Veni Domine - 23:59
- Like I'm Crucified
- Shine
- Patience, Receive
- Electrical Heaven
- Valley Of The Visions
- Living Sequence
- Burdens
- Die Another Day
- Brothers
- Hyper Sober Nature
- The Frozen
Review
Review von Rüdiger Stehle
Das erste richtig eingängige Stück folgt in Gestalt von 'Patience, Receive', das ebenfalls recht elektro-lastig loslegt, aber sehr gefühlvoll gesungen ist und überdies mit sehr eingängigen Hooklines Akzente setzt. Das von einem Gebet eingeleitete 'Electrical Heaven' lebt dann mehr von harten Stakkato-Riffs und einem sehr melodischen Refrain als Kontrapunkt. Bereits von Anfang an heavy und doomig gibt sich 'Valley Of The Visions', doch auch hier legt das Quintett viel Wert auf Melodien und die atmosphärischen Keyboard-Sequenzen Mats Lidbrandts. Vom Ausdruck her erinnert der zunächst sanft eingeleitete, sich später in viel dramatischere Bahnen katapultierende Überflieger 'Burdens' durch die Mischung aus Doom und starkem Prog-Einschlag ein kleines bisschen an CANDLEMASS zu "Chapter VI"-Zeiten, an anderen Stellen durch ein leicht gotisch-düsteres Antlitz wiederum an SAVIOUR MACHINE. Auch 'Living Sequence' und 'Die Another Day' glänzen mit sehr starken epischen Momenten, die mit entrückten Prog-Passagen über lässig-sanften Beats kontrastieren. Gegen Ende werden die Songs - mit Ausnahme des sehr psychedelischen 'Hyper Sober Nature' - noch ein wenig heavier, und gerade das abschließende 'The Frozen' geht als intensivste Nummer der Scheibe durch, besticht aber auch mit sehr zerbrechlichen Akustikgitarren und schönen Bass-Passagen von Gabriel Ingemarson, der auf der ganzen Scheibe eine bemerkenswerte Leistung abliefert.
Die Schweden packen sehr viele Emotionen in ihr fünftes Album, die im ersten Drittel der Scheibe recht viel Zeit brauchen, um sich richtig zu entfalten, dann aber trotz einer irgendwie distanzierten Ausstrahlung ihre Wirkung keinesfalls verfehlen. Mit zunehmender Spieldauer wird die Scheibe direkter und zugänglicher, ohne dabei ihre progressive Grundstruktur zu verlieren. Bei zwei Stücken hat mich das etwas abrupte Ende etwas irritiert... Man hat fast den Eindruck, als würden hier ein paar Sekunden fehlen. Kann aber sein, dass das nur die Promo betrifft. Ansonsten ist "23:59" rundum gelungen, wenn es auch sicher seine Zeit braucht, um richtig zu zünden. Empfehlenswert für Doomster, Proggies und darüber hinaus auch für Freunde christlicher Lyrik. Fans der Band werden ohnehin blind zugreifen, nehme ich an.
Anspieltipps: Patience Receive, Valley Of Visions, Burdens, The Frozen
Note: -
Rüdiger Stehle, 28.2.2006













