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Tourtagebuch Sacred Steel, Wardog - Europa

28.10.2000 | 08:47

08.08.1999,

Das Wacken Open Air als Tourstart. Gibt\'s was schöneres? Nein (außer ein neues Manowar Album vielleicht)! Übers Wacken erübrigt sich ja eh völlig, weil ja jeder dort war. Den Anfang der drei Tour-Bands machten Wardog. Samstag Mittag, kurz nach 12. Strahlender Sonnenschein, die Meute verkatert und Wardog müssen spielen. Keine dankbare Aufgabe, aber zumindest ist niemand gegangen. Ein Achtungserfolg. Destiny´s End hatten das Glück zur nahezu besten Zeit zu spielen. Das einzige Mal auf der ganzen Tour in E, da ihre Klampfen noch nicht eingetroffen waren. Killergig, mehr gibt\'s dazu nicht zu sagen. Sacred Steel haben dann überraschend noch die Möglichkeit bekommen für Marduk einzuspringen. Und zwar nachts um 1 Uhr. Erfahren hat man das natürlich erst vier Stunden vorher, und der Gig drohte ein Desaster zu werden, da die gesamte Band tierisch einen sitzen hatte. Aber angestachelt, durch die \"Marduk\" rufenden Schwarzkittel in den ersten Reihen, und durch diverse fliegende Gegenstände, haben die Jungs den Elchtötern, Respekt eingebleut. Nach drei Songs gab es nur noch Maulsperren und Jubel. Echt klasse.

8.8.99, Day-Off in Hamburg
Off-days sind langweilig. Bis auf das erste gegenseitige Beschnuppern von Sacred Steel und Destiny´s End ist nicht viel passiert. Den freien Tag haben wir in Hamburg verbracht. Den Amis von Destiny´s End ist erstmal der Kiefer runtergeklappt als sie die Damen in der Herbertstraße sahen. Bier trinken war über den ganzen Tag angesagt, (was auch sonst) und ständiges öffentliches Urinieren. Einhelliger Destiny´s End-Kommentar : Wir lieben Deutschland !! Die Jungs von Wardog sind mit einem Kleinbus schon nach Essen vorgefahren, da Tom Gettis angeblich wegen einer Daunen-Allergie nicht im Tourbus nächtigen konnte.

9.8.99, Essen, Zeche Carl
1.Tag, normalerweise eine stressige Angelegenheit. Normalerweise...
Da wir zeitig eingetroffen waren, hatten wir (Jo, Bobby und ich) massig Zeit das Equipment auseinander zu klauben, zu markieren und in aller Gemütsruhe auf die Bühne zu stellen. Wir hatte soviel Zeit, daß sogar Slough Feg, die heute und morgen zusätzlich spielen, noch einen kurzen Soundcheck bekommen haben.
Es waren ca. 80 Leute anwesend, die von Slough Feg gar keine, von Destiny´s End ein bißchen, von Wardog viel und von Sacred Steel nicht viel mehr Notiz nahmen. Die Reihenfolge war also goldrichtig. Zumal drei Jungs von Nevermore und einige Fans aus Balingen da waren, die allesamt völlig Dicht, eh nur Sacred Steel sehen wollten. Fazit: für einen ersten Tag sehr entspannt, keine Probleme und ein ganz gutes Konzert. Ach ja, mitten in der Nacht ist James (von Destiny´s End) noch mit den Ehefrauen von Wardog abgehauen. Rattendicht und für ne halbe Stunde. Ts,Ts, was da wohl passiert war....

10.8.99, Stuttgart, Röhre
Es sollte der beste Gig der Tour werden. Schon bei Slough Feg waren ca. 250 Leute da, die die Amis auch dankbar annahmen. Es gab schon etwas mehr als Höflichkeitsapplaus für die gute 30 min Performance, die sich Hauptsächlich auf das 2. Album (Twilight of the Idols) beschränkte. Ab Destiny´s End gab´s dann nur noch ein Stimmungslevel: Vollgas und ab dafür. Destiny´s End haben 2/3 ihres 1. Albums, ein Helstar Song (The king is dead) und `Beyond the realms´ von Priest. Wardog hatten, mit ihrer Mischung aus Scorched Earth und Sound Beating - Songs, die Meute fest im Griff und gaben in ihren 50 min wirklich alles. Entsprechend angefressen war Tom, als sie keine Zugabe mehr spielen durften (Zeitplan). Sacred Steel zu Hause, was kann da schiefgehen? Richtig, nix.
Setlist: Intro, Wargods, Tonight the witches ride, Carnage, Metalheads, Iron Legions, Crusaders, Heavy Metal To The End und Battle Cry von Wargods... Battle Angel, True Force und Sacred Steel von der `Reborn´, Metal Is War und The Oath Of Blood von der neuen `Bloodlust´. Ca. 350 Leute, voll der Hammer !!!

11.8.99 Heidelberg, Schwimmbad
Schwimmbad; tierisch nette Leute, aber eine unglaublich kleine Bühne. Alles ist eng, verwinkelt und man hat keinen Platz um die Cases zu verstauen. Die gute Stimmung unter den ca. 200-250 Leuten machte den heutigen Streß aber wieder wett. Destiny´s End und Sacred Steel sind heute wohl etwas besser angekommen als Wardog, aber das kann auch täuschen. Allzu Objektiv kann ich nämlich in dieser Beziehung nicht mehr sein, da sich Wardog immer mehr vom restlichen Troß abkapseln. Rekord im Bühne abbauen, vom ersten Handgriff bis zum Busklappe zumachen 37 min, jiiiipiiiiieee. Ach so, Sonnenfinsternis war ja auch noch, leider gab´s aber wie fast überall nicht zu sehen außer Wolken.

12.8.99 Berlin, K17
K17 ? Noch nie gehört. Wie sich rausstellte ist das K17 ein ganz, ganz kleiner in Eigenregie geführter Club. Megakleine Bühne, kaum Licht usw. Aber die Leute dort sind echt mir Herzblut dabei, was meinen Respekt absolut verdient. Vor ca. 50 Leuten sind Destiny´s End heute, glaube ich, Sieger. Die anschließende Party (Freibier) in der Kneipe wollen wir dann lieber mit dem Mäntelchen des Schweigens bedecken... Habe heute zum ersten Mal Gummibärchen beim Arbeiten gegessen. Muß ich öfters machen.

13.8.99 Wittenberg Östlicher Schloßhof
Komische Stadt. Die Hauptstraße und die Straßen links und rechts sind echt super Renoviert, aber dann... In manchen Ecken dieses geschichtsträchtigen Örtchens sieht´s immer noch aus...
Das Gelände an sich ist im Freien, d.h. in einer Art Innenhof. Große Bühne, massig Licht, verspätetes Catering und Wardog als Headliner auf den Tickets. Licht und Schatten hielten sich die Waage, was sich aber noch ändern sollte. Von den ca. 200 Leuten waren 5-7 Metalhead´s, der Rest war die Dorfjugend. Der Lichtmann stand zum ersten Mal am Lichtboard, er war so übel, daß ich das Heft schon nach einem Song an mich reißen mußte. Dieses Mäusekino war wirklich unzumutbar. Besonders bei Sacred Steel war es dann besonders hektisch: Pyro, nach hinten rennen (30m), Licht machen, Pyro, Licht , Pyro, Licht usw. ächtz... Hätte ich mal nur vorher Kilo-metergeld beantragt. Das Publikum war nur in einer Beziehung erwähnenswert, kaum war das Konzert vorbei, begannen sie zu klauen wie die Raben. Fazit: 5 zufriedene Fans, 1 geklauter Drumhocker, ein fehlendes Pyrokabel und ein handfester Streit mit dem total besoffenen Veranstalter bezüglich der Diebstähle.

14.8.99 Vosselar (B), Biebob
Kinderfickerland. Das Catering war wie immer lecker (Hähnchen), der Backstage-raum zu klein, zu feucht etc. Wardog sind wieder als Headliner angekündigt, keine Ahnung was die Jungs da wieder hintenrum gedreht haben. Alle haben einen dicken Hals deswegen und Wardog werden entsprechend gemieden. Ca. 150 Leute wollen nur einen Song hören : The King is Dead . Die restlichen drei Stunden versinken im Höflichkeitsapplaus und einem Ausraster meinerseits, nachdem Wardog mit ihrer Anhängerschaft (2 Kumpels und ihre Frauen) während des Sacred Steel Gigs fünfmal über die Bühne latschten und meine Pyros ständig nachkonrolliert werden mußten. Aufgrund des morgigen Tages, (der lustig werden wird) der keine schlecht Stimmung duldet, da es der letzte ist, hab ich die Geschichte nach dem Gig wieder geradegerückt. Nach ner 3/4 Flasche Jägermeister und viel Bier bin ich dann ins Koma gefallen.

15.8.99 Groningen (N), Vera
Das Vera ist ein echt cooler Laden, hat aber einen Fehler, man muß das ganze Zeuge eine Treppe hoch tragen. Bei Destiny´s End wurden dann einige Späße gemacht, deren Höhepunkt wohl war, daß Nardo mit einem Lampenschirm auf dem Kopf, Baß spielte und einen Apfel aß. Gerrit sang noch bei `The King Is Dead´ mit, und ich hab sie so dermaßen eingenebelt, daß sie fast gekotzt hätten. Bei Wardog hat es keine Späße gegeben, außer daß sie `Hell Bend For Leather´gecovert haben. Bei Sacred Steel ging es dann los... a) ich habe bei `Battle Angel´ Bass gespielt
( keine Ahnung wie das eigentlich geht ), b) Perry und Brian (Destiny´s End) haben sich ein Tarnnetz übergeworfen und Seeschlange gespielt, c) James hat `Wargods´ gesungen ohne den Text zu kennen, d) Brian und Eric (Wardog) haben sich mit Schwert und Klosauger einen Kampf geliefert und zu guter letzt gab es noch eine Version von `Breaking the Law´ , bei der dann alle auf der Bühne waren. Fazit: ca. 150 Käsköpf haben die Späße gut aufgenommen, wollten aber wieder nur `The King is Dead´ hören.
Leider wurde es nichts mehr mit einer ausschweifenden Abschiedsparty, da wir relativ zeitig abreisen mußten. Wardog sind gegangen ohne sich von irgendwem zu verabschieden (was so ziemlich alles sagt). Das sollte uns und Destiny´s End natürlich nicht passieren, morgens um 7.30 h in Düsseldorf ein Knoppers (halt, das war ja halb zehn in D-Land), ein letztes Ausladen für Destiny´s End und ganz viele Umarmungen und gute Wünsche. Tschüß Destiny´s End , macht´s gut.

Das wars für diesmal. Your´s in Metal forever.

Alexander (Apollo) Heiß

Redakteur:
Gastautor

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