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Wallenbergs WHISKEY HELL - Lübeck

30.10.2013 | 21:39

06.09.2013, Rider's Cafe

Booze'n'Boogie live!

Dass Kai-Uwe Meyer schon immer ein gutes Händchen für klasse Live-Kapellen im Blues/Rock/Metal-Bereich hatte, ist in der Gegend hinlänglich bekannt. So hat er auch heute wieder zum Beginn der Club-SaiOlly und Bubison einen brillanten Act aus der benachbarten Hansestadt an der Elbe auf die Bretter seines RIDER'S CAFE gebeten. Wallenberg's WHISKEY HELL gibt es erst seit Mitte 2012. Doch von Newcomern kann man bei dem Southern-/Hard-/Bluesrock-Trio wahrlich nicht sprechen. Wie Gitarrist, Sänger und Songschreiber Olly Wallenberg, der schon 1992 mit DOC EISENHAUERs "Alles Im Lack" sein Album-Debut feiern konnte, sind auch seine beiden Mitstreiter alles andere als unbeschriebene Blätter. Bubi Blacksmith trommelte schon in der Gründungsformation der legendären ZED YAGO sowie auch heute noch in der Solo-Band von Jutta Weinhold. Und auch Ex-ZED YAGO / RATPACK-Viersaiter Carsten "Sharky" Mayer hat schon mehr als eine Kerbe in seinem Bass.

Die Eigengewächse ihrer Debut-CD "Booze'n'Boogie" (die bei POWERMETAL.de nicht weniger als 9/10 Punkten abräumen konnte) aus Wallenbergs Feder überzeugen vom ersten bis zum letzten Gitarren-Riff auch live. Der hammerstarke 'Darkest Hour Blues' brummt irgendwo zwischen ZZ TOPs Blues-Melancholie und Walter Trout, wenn er selbigen herausschreien möchte. Das geht dem rauesten Trucker an die Nieren. Mit welch einer Stimme ist dieser Kerl da auf der Bühne mit dem zerbeulten Stetson auf dem Kopf und dem in Ehren ergrauten Kinnbart eigentlich gesegnet? Oder anders gesagt: Wie bei einem guten Moonshine-Whiskey wird anscheinend auch die dazu passende Stimme mit den Jahren immer reifer und voller... (guter Moonshine? Du weißt aber schon, dass das nicht gerade etwas für Genießer ist, nicht wahr? Der Lektor). 'Dickle Me Up' könnte einer Session der beiden eben erwähnten US-Vorbilder entstammen, bei der die Protagonisten aber mal ordentlich rocken wollten. 'Cocaine Cowboys' beginnt mit coolem Gitarren-Riff und ist das prächtigste Stück harten Southern-Rocks seit MOLLY HATCHETs 'Beatin' The Odds'.

(c) Wallenberg's Whiskey Hell

Mit nur einem Album im Gepäck muss zwangsläufig auch in die Cover-Kiste gegriffen werden, um den Abend nicht zu kurz geraten zu lassen. Genre und Lebensalter entsprechend bekommen wir von den Dreien natürlich ein paar echte "Oldies but Goldies" in die Ohren geschraubt. Bei RAM JAMs 'Black Betty' zerlegt uns' Bubi, seinem Beinamen "The Schmied" alle Ehre machend, fast sein Drumkit. Mit AC/DCs 'Kicked In The Teeth' wird einem Sahnestück der Aussies zu neuem Leben verholfen, dass nicht bereits von jeder x-beliebigen Cover-Band zu Tode genudelt wurde. Und bei BLACKFOOTs ergreifend dargebotenem 'Highway Song' werden den Alt-Rockern im Saal wieder die Augen feucht. Als Zugabe gibt es noch das selbstbetitelte 'Whiskey Hell'. Und wen wundert es allein beim Titel schon, dass dieses Teil auch gut von den rauf- und sauffreudigen DROPKICK MURPHYS stammen könnte. Ein herrlicher Rausschmeißer, der erheblich Laune auf noch mehr macht. Also hoffentlich bald mal wieder hier im RIDER'S CAFE, denn Leder, Kettenfett und WHISKEY HELL gehören zusammen wie der berühmte A**sch auf den Eimer!

Redakteur:
Martin Rudolph

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