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Soundgarden-Festival/Circle Of Tyrants - Friedberg

21.07.2005 | 21:01

01.01.2000, Burggarten

Eines vorneweg: Dies ist kein kompletter Bericht über das Soundgarden-Festival in Friedberg (oder wie es Alex' Frau Bine ausgesprochen hat: "Fribbisch"), sondern "lediglich" ein kleiner Vorbericht zu den CIRCLE OF TYRANTS, die auch auf der NIGHT OF POWER spielen werden. Das Festival an sich wäre auch für den einen oder andern POWERMETAL.de-Leser interessant gewesen, da neben den TYRANTS auch noch MEGAHERZ und die V8 WANKERS am Start waren. Ansonsten war neben Ska (NEBRASSKA), Reggae (MELLOW MARK) und sogar einem Liedermacher (GÖTZ WIDMANN) fast alles vertreten. Meiner Meinung nach eine recht amüsante Mischung, allen voran GÖTZ WIDMANN war schon ein Erlebnis für sich. Mit sehr amüsanten Texten und einer Prise Ironie hat er die Zuschauer vor der "Naturbühne" prächtig unterhalten, und nicht umsonst tosenden Beifall geerntet.
Die Location an sich ist mit dem Burggarten in Friedberg optimal gewählt. Neben kurzen Wegen bieten vor allem die Bäume rund um die "Naturbühne" kühlen Schatten, den man an dem Tag auch gebraucht hat. Direkt am Eingang war die kleinere Holzbühne zu finden und keinen Katzensprung davon entfernt die "House Lounge", die zum Chillen einlud. Getränketechnisch war das Angebot optimal, doch was die Essensstände angeht, so war's doch ein bissi dünn gesät. Neben Würstchen und Pommes wurden Crèpes, Brezeln und Donuts kredenzt. Das war aber alles halb so wild, da die Haupteinkaufsmeile keine zehn Gehminuten entfernt war. Dort konnte man z.B. in der "Fressgass" zwischen Döner, Pizza und asiatischem Essen auswählen. Das alles zu recht zivilen Preisen, und wer sich noch abkühlen wollte, hatte die Qual der Wahl zwischen drei Eiscafés.
Soviel zu dem Festival, doch wie haben sich die CIRCLE OF TYRANTS geschlagen?

CIRCLE OF TYRANTS

Meiner Meinung nach recht gut. Nicht "unschuldig" daran waren optimale Soundverhältnisse und eine bestens aufgelegte Band. Trotz der noch nicht vorhandenen Massen knallten die Jungs mit dem Opener 'Promissum Diaboli' eine ordentliche Breitseite vor den Bug. Dabei handelte es sich um neues Stück, und ein gewisser NEVERMORE-Touch war unüberhörbar. Während Holger (v.) den Anheizer spielte und mit seiner imagniären Matte kräftig bangte, sah man bei Jörg (b.) vor lauter Haaren das Gesicht nicht. Ohne Pause ging's mit 'Everyday' weiter, und langsam aber sicher wurde es vor der Naturbühne voller. Danach war erstmal Zeit für ein bisschen Opium für die Band: Den Applaus! Und den würde ich nicht unbedingt in die Kategorie "Höflichkeitsapplaus" einordnen. Das nächste Stück 'Virus' war hingegen nochmal eine Spur härter und kam schon fast thrashig rüber. Vor 'I Cry' ließ sich Holger nicht lange bitten, und winkte die nachkommenden Besucher in Richtung Bühne, was auch bereitwillig befolgt wurde. Apropos Publikum: Das war recht jung und überdurchschnittlich viele Oberstufenschüler flanierten über das Burggelände. Angestachelt von ein paar mehr Leuten vor der Bühne ließ sich Holger dazu hinreißen, auf's Drumpodest zu steigen, wo Alex punktgenau die Songs mit seinem Spiel untermalte. Das Gitarrenduo Volki und Heiko war ebenfalls bestens aufgelegt, und wenn sie nicht ordentliche Riffsalven feuerten, dann glänzten sie mit genialen Soli oder spielten sich zuweilen auch die Bälle zu. Mit dem bezeichnenden 'For Those Allowed To Rot' wurde weiterhin das Gaspedal voll durchgedrückt, während die Bandhymne 'Circle Of Tyrants' eine kleine Verschnaufpause bot. Gerade dieses Stück bewies, dass das Quintett auch die epischen Stücke drauf hat, und sich keineswegs vor internationaler Konkurrenz verstecken muss. Ab 'Deamonicus' schien der Bann gebrochen zu sein und das Publikum ging für diese frühe Uhrzeit (losgelegt hatten die Jungs um kurz vor vier) recht gut ab. Während sich bei der SLAYER-Hommage sogar ein kleiner Moshpit vor der Bühne bildete, rundete das Death-Metal-Stück 'One By One' (nicht zu verwechseln mit dem IMMORTAL-Klassiker) ein rundum gelungenes und kurzweiliges Konzert ab. Gerade beim letzten Stück fragt man sich, was Holger geritten hatte, die tiefsten Grunzattacken zu bellen. Einfach nur krass!
Fazit: Stageactingtechnisch cool, und sollte der Sound auf der NIGHT OF POWER auch nur ansatzweise an diesen herankommen, dann können sich die übrigen Bands warm anziehen. Deswegen mein Appell an die restlichen NOP-Bands: Vergesst Omas Wollsocken nicht, die ihr vor Ewigkeiten zu Weihnachten geschenkt bekommen habt. Wenigstens habt ihr's dann warm an den Füßen, wenn ihr aus den Latschen kippt!

Redakteur:
Tolga Karabagli

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