwischen tiefgründig-kritisch und herrlich-komisch. In der Kurzbeschreibung zum Album kann man lesen: "30 Jahre Wahnsinn: ein Album voller Chaos und Energie." Das ist nicht nur eine sehr treffende Beschreibung des aktuellen Albums, die Band versteht es auch wirklich sehr gut, diese Mischung auf die Bühne zu knallen. Kein Wunder, dass die Tour fast durchweg ausverkauft ist, das macht richtig Spaß hier. 

Den Gedanken habe ich kaum zu Ende gedacht, da bekomme ich auch schon die Schwimmnudel übergezogen. Mit etwas Dresche werden wir Fotografinnen und Fotografen beim dritten Song vom Hof, bzw. aus dem Fotograben verjagt. Okay, fair, die Bühne den Künstlern. So kann ich gerade rechtzeitig zu 'Ismus' die Kamera wegpacken und mitsingen. Den Songtext haben sie netterweise fürs Publikum aufs Flipchart geschrieben. Mittlerweile ist es ja schon eine absolute Besonderheit, ohne drei Support-Bands aufzutreten. Die gesamte Show ist nicht darauf ausgelegt, hier nur leicht mit dem Fuß zu wippen, hier wird mitgemacht. Keine Vorband, keine Distanz, das ist ein KNORKATOR-Abend der gemeinsam zelebriert wird. 

Die eingeschworene Fanschar weiß längst: Auf einem KNORKATOR-Konzert ist man auch als Besucher vor nichts sicher! Ob ein zertrümmertes Keyboard zum Verkauf feil geboten wird (knapp zwei Octaven für Schlappe 5,-€ ), Carsten mit C zur 'Extrawurst' zwei Spiegeleier live gebraten bekommt oder Robin eine Einführung zum Thema Stage Diving erhält.

Das musische Talent haben auch die Sprösslinge von Stumpen und Alf Ator im Blut. Agnetha gib ein großartiges 'Ich verachte Jugendliche' im Konfettiregen zum Besten, während sich Stumpen im Funkenflug weiter auszieht und es bei Tim Toms Version von 'Böse' auch mal schön hart wird, musikalisch gesprochen ... beim Evergreen 'Alter Mann' wird gesungen, gehüpft und natürlich gibt es eine Polonaise. Wir sind schließlich in Köln. Carsten wird es dann wohl doch etwas unheimlich als der Laubbläser gezückt wird und er verdrückt sich in der Menge ... 

Ja, es ist viel los an diesem Konzertabend. Anstatt darüber zu lesen kann man nur empfehlen, das sollte man einfach mal erleben.

Es gibt Dank für die Band, die Crew, Applaus für die Tonmeister und das Tresenpersonal. Und nach zwei aufregenden Stunden wird von Gitarrist Bass Dee mit 'Der ultimative Mann' die Zugabe eingeleitet. 21:30, die Zeit ist eigentlich um. Stumpen ist da zum Glück aber noch in Fahrt und wir bekommen noch zwei Stücke "aufs Ohr": 'Wir werden alle sterben', gemeinsam singen wir: "Tot. Tot. Tot. Tot" ... klingt wie ein Schlussakkord. Aber nein, eins fehlt noch: 'Zähneputzen, pullern und ab ins Bett'. 

Text und Photo Credit: Barbara Sopart

Redakteur:
Barbara Sopart

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