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Vans Off The Wall Music Night: PARKWAY DRIVE and friends - Düsseldorf

30.11.2013 | 11:47

14.11.2013, Stahlwerk

Mit der Music Night präsentiert der Schuhhersteller Vans eins der Metalcore-Spektakel dieses Herbstes! PARKWAY DRIVE, WE CAME AS ROMANS, MEMPHIS MAY FIRE und LIKE MOTHS TO FLAMES stehen auf dem diesjährigen Billing und versprechen einen mehr als heißen Abend.

Bei der stetig steigenen Popularität ist es wirklich kein Wunder, dass PARKWAY DRIVE der Headliner der europäischen Music Nights ist. So gab es in Europa sicherlich keine Steckdose, an der die Australier nicht schon gespielt haben. Interessant sind also besonders die drei Vorbands, die man vielleicht noch nicht so häufig gesehen hat. WE CAME AS ROMANS ist mit Sicherheit eines der heißesten Eisen im aktuellen Metalcore-Zirkus. In den USA gehört MEMPHIS MAY FIRE ebenfalls zu den Senkrechtstartern der Szene. LIKE MOTHS TO FLAMES sind hier wie in den Staaten ein etwas unbeschriebenes Blatt und müssen sich ihren Ruf erst noch erspielen. Jüngst erschien das zweite Album der Band, "An Eye For An Eye". Bedingt durch den mehr als nervigen Feierabendverkehr der Düsseldorfer Innenstadt und der schlechten Parkplatzsituation des Stahlwerks, verpasse ich die Truppe leider. Sehr schade, denn ich habe mich gerade auf diese Band sehr gefreut.

Also ist MEMPHIS MAY FIRE der Einstieg für mich. Wo der Szene-Jünger den Sound der Band als ziemlich amtlichen Metalcore beschreiben mag, könnten andere die Musik als Stangenware bezeichnen. Das hängt sicherlich vom Standpunkt ab, wie man das aktuelle Metalcore-Geschehen beurteilen will. Was allerdings für jeden klar sein sollte ist, dass besonders der klare Gesang ziemlich glatt und perfekt aus den Boxen schallt. Zumindest bei mir, der nicht gerade im Zentrum des amtlichen Moshpits steht, kommt die Frage auf, ob es sich dabei wirklich um eine reine Liveperformance handelt. Die Band rockt dennoch mehr als amtlich durch das halbstündige Set. Der Fokus liegt dabei auf dem aktuellen Werk "Challenger". Die Kids im Pit haben ihren Spaß mit der Truppe und so wird, wie zu besten Nu Metal-Zeiten, ordentlich gehüpft. Ich habe da schon wesentlich langweiligere Shows in diesem Genre gesehen als die von MEMPHIS MAY FIRE. Man sollte sich vielleicht etwas näher mit der Band beschäftigen.

Es scheint, dass WE CAME AS ROMANS mittlerweile in der ersten Metalcore-Liga angekommen ist. Von der ersten Sekunde an frisst das Publikum der Band aus der Hand. 'Tracing Back Roots' eröffnet das fast 40 Minuten lange Set. Besonders die neuen Songs der diesjährigen Veröffentlichung "Tracing Back Roots" bereiten dem Publikum Freude. Wie schon bei MEMPHIS MAY FIRE ist die Nu Metal-Hüpfburg im vorderen Hallenviertel mehr als gut besucht und jedes "Oho" wird lautstark vom jungen Publikum mitgesungen. Besonders das Gesangs-Duo Kyle Pavone und David Stephens heizt den Fans ziemlich ein. Der schmächtige Pavone, der für den klaren Gesang zuständig ist, gibt sich sehr publikumsnah und geht öfters mal an die Absperrung vor die Bühne oder gönnt sich ein Bad in der Menge. Trotz all der Bewegung sitzen die Töne sehr gut, was ich nicht erwartet hätte. Immerhin schaffen viele Bands es gerade beim klaren Gesang nicht, das Niveau der Platte zu erreichen. Für mich ist die Performance von WE CAME AS ROMANS die Beste des Abends.

Dass mich PARKWAY DRIVE am heutigen Abend nicht so begeistern können, liegt vielleicht daran, dass ich die Band vorher bereits neunmal live gesehen habe. Vielleicht aber auch an der etwas langatmigen Setlist, die auf die langsameren Songs der letzten beiden Alben zu setzen scheint. Von "Killing With A Smile" zum Beispiel gibt es nur einen einzigen Song, nämlich 'Romance Is Dead'. Ich weiß nicht, ob ich langsam zu alt für diese Band bin oder sich mir die Klasse der letzten beiden Werke nicht ganz offenbart, aber ich hätte lieber mehr Songs von diesem Album gehört. Die Nummern von "Atlas" und "Deep Blue" werden leider bevorzugt behandelt.

Zugegeben, die Eröffnungsnummern 'Dark Days' und 'Sleepwalker' sind schon mehr als knackige Tracks, die das Publikum direkt ausrasten lassen. Mir hätten Abrissbirnen wie 'Guns For Show, Knives For A Pro', 'Mutiny' oder 'Gimme AD' allerdings noch besser gefallen. Und wenn man schon etwas langsamere und abwechslungsreichere Songs spielen will, warum dann nicht mal wirklich Abwechslung reinbringen und 'It's Hard To Speak Without A Tongue' oder 'A Cold Day In Hell' spielen? Ein paar Überraschungen würden dem PARKWAY DRIVE-Set wirklich gut tun.

Technisch ist die Band natürlich trotz aller Kritik meinerseits über alle Zweifel erhaben. Es wirkt auf mich nur ermüdend, dass es in der Setlist dieser großen und veröffentlichungsreichen Band so gut wie keine Überraschungen gibt. Was mir ebenfalls komisch vorkommt ist, dass gerade einmal zwölf Songs zum Besten gegeben werden. Die Zugabe 'Carrion' beendet das Set nach einer knappen Stunde und die Truppe verabschiedet sich höflich. Möglicherweise hatte man heute einfach nicht so viel Lust zu spielen, da die Halle gerade einmal halb voll ist und damit weit unter dem PARKWAY DRIVE-Durchschnitt liegt. Wie dem auch sei, für viel mehr hätte ich mich heute eh nicht begeistern können. Auch wenn ich mit dieser Meinung sicherlich recht alleine da stehe.

Redakteur:
Sebastian Berning

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