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Soulfly - Stuttgart

16.11.2000 | 09:26

15.11.2000, Longhorn

Die Rahmenbedingungen für einen fulminanten Siegeszug von SOULFLY hätten an diesem Mittwoch Abend nicht besser sein können: hohe Chartplatzierung in den deutschen Albumcharts (Platz 16), ein mit überaus jungem Partyvolk brechend gefülltes Longhorn und .... tja, wenn ich ehrlich bin fällt mir nicht mehr ein, aber wenn das für `ne erfolgreiche Show nicht ausreichend ist, was dann!?
Vorweg gab\'s mit EARTHTONE 9 und GLASSJAW zwei junge Bands, die musikmäßig in eine ähnliche Kerbe schlagen wie der Headliner. Daß beide Bands mit ihren Sets jedoch keine Bäume zum Einsturz gebracht haben, lag sicher nicht an den Bands und ebenso nicht am Publikum, daß durchaus gewillt war auch den Supportacts die nötige Sympathie entgegenzubringen, sondern am grauenhaften Sound. Dieser haftete, hartnäckig wie Hundesch...kot an den Schuhsohlen, ohne Gnade und Erbarmen jedem der beiden 30 minütigen Sets an. Mehr Worte möchte ich deshalb über die Performances der beiden Opener erst gar nicht verlieren, denn es wäre sicherlich unfair Negatives über Glassjaw und Earthtone 9 zu verbreiten, denn unter solchen Bedingungen (keine Klampfen, Schlagzeuggewummer und ein mit übermäßig viel Höhen geschwängerter Gesangssound) ist einfach kein Blumentopf zu gewinnen ... deshalb, lassen wir die beiden Auftritte mal außen vor und packen sie in die Kategorie \"außer Konkurrenz\"!
Nach einer unendlich langen Umbaupause von 45 Minuten ging\'s dann endlich weiter mit SOULFLY! Diese legten mit dem Opener ihres neuen Longplayers \"Primitive\" auch gleich mächtig los, eingerahmt von einem Manöverszenario (Tarnnetze all over the stage) und einer effektvollen Lightshow ... und zu aller Freude war der Sound inzwischen auch deutlich besser, nicht perfekt, aber wesentlich erträglicher und vor allem ausgewogener als in den Stunden davor. Also doch, alle Anzeichen standen auf \"SOULFLY conquers Stuttgart\"! Dem wurde leider nicht so, auch wenn die Meute zu Anfang noch mächtig abging, aber spätestens nach dem Sepultura-Klassiker \"Roots, Bloody Roots\" ließ auch deren Begeisterung nach und meine sowieso. Da kann der gute Mr. \"Putzwolle-auf-dem-Kopf\" Cavalera noch soviele VFB-Trikots überstreifen (läßt einen Bayern-Fan sowieso eiskalt), um sich Bonuspunkte bei der Crowd zu verschaffen, irgendwann fängt dieses monotone Noisegewitter einfach an zu nerven. Auflockerungen wie etwa, das ganz spaßige tribalgetrommel der ganzen SOULFLYmusikerschaft oder der Einsatz eines Berimbau durch den Stammesfürsten himself, können einfach über die Tatsache nicht hinwegtäuschen, daß SOULFLY doch nur `ne day fly sind (allerdings schon mit 2 Alben, I know) und der gut Max seinen Schaffenshöhepunkt (der zweifelsohne das göttliche \"Arise\"-Album darstellt) längst überschritten hat ...
Zwiespältiges passierte dann so ca. nach 55 - 60 Minuten .... Schluß .... Zapfenstreich .... aus und vorbei! Wieso zwiespältig? Einerseits war ich echt froh, daß Schicht im Schacht war, da mein Nerv-Toleranz-Grenze deutlich überschritten war, aber andererseits ist es doch ziemlich dreist, sich nach `ner knappen Stunde aus dem Staub zu machen. Headlinertour? Guter Witz! Ob es für diese Aktion wohl `ne Erklärung gibt? Überanstrengung kann\'s sicher nicht gewesen sein, denn den Allerwertesten haben sich die Herren von SOULFLY nun wirklich nicht aufgerissen. Jaja, man wird halt alt und satt ....... bleibt nur zu hoffen, daß der kleine Cavalera dem großen Bruder zeigt wo der Hammer hängt und mit Sepultura ein Brikett nachschiebt, das Maxe wieder Feuer unterm Rockstara........... macht! We\'ll see ..........

Redakteur:
Oliver Kast

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