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Saga - Ulm

12.06.2009 | 11:54

20.05.2009, Ulmer Zelt

Ulmer Zelt zum Ersten: SAGA.

Zum Auftakt der diesjährigen Ulmer-Zelt-Saison steht Progressive Rock auf dem Programm, und mit SAGA konnten die Veranstalter wohl eines der Aushängeschilder dieser Stilrichtung gewinnen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich an diesem Abend recht viele Leute in das "wohltemperierte" Zelt verirren. Das Konzert ist sicherlich nicht ausverkauft, aber allemal gut besucht.

Nachdem die Veranstalter noch ein paar allgemeine Hinweise zu weiteren Veranstaltungen in und um das Ulmer Zelt losgeworden sind, geht es ohne Umschweife los. Eine Support-Band gibt es an diesem Abend nicht, und so ertönt auch gleich das Intro von SAGA. Nach und nach kommen die Musiker auf die Bühne, und mit dem langen Instrumentalstück 'Human Condition' vom gleichnamigen aktuellen Album eröffnen sie die Show. Dass die Band um die beiden Crichton-Brüder Jim (b.) und Ian (g.) sowie Jim Gilmour (k.) ein eingespieltes Team ist, merkt man recht schnell, und auch Brian Doerner (dr.) hat sich in den letzten Jahren gut in die Band integriert. Doch wie zieht sich wohl Rob Moratti aus der Affäre?

SAGA haben nämlich mit "Human Condition" nicht nur ein ganz neues Album im Gepäck, sondern sie kommen auch mit einem neuen Sänger daher. Gründungsmitglied Michael Sadler hat nach der Tour zum dreißigjährigen Bestehen der Band seinen Rücktritt bekanntgegeben, und nicht wenige Fans haben damit auch das Ende von SAGA prophezeit. Ganz leicht hat es Rob Moratti auch wirklich nicht, denn die Fußstapfen seines Vorgängers sind doch recht groß. Aber er macht seine Sache ziemlich gut und kann schon bei den beiden Klassikern 'The Flyer' und 'Wind Him Up' überzeugen. Seine Stimme unterscheidet sich zwar schon erheblich, aber vermutlich ist das auch ganz gut so, da direkte Vergleiche dadurch nahezu unmöglich werden. Mit dem Publikum hat der Sunny-Boy jedenfalls überhaupt keine Probleme, und so wird bereits bei 'Wind Him Up' lautstark mitgesungen.

Anschließend wird der Sänger durch Jim Gilmour noch offiziell vorgestellt, ehe es dann mit neueren Stücken weitergeht: So gibt es beispielsweise von den letzten drei Alben jeweils einen Song zu hören, nämlich 'On The Air', 'You Were Right' und 'Book Of Lies'. Mit 'Careful Where You Step' geht es zwischenzeitlich weit zurück in der Bandhistorie, doch danach ist erstmal das neue Album Thema. Rob Moratti erkundigt sich, wer denn die Scheibe schon zu Hause im Regal stehen habe - das Feedback ist doch eher verhalten -, und dann spielen SAGA natürlich auch zwei Stücke von "Human Condition", nämlich 'Now Is Now' und 'Step Inside'. Es folgt später noch ein weiterer Doppelpack mit neuen Songs ('Crown Of Thorns', 'You Look Good To Me'), doch zuvor graben SAGA in der Klassikerschublade und werden mit 'Humble Stance' und 'Scratching The Surface' - von Jim Gilmour gesungen - natürlich auch fündig. Beim Publikum kommen die älteren Sachen deutlich besser an, was wohl auch daran liegt, dass es mit den aktuellen Songs kaum vertraut ist. Das haben sich SAGA wohl aber schon gedacht, und so spielen sie zum Ende des regulären Sets zwei weitere Stücke aus den Achtzigern: 'Don't Be Late' und 'You're Not Alone'.

Das kann es aber natürlich noch nicht endgültig gewesen sein, immerhin fordert die Menge vor der Bühne lautstark noch einen Nachschlag. SAGA lassen sich aber auch gar nicht lange bitten und spielen noch zwei weitere Songs, nämlich 'It Never Ends' vom vorletzten Album sowie den Bandklassiker schlechthin, 'On The Loose'. Danach ist aber nach guten neunzig Minuten wirklich Schluss, und sowohl Band als auch Publikum können mit diesem Auftritt wirklich zufrieden sein.

Setlist:
Human Condition
The Flyer
Wind Him Up
You Were Right
On The Air
Book Of Lies
Careful Where You Step
Now Is Now, Step Inside
Humble Stance
Scratching The Surface
Crown Of Thorns
You Look Good
Don't Be Late
You're Not Alone
It Never Ends
On The Loose

Redakteur:
Martin Schaich

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