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THE 69 EYES - Dresden

10.02.2010 | 11:54

05.02.2010, Reithalle

Die Helsinki Vampires sind back in Dresden! Blood, Goth and Rock'n'Roll all night long!

Nach vielen Jahren des vergeblichen Wartens auf eine Headlinertour der Finnen kehren die Helsinki Vampires energiegeladen zurück auf die deutschen Bühnen. Doch sie kommen nicht nur zurück, sie kommen "Back In Blood". Das erste Album via Nuclear Blast hat die Finnen zurück zu alter Stärke geführt und den Rockanteil merklich erhöht. Ob es den Livespaß noch einmal erhöhen kann? Wir werden es sehen ...

Nach einer feuchtfröhlichen Autofahrt in die Elbmetropole Dresden erreicht das Leipziger POWERMETAL.de-Team die Reithalle, wo bereits etliche Schwarzkittel mit Bier und Gänsehaut vor der Location ihr Unwesen treiben. Da sich unser Interviewtermin mit Drummer Jussi 69 mit MANDRAGORA SCREAM überschneidet, müssen wir die erste Band leider sausen lassen. Dafür sind wir umso gespannter auf LACRIMAS PROFUNDERE, die in allerletzter Sekunde auf den Tourbus aufgesprungen sind. Ursprünglich sollten CHRISTIAN DEATH die Finnen als zweite Band supporten, aber die wurden wahrscheinlich an einer Raststätte aus Versehen vergessen.

Da sich das letzte Album der Oberbayern, "Songs For The Last View" erstaunlich gut in der heimischen Anlage machte, waren viele über diesen Tausch sicherlich erfreut. Leider verließ Bassist Peter Kafka die Band vor der Tour, so dass einige der Supportgigs gecancelt werden mussten. Ablauf nach Plan ist eben was Anderes. Doch für die Dresden-Show konnte ein Ersatz gefunden werden – also ab dafür.

Mit 'We Shouldn’t Be Here' vom aktuellen Album (im April soll es endlich einen Nachfolger geben) starten die Oberbayern wunderbar rockig und bekommen die anwesenden Fans auch sofort in den Griff. Auffällig ist die stete Entwicklung von Sänger Rob, der seit seinem Einstieg im Jahre 2007 zu einem echten Frontmann gereift ist.

Es folgt ein knapp vierzig Minuten langer Überblick über das bisherige Schaffen von LACRIMAS PROFUNDERE, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf den letzten Alben liegt. Nach dem stimmungsvollen 'Ave End' ist Feierabend und Zeit für Blutwurst.

Setlist LACRIMAS PROFUNDERE
We Shouldn’t Be Here
To Bleed Or Not To Be
Dear Amy
Again It’s Over
I Did It For You
Should
Sweet Letter C
My Mescaline
Ave End

Nach einer halbstündigen Umbaupause erlischt das Licht. Ddie Zeit ist reif für THE 69 EYES. Selbst die Kolleginnen im Fotograben beginnen zu kreischen. Als die Jungs zum "Lost Boys"-Intro die Bühne nacheinander betreten, flippen die Mädels reihenweise aus, und als Frontposer Jyrkie 69 erscheint, fällt einem vor Geschrei fast die Kamera aus der Hand.

Mit dem Titeltrack der aktuellen Scheibe beginnt der wilde Trip. Während Jussi 69 sich mal wieder den Teufel aus dem Leib peitscht und der Rest der Gang lässig die Saiten bedient, spielt Jyrkie seinen Stiefel gnadenlos runter. Er schwingt, schmachtet und dreht sich im Kreis. Immer wieder ein Augenschmaus, dennoch könnte er sich langsam mal etwas Neues einfallen lassen. Ein Rad oder ein Flickflack wären mal eine nette Geschichte.

Mit 'Never Say Die' von 2007er Werk "Angels" geht es markant weiter, bevor sich Jyrkie seinen Fans zuwendet und die Dresdner und vor allem Dresdnerinnen begrüßt. Flockig folgt - nach dem verwegenen 'The Good, The Bad And The Undead' - mit 'Dance D'Amour' der erste große Klassiker, welcher die prima Stimmung noch ein wenig anhebt.

Nach etwas Altem kommt mit 'Lips Of Blood' erneut etwas Neues. Was kommt dann? Genau, wieder ein Klassiker.

Jyrkie erzählt, dass sie schon eine Ewigkeit nicht mehr in Dresden waren (offensichtlich hat er den The-Rock-Auftritt im Jahr 2009 vergessen), aber die Stadt immer noch voller 'Gothic Girls' sei. Die Mädels zappeln, kreischen und bekommen feuchte Schlüpfer. Schön!

Jyrki hält seinen Ständer bzw. Mikroständer in die tobende Meute, lutscht an seinem Finger und treibt die Mädels zur Ekstase. Das Spiel geht weiter. Mit 'Susperia Snow White' folgt erneut ein Track der aktuellen Scheibe, bevor mit 'The Chair' in Erinnerungen geschwelgt wird. Und was soll ich sagen – statt kreativ ziehen THE 69 EYES diese Methode in Arschruhe durch.

Auf 'Kiss Me Undead' folgt der Alltime-Klassiker 'Wasting The Dawn', bevor man urplötzlich das System über Bord wirft und mit 'Feel Berlin' einfach mal in der Vergangenheit bleibt.

Nachdem die Finnen mit 'Dead Girls Are Easy' und dem prächtig abgefeierten 'Devils' für Pommesgabelalarm sorgen, ist der reguläre Teil auch schon wieder vorbei. Wie schnell siebzig Minuten vergehen können ... Doch Schluss ist hier noch lange nicht, denn für 'Brandon Lee' (Jussi 69 präsentiert sich endlich mal wieder als Krähe – herrlich!) und 'Lost Boys' kehren sie noch einmal zurück, um den Dresdner Girls lautstark gute Nacht zu wünschen.

So endet ein gutes, wenn auch überraschungsarmes Konzert, welches mit einer starken Mischung aus alten und neuen Tracks glänzen konnte. Nur seltsam, dass die aktuelle Single einfach ignoriert wurde. Man muss nicht alles verstehen. Oder um es ganz klassisch auszudrücken: Es kann ja nicht immer regnen. Macht zwar keinen Sinn, kommt als Abschluss aber immer gut. In diesem Sinne ...

Setlist THE 69 EYES:
Back In Blood
Never Say Die
The Good, The Bad And The Undead
Dance D'Amour
Lips Of Blood
Gothic Girl
Susperia Snow White
The Chair
Kiss Me Undead
Wasting The Dawn
Feel Berlin
Hunger
Perfect Skin
Dead Girls Are Easy
Devils
----
Brandon Lee
Lost Boys

Redakteur:
Enrico Ahlig

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