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Sweden Rock Festival - Sölvesborg (SE)

03.07.2005 | 16:11

09.06.2005, Festival-Gelände

Sweden Rock Festival 2005, 9.6.-11.6. 2005

HELLFUELED (Sweden Stage):
Um 13 Uhr enterten HELLFUELED die Sweden Stage um den zahlreich Anwesenden bei strahlendem Sonnenschein, der im Prinzip das ganze Wochenende anhielt, musikalisch ordentlich einzuheizen. Die schwedischen Jungs um Sänger Andy Alkman, dessen Stimme live nicht so extrem nach Ozzy klingt wie auf Ihrem Debütalbum "Volume One", präsentierten sich in hervorragender Spiellaune und rockten mit Ihrem 45-minütigen Auftritt das Haus. So gab’s dann nach dem Auftritt der Band auch allenthalben nur zufriedene Mienen. Einziger Minuspunkt war die Spielzeit von 45 Minuten statt der angekündigten 60 Minuten.
(Alex Beh)

ANTHRAX (Rock Stage):
Nachdem ANTHRAX mit Joey Belladonna angekündigt waren, brodelte es natürlich in der Gerüchteküche. Wieso mit dem alten Sänger? Wie und was werden sie live spielen?
Um 15 Uhr war dann vorerst Schluss mit den ganzen Spekulationen. Neben Joey wurde auch noch Dan Spitz reaktiviert und so gab es dann auch ein großes Hallo als ANTHRAX die Bühne betraten. Scott Ian & Co. spielten "überraschenderweise" nur Songmaterial aus der Belladonna-Phase. Leider war der Sound während der ersten Songs dermaßen schlecht, dass man Angst bekam, der Auftritt würde völlig in die Hose gehen. Der Opener 'Among The Living', das geniale 'Got The Time' und auch 'Caught In The Mosh' verloren im Soundbrei viel von ihrer Wirkung. Dennoch wurden ANTHRAX von den zigtausend anwesenden Fans total abgefeiert. Nach dem dritten Song schien dann auch der Mixer aus seinem Tiefschlaf erwacht zu sein. Jedenfalls ging es von da an bergauf mit dem Sound. Joey Belladonna war die Freude über sein Comeback und die euphorische Publikumsreaktionen spürbar anzumerken. Angespornt von der Resonanz der Fans rannte er wie ein Berserker von einem Ende der Bühne zum anderen und sang sich die Seele aus dem Leib. Auch Scott Ian und Dan Spitz moshten in typischer ANTHRAX-Manier über die Bühne, so dass es eine wahre Freude war den Jungs zuzusehen bzw. zuzuhören. Songs wie 'Medusa', 'Antisocial', 'Madhouse' taten ein Übriges um das Publikum zum Rasen zu bringen und sorgten mächtig für Bewegung unter den Metalheads. Zum Abschluss des 75-minütigen Gigs wurden dann noch 'Metal Thrashing Mad' und 'I Am The Law' ins Publikum gefeuert. Alles in allem ein gelungener Auftritt in alter Besetzung. Alleine schon meinen Lieblingssong 'Indians' vom famosen "Among The Living"-Album noch mal mit dem Original-Sänger zu hören war schon geil.
Die Frage, die sich manch einer nach diesem Auftritt stellte bzw. stellen wird, ist: Wie geht’s jetzt weiter mit ANTHRAX? Wird es in dieser Besetzung bei den angekündigten, wenigen Festivalauftritten bleiben oder werden die Jungs sogar noch ein Album aufnehmen? Warum diese Tour? Was wird aus John Bush? Und überhaupt?
(Alex Beh)

MEGADETH (Festval Stage):
Die Band müsste mittlerweile eigentlich die Dave Mustaine-Band heißen, denn der oft "schwierige" Sänger und Gitarrist ist die absolute Schlüsselfigur der Truppe, aber der Bandkopf und letzte Verbliebene der Original-Besetzung hatte auf dem SRF 2005 offensichtlich einen starken Tag erwischt. Mit der Stimme (und Stimmung) des Rotschopfs steht und fällt schließlich jedes Konzert von MEGADETH. Für mich erstaunlich das kein Song der sehr erfolgreichen "Youthanasia"-Scheibe zum Besten gegeben wurde. Allerdings kommen Hits wie 'Symphony of Destruction' oder 'Sweating Bullets' immer wieder gut und die Überraschung war am besagtem Tag für mich die Hammer-Version von 'Trust' vom ansonsten eher experimentellen Album "Cryptic Writings". Davie-Boy machte im Gegensatz zu manchem kürzlich absolviertem MEGADETH-Gig sogar zwei oder drei Ansagen (teilweise in schwedisch!) und auch der Sound war nach leichten Schwankungen am Anfang gut. Die Stücke 'Kick The Chair' und 'The Scorpion' vom aktuellen Werk "The System Has Failed" kamen ebenso zum Einsatz wie die beiden Pflichtnummern 'Peace Sells...' und 'Killing Is My Business', ohne die ein MEGADETH-Gig wie die berühmte Suppe ohne Salz ist. Alles in allem war der Gig von MEGADETH einer der zahlreichen Höhepunkte des diesjährigen Schweden-Spektakels.
(Martin Stark)

SAXON (Rock Stage):
Wenn die Könige des NWOBHM rufen pilgern wir natürlich alle sofort zur Rock Stage. 90 Minuten klassischer Metal war nun angesagt. Trotz der relativ frühen Stunde (18.15 Uhr) war es so voll wie nie. Mit 'Heavy Metal Thunder' ging es dann auch gleich zur Sache. Die "Jungs" waren sichtlich überrascht von der guten Stimmung und machten weiter mit 'Dogs Of War'. Was nun folgte war ein "Best of"-Programm der allerersten Sahne. Songs wie 'Strong Arm Of The Law', 'Solid Ball Of Rock', 'The Eagle Has Landed', 'Motorcycle Man' oder 'Dallas 1 PM' taten da ihr übriges. Nun gut die Kritiker werden sagen "wo bleibt da das Überraschungsmoment?" Ok, aber wer weiß wie oft die Jungs von SAXON in Schweden spielen? Wir hier in Good Old Germany werden natürlich jedes Jahr ein bis zwei mal heimgesucht.
Die Stimmung war aber klasse, das Wetter optimal und die Songauswahl ließ auch nichts zu wünschen übrig. Von der aktuellen CD "Lionheart" wurde nur ein Song ('Man And Machine') gespielt und leider nicht, wie ich erwartet habe, der Titelsong 'Lionheart'. Schade! Aber Songs wie 'Princess Of The Night', 'Denim & Leather' oder 'Wheels Of Steel' wollten die Fans eh lieber hören. Was aber noch ein cooler Zug von Biff am Ende des Gigs war: "O.k., we have only two minutes time left for a last Song", und dann kam 'Crusader' mit ca. sieben Minuten. Ich schätze mal, dass die Veranstalter Blut und Wasser geschwitzt haben, da ja Pünktlichkeit hier beim Sweden Rock oberste Priorität hat. Erwähnenswert ist auch noch der obligatorische Mitsingpart bei 'Wheels Of Steel', der im Grunde genommen so überflüssig ist wie ein Kropf, aber bei dem Biff die riesige Meute von Fans in "Crazy Bastards" und "Even more Crazy Bastards" eingeteilt hatte. Müßig zu erwähnen, wer gewonnen hat und wo die Verfasser dieser Zeilen standen...;-)
Aber was solls, die Fans waren zufrieden und nur das zählt. So und nun auf zur nächsten Band... die Zeit ist knapp!
(Heiko Mangels)

Redakteur:
Martin Stark

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