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Tarja - Tampere

10.01.2007 | 12:04

06.12.2006, Tampere-Talo

Weihnachtszeit, besinnliche Zeit. Richtiges Weihnachtsfeeling gab es an diesem 6. Dezember, dem finnischen Unabhängigkeitstag, allerdings noch nicht, denn kein Flöckchen Schnee war auf den Straßen zu finden. Und dennoch: in Tampere strömten die Leute haufenweise in den großen Sall der Stadthalle Tampere-Talo, denn dort hatte sich Ex-NIGHTWISH-Sängerin TARJA TURUNEN für ein Weihnachtskonzert angekündigt. Die insgesamt rund 1750 Plätze des Saales waren wahrscheinlich nicht ausverkauft, doch die Halle war trotz des Feiertages so gut gefüllt, dass einzelne freie Plätze auf dem Balkon nicht ins Auge sprangen. Nicht nur Gothic-Mädchen in wallenden Gewändern hatten den Weg zu dem Event gefunden, es gab durchaus auch viele etwas ältere Leute, die sich einfach darauf freuten, ihre Lieblingsweihnachtslieder von einer der beliebtesten Sängerinnen Finnlands zu hören.

Wer sich schon oft über die späten Anfangszeiten bei finnischen Konzerten geärgert hatte, der hatte hier wirklich nichts zu meckern, denn klassische Konzerte beginnen auch hier zu eher frühen Stunde. Um kurz nach 19.00 Uhr betraten dann auch Tarjas begleitende Musiker die Bühne, um ihre Instrumente zu stimmen. Tarja selbst betrat die Bühne einige Minuten später, und der Applaus, der der zierlichen Sängerin entgegenschlug, war sofort überwältigend. Nach einigen Worten von Tarja und ihren guten Wünschen zum Unabhängingkeitstag, gab es nun dann auch Musik. Eröffnet mit 'Kuin henkäys ikuisuutta', dem Lied das Tarja auch zum Titel ihres kürzlich erschienenen Weihnachtsalbums inspirierte, präsentierte Tarja sogleich ihre Ausnahmestimme in einem sanften Lied mit Ohrwurmcharakter. Im ersten Teil des Konzertes fanden sich außerdem Stücke wie das von John Lennon geschriebene 'Happy Christmas (War Is Over)', das von Tarja teils auf Englisch, teils auf Spanisch vorgetragene 'Happy New Year' und natürlich 'Walking In The Air' von Howard Blake, mit dem Tarja schon während ihrer NIGHTWISH-Zeit zu begeistern wusste. Auch hier präsentierte sie das Stück voller Emotionen, so dass sich ein kollektives Gänsehaut-Feeling im Saal einstellte und man das ein oder andere Näschen in Taschentüchern versinken sah. Ein weiteres Highlight des Abends stellte mit Sicherheit das in deutsch gesungene 'Ave Maria' dar, bei dem Tarja ein weiteres Mal ihre volle, klassische Stimme nur mit der Begleitung von Pianistin Maria Ilmoniemi unter Beweis stellen konnte. Den Abschluss des ersten Teiles bildete wieder ein etwas moderneres Stück, nämlich das melodische 'The Eyes Of A Child', das die Zuschauer mit Lust auf mehr in die gut 20-minütige Pause entließ. Diese wurde nicht nur mit Toilettengängen und dem Konsum von Champagner genutzt, sondern vor allem auch zum Shopping an dem großzügig bestückten Merchandise-Stand. Dort gab es nicht nur Tarja als Poster, Tarja als T-Shirt und Tarja als Tasse, sondern vor allem nätürlich auch Tarja als Sängerin, denn am Stand konnte man sowohl ihr Solo-Album und –Single, als auch ihre Werke in Zusammenarbeit mit Beto Vasquez und mit der Noche Escandinava-Truppe käuflich erwerben. Frisch eingedeckt mit Artikeln aller Art ging es nun wieder zurück auf die Plätze, denn der zweite Teil des Konzertes sollte beginnen.

Wie bereits zuvor enterten zuerst die Musiker, dann wenige Momente später auch Tarja die Bühne. Tarja präsentierte sich hierbei in einem neuen Outfit, hatte sie das schlichte schwarze Outfit mit der roten Schärpe des ersten Teiles gegen eine weiße Kombination mit silbernen Elementen eingetauscht. Auch der zweite Teil bestand aus einer netten Kombination klassischer und moderner Lieder, die teilweise auch als ein Akustik-Set präsentiert wurden. Während 'Marian poika', einem echten Lieblingslied der Finnen, zeigte Tarja auch wieder ihre Qualitäten als Entertainerin, verließ die Bühne, um durch das sitzende Publikum zu wandern und dieses zum Mitsingen des Refrains aufzufordern. Das Publikum ließ sich auch nicht lange bitten, sondern war sofort mitgerissen und stimmte lauthals mit ein. Tarja (wieder auf der Bühne angekommen), hatte natürlich auch Lieder, von ihrer allerersten Weihnachtsveröffentlichung aus dem Jahre 2004 in die Setlist gepackt, und so durfte zu Beispiel 'En etsi valtaa, loistoa' nicht fehlen. Nachdem die restlichen Musiker (bestehend aus der bereits erwähnten Pianistin, 3 Streichern, einer Gitarre, einem Bass und einem Schlagzeug) bereits im ersten Teil ihr musikalischen Können bei einem kurzen Potpuri zeigen durften, bekamen sie auch im zweiten Teil eine weitere Chance zu glänzen. Diese genutzt, verließen sie die Bühne, während Tarja sich an das Klavier setze und das letzte Stück des Abends den Engeln widmete, die uns umgeben. 'You Would Have Loved This', zugleich die erste Single des "Henkäys Ikuisuudesta"-Albums, rührte viele nochmals zu Tränen, und auch Tarja selbst zeigte sich berührt als sie für ihre Darbietung mit überwältigendem Applaus belohnt wurde.

Auch wenn somit das angekündigte Programm zu Ende war, so wurde schnell klar, dass das Ganze nach einer Zugabe schrie. Die gab es dann natürlich auch, und Tarja präsentierte sich dafür in ihrem schönen, roten Kleid, für das sie bereits durch die Promobilder des Weihnachtsalbums Komplimente geerntet hatte. Als erste Zugabe gab es noch einmal 'Walking In The Air', doch während das Stück im ersten Teil eine reine, getragene Ballade war, gab es diesmal ein wenig mehr Pepp und Drive. Den so langershnten Schnee gab es ebendrauf, allerdings nur auf der Bühne. Den krönenden Abschluss bildete schließlich 'Jouluyö, juhlayö', die finnische Version von 'Stille Nacht, heilige Nacht', die wiederum für Gänsehaut sorgte. Danach war allerdings wirklich Schluss, Tarja und ihre Musiker verbeugten und bedankten sich, nahmen die auf die Bühne gebrachten Blumen entgegen und verabschiedeten sich von der Bühne.

Das Publikum strömte in das geräumige Foyer, um entweder den Heimweg anzutreten oder weiterhin die Shopping-Lust mit Merchandise zu befriedigen. Wer die neu erstandenen (oder alten mitgebrachten) Güter mit Tarjas Signatur verziert haben wollte, konnte sich auch diesen Wunsch erfüllen und sich in die Schlange der bereits Wartenden einreihen. Nach ein wenig Wartezeit erschien Tarja, frisch umgezogen, und setzte sich an einen kleinen Tisch, um ihren Fans mit Autogrammen und Fotos zu dienen. Auch ein kleines Schwätzchen war für jeden durchaus drin, und so zog sich die Angelegenheit etwas in die Länge, doch schlussendlich war jeder bedient und trat glücklich den Heimweg an. Schnee war in den Stunden des Konzertes zwar keiner gefallen, aber die wohlige Weihnachtsstimmung konnten die Konzertgänger sicherlich trotzdem fühlen.

Redakteur:
Ricarda Schwoebel

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