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W.A.S.P. / CHINCHILLA - Frankfurt

31.01.2005 | 07:09

18.11.2004, Batschkapp

Nachdem Blackie Lawless bereits im Frühjahr ein paar Clubgigs anlässlich der Veröffentlichung von "The Neon God – Part 1" absolviert hatte, galt es nun den zweiten Teil der Saga zu promoten. Hoffentlich gibt es dieses Mal keine Absage, dachte ich mir, als ich die Reise nach Frankfurt antrat. Nicht ganz unberechtigt, da unsereins bereits im Mai in Aschaffenburg vor Ort war, um dort vorm Colos-Saal zu erfahren, dass Lawless mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte und der Gig daher gecancelt wurde. Die paar absolvierten Shows im Frühjahr wurden ja auch nicht gerade mit Lob überschüttet. Zu kurze Spielzeit, lustloses Stageacting etc. war vielerorts zu lesen. Da ich aber stets ein positiv denkender Mensch bin, ließ ich mich davon nicht beeinflussen, und machte mich auf den Weg in die Mainmetropole.

Nachdem sich der Einlass um gut eine Stunde verzögerte, war die Stimmung erneut im Keller. Bei widrigen Wetterverhältnissen vor der Frankfurter Batschkapp rumzustehen macht auch nicht wirklich Spaß. Zumal keiner der Wartenden wusste, wieso es zu der Verzögerung kam. So allerlei Gerüchte machen dann natürlich die Runde. Diese verstummten jedoch, als sich die Türen endlich öffneten.

CHINCHILLA

Die deutschen Powermetaller dürfen in Frankfurt und Nürnberg für W.A.S.P. eröffnen und nutzen die Gunst der Stunde. Kraftvoll powert sich das Quartett durch das Set und entlockt der Fanschar mehr als nur ein Höflichkeitsapplaus, obwohl es soundtechnisch stellenweise schon drunter und drüber geht. Trotz allem ein gelungener Auftritt, der mit dem KISS-Cover 'I Stole Your Love' sein Ende findet.

Setliste CHINCHILLA:
Our Destiny
Queen Of The Rain
A Dance With The Devil
The Call/Entire World
Father Forgive Me
Almighty Power
I Stole Your Love

W.A.S.P.

Das als Intro dienende 'The End' von den DOORS gehört mittlerweile zu W.A.S.P. wie Blackies auf einer Stahlfeder montierte Mikroständerkonstruktion (dieses Mal ganz im Alien-Style). Wer hier eine versteckte Botschaft vermutet ist ein Schelm. Erst kürzlich ließ Mr. Lawless verlauten, dass er fortan nicht mehr auf Tour gehen möchte, sondern nur noch ein paar vereinzelte Festivals absolvieren möchte. Abwarten. Nach dem Verstummen des Intros betreten die Helden des Abends die Bühne und legen gleich mit einem Medley aus 'Helldorado'/'Inside The Electric Circus'/'Hate To Love Me' los. Der Gesetzlose turnt wie gewohnt an seinem Spielzeug herum, ohne sich großartig von dem Gerät zu lösen, was nicht gerade dem Stageacting zu Gute kommt. Einzig Bassist Mike Duda scheint gewillt, etwas mit den Fans zu kommunizieren. Der Rest widmet sich mehr oder weniger ernsthaft seinem Spiel. Ein kurzer Blick auf die Setliste verrät, dass es erneut ein kurzer Abend werden wird.

Zwar werden Klassiker wie 'L.O.V.E. Machine', 'Wild Child' oder 'Animal (Fuck Like A Beast)' dargeboten, doch der eigentliche Grund dieser Tour, nämlich die zweiteilige Neon-God-Geschichte, wird gerade mal mit dem Stück 'Come Back To Black' berücksichtigt. Etwas dürftig, finde ich. Auch die Bühnenshow fällt sehr spartanisch aus, wobei in der Batschkapp auch nicht gerade Platz für viel Firlefanz ist. Lediglich beim Stück 'Kill Your Pretty Face' greift Blackie in die Trickkiste und bietet eine geniale Neonshow, bei der sich der Fronter mit fluoreszierenden Farben einschmiert und im Schwarzlicht seine Show abzieht. Spielerisch gibt es nichts zu beanstanden und auch der Sound steht ordentlich. Zwar kann Gitarrist Darrell Roberts einen Typen wie Chris Holmes musikalisch ersetzen, dennoch fehlt der Rüpel Holmes auf der Bühne. Roberts wirkt mir persönlich zu brav.

Altmeister Blackie Lawless ist leider auch in die Jahre gekommen, das merkt man ihm immer mehr an. Wobei er nach wie vor noch räudig singt, sieht er alles andere als vital aus. Den Fans ist das jedoch alles egal, nahezu jede Textzeile wird vom Publikum mitgesungen und lassen den Auftritt zu einem Triumphzug werden. Einzig die Frechheit, nach gut 50 Minuten von der Bühne zu gehen und sich dann über 5 Minuten bitten zu lassen, um eine läppische Zugabe in Form von 'Blind In Texas' zu bringen, verstimmt das Gemüt. Was hätte das für ein Abend werden können, wenn man für die gezahlten 28 Euro ein anderthalb- bis zweistündiges Konzert hätte erleben dürfen…

Setliste W.A.S.P.:

Medley
-Helldorado
-Inside The Electric Circus
-Hate To Love Me

L.O.V.E. Machine
Wild Child
Animal (Fuck Like A Beast)
Come Back To Black
The Headless Children
The Idol
Kill Your Pretty Face
The Real Me
I Wanna Be Somebody
Blind In Texas

Redakteur:
Frank Hameister

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