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Viva La Swabia Tour - Hamburg

12.11.2009 | 13:25

31.10.2009, Markthalle

Der schwäbische Tross macht nach einem durchwachsenen Tourstart Zwischenstopp in der schönsten Stadt des Nordens.

Vor diesem Konzert ereigneten sich einige außerplanmäßige Dinge: Nicht nur, dass die Verfasserin dieser Zeilen wenige Tage vor der Veranstaltung von einem Virus mit Fieber ans Bett gefesselt wurde und Gastautor André Dömer freundlicherweise kurzfristig eingesprungen ist, auch die Viva La Swabia Tour musste Verluste melden: Nach den ersten drei Tourtagen trennte sich der Tross von Vorband JADED HEART. In einer öffentlichen Erklärung sagte Tourmanager Arne Lakenmacher, dass eine Weiterführung der Tour mit JADED HEART nicht mehr möglich sei und man sich deshalb von ihnen getrennt habe. Anscheinend beschwerte sich die Band zu unrecht über schlechte Bedingungen im Backstage-Bereich. Wer sich genauer für dieses Thema interessiert, kann die komplette Stellungnahme auf der PRIMAL FEAR-Homepage nachlesen. Wir kommen jetzt zum Wichtigsten: Dem Konzert!

[Pia-Kim Schaper]

Nach ihrem Intro steigen BRAINSTORM mit 'Forsaken What I Believe' ein und haben das Publikum sofort im Griff. Noch sind zwar nicht alle Zuschauer da, aber nach und nach füllt sich die Markthalle und die gute Stimmung springt auf die Neuankömmlinge über. Doch der Fünfer aus Stuttgart und Ulm begeistert nicht nur mit seinen eingängigen Melodien, harten Riffs, schnellen Soli und rockigen Rhythmen, die von einem symphonischen Keyboard untermalt werden; sie animieren ihre Fans auch zu La-Ola-Wellen und bringen sie zum Moshen. Beim unverkennbaren Drumintro von 'Blind Suffering' jubelt die ganze Halle. Zwischen eben erwähntem Lied und 'Shiver' macht Sänger Andy B. Franck ein bisschen Werbung für das kürzlich erschienene Album "Memorial Roots", für das nach seiner Aussage 27 Millionen Vorbestellungen eingingen. Die Reihen vor der Bühne füllen sich immer mehr – unter den Fans befinden sich sogar zwei Schweden – und fast alle pfeifen 'Shiva's Tears' mit. Vor 'Falling Spiral' fordern BRAINSTORM die Menge auf, richtig abzugehen, was bei der Lichtshow und der guten Stimmung, die die Band verbreitet, nicht wirklich schwierig ist. Auch deshalb nicht, weil sich der Song nach einem stimmungsvollen Gitarrenpart zu einer rasanten Metal-Nummer entwickelt. 'All Those Words' wird ebenfalls gut angenommen und im Refrain von den Fans mit "Wohohow"-Chören begleitet. Doch die Höhepunkte hebt sich das Quintett natürlich für den Schluss auf: Das Publikum geht steil auf 'Fire Walk With Me', bei dem Andy einen Fan aus der ersten Reihe in den Arm nimmt und mit ihm singt, und das darauffolgende 'How Do You Feel'. Auf dieses Lied haben wohl die Meisten hier gewartet. Nach dem letzten Ton singt die Menge noch einmal lautstark die Melodie von 'All Those Words'. BRAINSTORM bedanken sich artig, können aber leider keine Zugabe spielen.

Setlist BRAINSTORM:
Intro / Forsake What I Believe
The Leading
Highs Without Lows
Blind Suffering    
Shiver
Shiva's Tears
Worlds Are Coming Through
Conjunction Of 7 Planets
Falling Spiral Down
Doorway To Survive
Hollow Hideaway
All Those Words
Fire Walk With Me
How Do You Feel


Nach nur 20 Minuten Umbau und Soundcheck steigen PRIMAL FEAR direkt mit 'Under The Radar' ein. Sofort ist allen klar: Hier wird guter, alter Power Metal gespielt! Die Fans sind begeistert und gehen von Anfang an gut mit. Sänger Ralf Scheepers erzählt zwischendurch Anekdoten aus seiner Zeit mit GAMMA RAY in Hamburg und sagt, dass die Hamburger die besten Menschen sind. Die Fans singen nicht nur Hits wie 'Battalions Of Hate' mit, sondern auch den Titeltrack des aktuellen Albums "Six Times Dead 16.6". PRIMAL FEAR schaffen es, den Sound und die Lichtshow von BRAINSTORM noch zu übertreffen. Bei  'Sign Of Fear' liefern sich die beiden Gitarristen Henny Wolter und Alex Beyrodt ein fingerbrechend schnelles Gitarrenduell über das gesamte Griffbrett – das Publikum ist gleichermaßen begeistert und erstaunt. Auch Schlagzeuger Randy Black weiß die Fans mit seinem technischen Können und den Drumstick-Dreheinlagen in seinen Bann zu ziehen. Als er bei 'Final Embrace' einen Stick verliert, hat er sofort einen neuen parat. Insgesamt ist die Band sehr gut drauf: Die Schweden in der ersten Reihe fordern Ansagen auf Schwedisch, woraufhin Ralf das Publikum abstimmen lässt, ob er auf Schwedisch, Englisch oder Deutsch ansagen soll. Natürlich sind die Hamburger am lautesten und stimmen auch gleich das Lied 'Hamburger Jungs' an. Bei der Ballade 'Fighting In Darkness' schwingen die Fans die Arme in die Luft und halten Feuerzeuge hoch. Hier bekommt jeder, was er braucht: Ob sanfte Balladen, harte Metal-Stücke oder Instrumental-Breaks und Gitarrensoli – PRIMAL FEAR haben es einfach drauf. Die Schwaben haben ihr Publikum im Griff und gehen auch auf Wünsche der Fans ein. Ralf animiert sie zum Beispiel zum Singen "Wie ist es denn in Wacken immer so schön oh-ho!" Die Fans danken es ihnen und singen lauthals mit. Gegen Ende stimmen sie in einer Weißwein-Pause des Sängers noch einmal 'Hamburger Jungs' an. Hier haben wirklich alle Spaß! Doch ehrfürchtig können die Hamburger auch sein: Nachdem Ralf seine Band und den Tourmanager auf dem Klangteppich eines schnellen Instrumentals vorgestellt hat, fordert er Ruhe – sofort herrscht Totenstille in der ganzen Markthalle. Als er dann den lautesten Pegel aller Zeiten haben möchte, schreien alle "Heavy Metal". 'Metal Is Forever' widmet Ralf dann Michael, einem Fan, der im Rollstuhl sitzt. Wieder singen alle laut mit. Nach dieser Vorführung fordern die Fans Zugaben und singen erneut 'Hamburger Jungs'. Ralf möchte aber auch die Hamburger Mädels hören und fordert sie zum Singen auf. Für das erste Lied der Zugabe, 'Hands Of Time', werden Barhocker auf der Bühne aufgebaut. Bei dieser Ballade singt nicht nur Ralf allein, sondern auch Gitarrist Henny und Bassist Mat Sinner. Die weiteren Zugaben 'Seven Seals' und 'Chainbreaker' heizen noch einmal richtig ein. Am Ende fordert die Markthalle: "Einer geht noch! Einer geht noch rein!" Die Rufe werden jedoch nicht erhört und so geht jeder mit seinem Lieblingslied auf den Lippen nach Hause.

Setlist PRIMAL FEAR:
Intro / Under The Radar
Battalions Of Hate
Killbound
Nuclear Fire
Six Times Dead 16.6
Angel In Black
Sign Of Fear
Fighting The Darkness
Riding The Eagle
Final Embrace
Metal Is Forever

Hands Of Time
Seven Seals
Chainbreaker

[Gastautor: André Dömer]

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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