top banner 156

SkogsRÅrocken - Ydreskogen

15.08.2021 | 13:34

30.07.2021, Kalvefalls

Junges, sympathisches, schwedisches Festival im Kleinformat mit GAUPA als Headliner

SkogsRÅrocken scheint eher ein Treffen von Freunden zu sein, als ein typisches Festival. In schöner Natur gelegen findet es in einem Tal umgeben von Wald statt. Man merkt schnell, dass alles mit Herz und Liebe zur Musik gestaltet ist - das Line-up, die kleine Bühne samt überschaubarem Vorplatz, welcher nach Regen mit Tannreisig ausgelegt wird sowie die Feuerstelle mit jurtenähnlicher Haube. Für Getränke und Speisen (auch vegetarisch) ist dank des netten, hilfsbereiten Wirtes von Kalvefalls gesorgt, so kann das Festival beginnen.

Nach einem ordentlichen Regenguss betritt THE GENERATIONS ARMY die Bühne und liefert gleich zu Anfang Thrash Metal. Künstlicher Nebel ist nicht vonnöten, weil die Sonne das Regenwasser vom Dach der Bühne derart stark verdunsten lässt, dass die Musiker in den so erzeugten Nebelschwaden kaum zu erkennen sind. Dafür sind sie aber kaum zu überhören. Darauf folgt BESVÄRJELSEN mit der Sängerin Lea Amling Alazam, bei der man spürt, dass sie die Musik im Blut hat. Hervorragend unterstützt von zwei begabten Gitarristen, welche auch teilweise Gesang beisteuern, sowie einem Bassisten und einem Schlagzeuger trotzen sie technischen Schwierigkeiten wie kurzzeitig fehlendem Strom und nehmen die Anwesenden mit Doom Rock gefangen, welcher mit Spuren von Progressive Metal, Punk, Folk und klassischem Rock'n'Roll versetzt ist. Für mich ist es die Entdeckung des Abends.

Im Anschluss bietet CAPTAIN JACK'S ARMY typisch guten, keltischen Punkrock, der Stimmung unter den Zuschauern schafft. Später gibt dann noch SIBERIAN auf überzeugende Art feinen Sludge-/Post-Metal zum Besten. Man kann wahrnehmen, dass die Band ihre Musik voller Emotionen präsentiert. MÄRVEL beschließt mit einer Mischung aus Rock'n'Roll, Hardrock und Heavy Metal den Freitag. Nach langer Anreise finde ich im Gegensatz zu anderen Gästen jedoch keinen Zugang zu deren flinkem Tempo. Am Samstag bereitet NOCEBO mit Hardrock und NOCTURNALIA mit Laune machendem Stoner-, Hard- und Psychedelic Rock den Weg in den Abend. Fortgesetzt wird dieser Pfad von SATURDAY'S HEROES mit Melodic Punkrock und ADRESTIA mit einem Mix aus Crust Punk und Death Metal, welcher wiederum recht gewöhnungsbedürftig ist, doch anscheinend auch seine Anhänger hat. Höhepunkt des Abends und des Festivals ist GAUPA (schwedisch: Luchs), welche als Headliner auftreten und mit ihrer mitreißenden Energie alle begeistern.

GAUPA kommt wie alle anderen auftretenden Bands aus Schweden. Die psychedelische Desert-Rock-Band wird von der sympathischen, humorvollen Sängerin Emma Näslund angeführt, deren Stimmfarbe an BJÖRK erinnert, welche Emma auch als Inspirationsquelle benennt. Gemeinsam mit ihren Bandkollegen präsentiert sie sowohl Tracks von der Debüt-EP "Gaupa", als auch vom Anfang April 2020 erschienenen Album "Feberdröm". Dabei ist auf der Bühne nichts mehr von der vorherigen Nervosität der Sängerin zu spüren, welche wohl dem ersten Konzert vor Publikum nach über einem Jahr geschuldet ist, wie sie kurz zuvor gesteht.

Als Erstes holt GAUPA gleich mit dem starken 'Mammon' die Festivalbesucher vor die Bühne und setzt mich sogleich in Bewegung. Es folgen 'Where Emperors Grow' und die genialen Titel 'Mjölksyra', 'Gryt' und 'Alfahonan', wodurch das Publikum mit den psychedelischen Riffs und Emmas kraftvoller Stimme bereits voll in den Bann gezogen wird. Bei 'The Drunk Autopussy Wants To Fight You' und 'Vakuum' steht dann kaum noch jemand still. Die Mähnen auf der Bühne zirkeln des öfteren im Gleich-Schwung zu den härteren Riffs. Als Zugabe wird noch das bezaubernde Stück 'Febersvan' aufgespielt und man mag gar nicht daran denken, dass das Hochgefühl gleich endet. Auch die Künstler haben den Auftritt sichtlich genossen, wie sie auch im Nachhinein bestätigen.

Rundum wünscht man dem Festival fast, dass es in seiner beschaulichen Größe und äußerst angenehmen Atmosphäre bestehen bleibt sowie weiterhin mit viel Liebe und Spaß an der Sache das Line-up gewählt wird. Für Menschen, die eher eine Abneigung gegenüber größeren Menschenansammlungen hegen, ist SkogsRÅrocken ein absolut empfehlenswertes Festival, welches man bestens mit einem Kurzurlaub verbinden kann. Aufgrund der Abgeschiedenheit ist jedoch nur eine motorisierte Anreise zu empfehlen. Kostenloses Campen, Wasser sowie Toiletten stehen zur Verfügung.

Redakteur:
Susanne Schaarschmidt

Login

Neu registrieren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website besser gestalten und verbessern zu können. Diese nutzen wir unter anderem für die Reichweitenmessung und zu Marketing- und Optimierungszwecken. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu (weitere Informationen gibt es hier).