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The Day The Dead Walked VII - Freiburg

06.02.2007 | 10:46

27.01.2007, KTS

Ein rustikaler Keller, viel Schnee und ein paar stilistisch gut durchmischte Bands. Hinzu kommen noch günstige Biere, ein klasse DJ und viel gute Laune. So stellt man sich doch einen romantischen Abend vor.

Sogleich bewiesen die Schwarzwälder Pagan-Metaller FINSTERFORST auf dieser winzig kleinen Eck-Bühne ihr Können und zeigten spontan mit dem Opener 'Sieg und ewig Leben' wo der Hammer hing. Der Gute-Laune-Funken sprang direkt ins Publikum über und es wurde gebangt, getanzt und gebrüllt was das Zeug hielt. Ein lustiges Gimmick war der eigens aufgebaute, knorrige, Geweih-Mikro-Ständer, welcher später noch seinen Nebenjob als Kleiderständer aufnehmen sollte. Denn schon ziemlich früh flog ein schwarzer BH gen Bühne und wurde prompt dort hingehängt.
Der Gig an sich verlief prächtig. Die Stimme des Frontkreischers Marco kam im Gegensatz zu der aktuellen CD ziemlich tief rüber, blieb aber sehr kraftvoll und aggressiv. Das extrem laute Schlagwerk bekam eine knallharte Abreibung vom Drummer und wurde von sägenden Gitarren und dem filigran gespielten, sehr folkigen Akkordeon würdevoll unterstützt, welches unglücklicherweise etwas zu leise war. Zusätzlich kam noch die Tin-Whistle zum Einsatz, die aber leider nur von einem Keyboard ersetzt wurde.
FINSTERFORST hatten zum Glück nicht nur die drei Songs des Demos, das komplett gespielt wurde, auf Lager, sondern auch noch einige weitere Kracher, darunter 'Traumwald'. Dieses Stück knallte gewaltig, wurde aber, wie auch viele andere Songs, zwischendrin von Marcos Akustik-Gitarre weich unterbrochen und setzte somit einige interessante Akzente. Ein wirklich toller Auftritt. Den jubelnden Zuschauern konnte man das aus den Augen ablesen.

Setlist:
Sieg und ewig Leben
Traumwald
Weinende Ruinen
Schatten der Nacht
Das Dunkle aller Welten

Lustig ging's weiter mit ASSORTED NAILS. Denn dieses Death-Metal-Brett (Oder "Untrue Death Metal", wie sie sich selbst betiteln) hatte es wahrlich im Blut, die gute Laune auch bis ins letzte Eck des Schuppens zu tragen. Auch wenn dies teils durch zu viel Gelaber geschah. Hauptaspekt war aber der kraftvolle Gig der Truppe, welcher stark zum Mitmachen und teils sogar zum Crowdsurfing animierte.
Die Soundabmischung war eindeutig besser als bei FINSTERFORST und die Jungs beherrschten ihre Äxte und Knüppel perfekt, was den Gig sehr positiv gestaltete.
Ein fieses Riff jagte das Andere, der Bass brummte wie eine Zwei-Meter-Hummel, das Drumming brachte die Nackenmuskulatur zum vibrieren und der Sänger krächzte bzw. growlte sich die Lunge aus dem Leib.
Vor Allem die netten Thrash-Parts brachten die Reihen zum Massen-Moshen. Kleines Manko waren die anfänglichen Soundprobleme und die, trotz aller Power, eher einseitigen Songs. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, und die Fans waren zufrieden.

Später waren ZATOKREV an der Reihe. Die Schweizer Doom/Death-Metaller waren der lang erwartete Headliner des Abends und beschenkten die Qualitätsbewussten Metaller-Ohren mit schleppenden, eingängig walzenden Riffs, welche von der shoutigen Stimme des Frontmannes angeführt werden. Sein Gesicht verzog sich dabei zu sehr interessanten Grimassen, welche eher in die Schublade "Grindcore-Gigs" gepasst hätten. Sollte schon mal ein LENG TCH'E-Auftritt zu Gemüte geführt worden sein, weiß der aufmerksame Leser, was ich meine. Nur so schlimm war's dann auch nicht. Der Sound war diesmal makellos und betonte würdig die sehr technisch/progressiv versierten Musiker. Die Jungs kamen bei der zuschauenden Meute sehr gut an, was besonders das Bang-Meer deutlich machte. Einen speziellen Touch bekam der Auftritt durch den Sänger, welcher ab und zu mit dem Rücken zum Publikum stand, und durch die, den kompletten Gig durchgängig gespielten, Instrumente. Einmal war's der Bass, einmal die Leadgitarre und so weiter. Die Band schaffte es, die Atmosphäre auf einem ständig drückenden und düsteren Pegel zu halten, was den Abend würdevoll abschloss.

Redakteur:
Sebastian Schneider

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