Review: Seventh One - Sacrifice
Seventh One - Sacrifice - 2 Reviews
- Spiritual Awakening (Intro)
- Eternal Life In Lies
- Sacrifice
- The Seventh Eye
- Hallowed Ground
- Eternally
- The Fall
- Remembrance
- Crimson Sky
- Shadow Of Your Soul
Review von Martin Schaich
Mit SEVENTH ONE schickt sich wieder einmal eine Band an, den traditionellen Heavy Metal revolutionieren zu wollen. Das ist kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, wie viele Bands mit diesem Vorhaben in der letzten Zeit an den Start gingen. Und die Tatsache, dass SEVENTH ONE von ihrer Plattenfirma, Massacre Records, als "heißester Newcomer aus Schweden seit HAMMERFALL" angekündigt werden, macht mich nur noch skeptischer. Doch auf der anderen Seite ist diese Band, die sich 1997 gegründet hat, schon ein ganzes Weilchen im Untergrund unterwegs, und sie konnte auch schon einige Erfolge verbuchen (1998 gewann sie beispielsweise einen schwedischen Musik-Wettbewerb). Deshalb versuche ich ziemlich unvorbelastet an "Sacrifice" heranzugehen und lege SEVENTH ONEs Debüt-Album in den CD-Player...Das Album beginnt mit dem ziemlich ruhigen Intro "Spiritual Awakening", das ausschließlich mit Gitarre und Gesang auskommt und das direkt in den ersten "richtigen" Song "Eternal Life In Lies" übergeht. Bei diesem Song fallen dann auch gleich die mehrstimmigen Chöre auf, die ihm eine besondere Note verleihen. Ansonsten handelt es sich hier um ein typisches Power Metal-Stück im Uptempo-Bereich, das mit doublebass-lastigem Schlagzeugspiel und zackigen Gitarrenriffs aufwarten kann. Die Einflüsse der Band werden dann beim anschließenden Titeltrack noch deutlicher: SEVENTH ONE bewegen sich im Fahrwasser von Bands wie MANOWAR, HAMMERFALL oder auch EDGUY, können sich aber dennoch ein gewisses Maß an Eigenständigkeit bewahren. Angenehm fällt auch - gerade im Vergleich zu Tobias Sammet (EDGUY / AVANTASIA) - der ziemlich variable Gesang von Rino Fredh auf, der zwar auch die höheren Sphären abdeckt, aber der sich auch in den anderen Bereichen wohlfühlt. Dass aber auch die anderen Musiker nicht von schlechten Eltern sind, können diese immer wieder beweisen, beispielsweise im Instrumentalteil, der mit ansprechenden Gitarrenläufen aufwarten kann. Wie es sich für einen ordentlichen Titeltrack gehört, fehlen hier selbstverständlich auch nicht die Bombast-Chöre, die zweifelsfrei zum Mitsingen (-grölen) einladen. Die Chöre sind auch ein gutes Stichwort, da der nächste Song, "The Seventh Eye", mit eben solchen beginnt, ehe er sich zu einem sehr riff-orientierten, treibenden Uptempo-Kracher entwickelt, der überhaupt mit einer großartigen Gitarrenarbeit aufwarten kann. Etwas überraschend klingt dann "Hallowed Ground", das recht schleppend daherkommt und schwere Gitarrenriffs zu bieten hat, die eher in die Doom- als in die Power Metal-Ecke gehören. Bei "Eternally" legen SEVENTH ONE dann aber wieder mehr Wert auf ein höheres Tempo, und durch das doublebass-lastige Drumming angetrieben, geben sie hier auch wieder ordentlich Gas. In Puncto Geschwindigkeit geben sich die Jungs bei
"The Fall" dann aber wieder zurückhaltender, wobei hier vor allem der stampfende Rhythmus auffällt, der den Song hauptsächlich prägt. Natürlich darf bei einer solchen Band auch die obligatorische Ballade nicht fehlen, die bei SEVENTH ONE "Remembrance" heißt. Dass sich mir hier verstärkt Vergleiche zu HAMMERFALL aufdrängen, ist aber sicherlich reiner Zufall. "Crimson Sky" ist anschließend eine typische Midtempo-Metal-Hymne mit allem, was dazugehört, bevor SEVENTH ONE zum Endspurt ansetzen. Und das kann bei "Shadow Of Your Soul" wörtlich genommen werden, denn auch trotz des ruhigeren Zwischenteils gehört dieser Song zweifelsfrei in die Gruppe der Nackenbrecher, wobei vor allem die Gitarrenfraktion nochmals ihr Können unter Beweis stellen kann.
SEVENTH ONE bieten auf ihrem Debüt-Album natürlich nichts wirklich Neues, aber das wird von einer Band, die in true- und power-metallischen Gewässern umherschifft, auch nicht erwartet, oder? ;-) Doch der traditionelle Heavy Metal, der von den fünf Skandinaviern dargeboten wird, kommt sehr unverbraucht daher, und außerdem wird auf "Sacrifice" die Abwechslung groß geschrieben. Dadurch können sich SEVENTH ONE durchaus von der Masse der Veröffentlichungen abheben, und man darf gespannt sein, wie es mit den Jungs weitergeht. Freunde HAMMERFALLischer und ähnlicher Klänge sollten "Sacrifice" auf jeden Fall mal antesten!
Anspieltipps: Sacrifice; Hallowed Ground; Shadow Of Your Soul
Note: -
Martin Schaich, 5.11.2002
Review von Andreas Jur
Dass Metal-Bands heute überhaupt noch das Wagnis eingehen, sich in einem ziemlich ausgereizten und gesättigten Bereich mit großer Produktion auf das offene Feld des europäischen Marktes vorzuwagen, erstaunt mich geradezu und verlangt mir je nach Resultat ein mitleidiges Lächeln oder Anerkennung ab. Das martialische Cover dieses Eindringlings in erwähnte Gefilde zwingt mir zunächst ein zweifelndes Stirnrunzeln ab, wird es doch als eines von Markus Meyers Meisterwerken gepriesen – scheint wohl geringfügig misslungen in meinen Augen. Das restliche Artwork – dessen Konzept auch auf der Homepage begutachtet werden kann – wirkt dagegen erfreulich anders als von Sword-and-Blood-Warriors-of-Steel-Combos gewohnt, und so einige klangliche Feinheiten heben sie auch musikalisch aus der Masse der Neuproduktionen dieses Genres heraus. Somit kommen sie schon einmal um ein Bedauern meinerseits herum. Die seit fünf Jahren existierende Schweden-Brigade SEVENTH ONE macht sich nach den Respekterfolgen aus ihrer Demo-Zeit nun mit dem Debüt-Album "Sacrifice" daran, den europäischen Metalmarkt mit Wikingergebrüll im Sturm zu erobern. Mit professioneller Manier, ausgereiftem Konzept und satter Produktion weiß diese Ohrwurmattacke zu überzeugen und den Nordkrieger in mir zu wecken, wie es von den viel versprechenden Newcomern im leider allzu überbesiedelten Klischeesumpf des True und Power Metal von mir erwartet wurde. Stilistisch fischen die Skandinavier in den Gewässern von MANOWAR und natürlich HAMMERFALL, den Vorreitern der aktuellen Revival-Welle, denen sie zwar nicht das Wasser abgraben können und auch sicherlich nicht wollen, aber schamhaft verstecken müssen sie sich hinter diesen Großen des Metiers keineswegs.Im Gegensatz zu anderen Combos ist der Gesang von Norweger Rhino Fredh erfreulich variabel und weicht gern vom üblichen Falsett ab. Tempo und Intensität der Songs sind abwechslungsreich gestaltet, wissen sich überzeugend zu präsentieren und bieten alles von einer – in diesem Falle schwer nach HAMMERFALL-Imitat klingenden – Ballade wie „Remembrance“ über die stampfenden Hymnen „Hallowed Ground“ und „The Fall“ – diese haben es mir besonders angetan – bis hin zu schnellen Nackenbrechern, als deren härtester Vertreter „Shadow Of Your Soul“ zu nennen wäre; und natürlich gibt es – ungewohnt raue und dadurch mit Eigenständigkeit beseelte - Mitsingchöre satt, so dass auch live einiges zu erwarten sein dürfte. Bis sich eine Gelegenheit dazu ergibt, führt der Weg für jeden Fan von True und Power Metal nicht an diesem traditionsbewussten, aber dennoch erfrischenden Silberling mit einigen ausgezeichnet gelungenen Songs neben solider Handwerkskunst im oberen Feld vorbei – jedenfalls geben sich die Jungs erfolgreich alle Mühe, in einem Genrefeld, das kaum Freiheiten gestattet, Wiedererkennungswert und Eigenständigkeit herauszuarbeiten – und die druckvolle Produktion tut ein Übriges zu einem anerkennenden Kopfnicken gen Norden. Mal abwarten, was nach diesem Debüt noch so kommen wird.
Anspieltipps: Hallowed Ground; Eternally; The Fall
Note: -
Andreas Jur, 22.10.2002
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Alben
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- WACKEN OPEN AIR 14, Wacken, 31.07.2003
Artikel
- SEVENTH ONE: Interview mit Rino Fredh, , 04.11.2002











