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SUBWAY TO SALLY, DRESCHER - Darmstadt

04.05.2015 | 13:49

25.03.2015, Centralstation

Die Band hinter Gittern – warum denn bloß? Die tun doch nix, die wollen nur spielen!

Fast auf den Tag genau nach vier Jahren hat es SUBWAY TO SALLY wieder nach Darmstadt verschlagen. Auch diesmal ist die Centralstation proppenvoll, aber wir können einen guten Platz auf der ''Empore'' ergattern und so das Konzert mit einem gewissen Maß an atembarer Luft von oben verfolgen. Wenn ich das richtig gesehen habe, kann man über diese Empore den Saal notfallmäßig verlassen, hat aber einen prima Blick auf das Geschehen auf, neben und vor der Bühne.

Ein freundlicher Securitymensch hat mir gezeigt, wo ich in den Graben darf. "Da kannste hier drüben bei mir reingehen, das passt schon!" und so habe ich mich aufgemacht, dieses bei der Supportband auszuprobieren. Nachdem ich mich an einem Rollifahrer vorbei- und unter einem Absperrband durchgequetscht habe, stehe ich in einem Graben und werde entweder vom Licht voll geblendet, oder vom Nebel eingehüllt.

Dabei sehen die Jungs von DRESCHER doch gar nicht so übel aus, in ihren feschen Lederhosen. Jawohl - Lederhosen! Die Band kommt aus Österreich und beschreibt auf ihrer Homepage ihren Musikstil folgerndermaßen: "Es ist Crossover-Metal mit österreichischem Dialekt - oder einfach Volksmetal. Es ist Thrashmetal aus dem Herzen des Steinfelds - oder einfach Dreschmetal. Es ist Drescher." Und so verteilen sich Gernot Engel und Bernd Wograndl (beide Gitarre), Sigi Meier (Schlagzeug), Roland Engel (Bass) und Filip Rado (Akkordeon) auf den mehr oder weniger dekorativen Bühnenaufbauten und "dreschen" los. Man möge mir verzeihen, dass ich trotz mehrfacher früherer Österreichaufenthalte so gut wie kein Wort verstehe. Weder vom Gesang, noch von den herzlichen (zumindest dem Klang nach) Worten ans Publikum. Die scheinen sich jedenfalls prächtig zu amüsieren und als es dann an FALCOs 'Amadeus' geht - so quasi als Auflockerung für alle, die nichts verstehen, diesen Song aber wirklich kennen - grölen, der Lautstärke nach zu urteilen, alle mit. Damit ist das Eis endgültig gebrochen und sichert den Jungs jede Menge Applaus.

DRESCHER bedankt sich artig bei den Darmstädtern und nach dem obligatorischen Gruppenfoto mit Publikumshintergrund kann der Umbau für Sally beginnen. Dabei werden die Aufbauten zum größten Teil mit Maschendraht umzäunt, was für eine gewisse Gefängnisstimmung sorgt. Lasst es mich so ausdrücken: Ich habe schon schönere Bühnenbilder gesehen. Ob das jetzt speziell etwas mit der neuen CD "Mitgift" zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Dem Publikum scheint es egal zu sein, es skandiert fröhlich "Julia, Julia!" und wartet ungeduldig auf den Auftritt. Und dann: Licht aus, Stimmung noch weiter rauf. Sobald die Bandmitglieder auf der Bühne erscheinen, werden sie laustark bejubelt und die fackeln auch nicht lange, beginnen sofort mit 'Warte, Warte' und 'Schwarze Seide' vom neuen Album "Mitgift".

Die Spielfreude der Band ist groß und es kommen - wie immer bei Subway-Konzerten - diverse Instrumente zum Einsatz. Frau Schmitt verzaubert mit der Geige, Ingo bearbeitet wie immer fulminant die Drehleier und Herr Fish erfreut uns unter anderem mit Dudelsackklängen. SUBWAY TO SALLY schafft es wunderbar, Lieder der neuen CD mit Songs aus ihrem kompletten Repertoire zu verknüpfen, immer mit der lautstarken Unterstützung des Publikums, egal ob bei 'Feuerland', 'Wenn Engel hassen', 'Traum vom Tod II' oder 'Unterm Galgen'.

Zwischendurch gibt es auch was für's Herz: 'Im Weidengarten' (von der neuen CD), das wunderschöne 'Seemannslied' (mein heimlicher Favorit) und 'Minne'. Der Dreier kommt richtig gut an und besonders beim 'Seemannslied' legen sich die Besucher der Centralstation mächtig ins Zeug. Natürlich darf auch das 'Kleid aus Rosen' und der 'Falsche Heiland' nicht fehlen, sind das doch ebenfalls Riesenhits der Band.

So ganz allmählich neigt sich das Konzert denn auch dem Ende zu und als Eric Fish verkündet, dass jetzt der letzte Song kommt, wird das mit einem ''Ooooch!!'' aus dem Publikum quittiert. Es ist klar, dass nach dem 'Veitstanz' noch Zugaben kommen müssen. Schließlich lockt man die Band mit "Zugabe"- und "Blut, Blut, Blut - Räuber saufen Blut!"-Rufen schnell wieder heraus und darf sich an weiteren drei Songs erfreuen, bevor sich die Herren und die Dame nach 'Sieben' verabschieden. Aber, wer Subway kennt, weiß, dass auf jeden Fall ein Song noch kommen muss – die ultimative "Bandhymne", die ja schon den ganzen Abend immer mal vom Publikum gegrölt wird. Und so werden wir endlich erhört und dürfen zum Schluss noch mit Julia und den Räubern Blut saufen, bevor sich die Meute zufrieden auf den Heimweg macht.

Ein tolles Konzert, eine überrragende Band, die auch nach so vielen Jahren kein bisschen an Spielfreude verloren hat. Ich hoffe, dass wir hier nicht wieder vier Jahre auf eine Wiederholung warten müssen. Zumindest gibt es da ein Versprechen eines Sängers namens Fish, dass sie bald wiederkommen wollen. Wir freuen uns schon drauf.

Setliste DRESCHER: Intro, Dresch Quetschn, Gscheitling, Ois wos ma föd, Amadeus, Zeit zum Gehn, 5 Minuten Ruhm, Bled grennt, Zeitung von Morgen, Danke fia nix, First Blood

Setliste SUBWAY TO SALLY: Warte Warte, Schwarze Seide, Feuerland, Wenn Engel hassen, Mitgift (neu), Traum vom Tod II, Unterm Galgen, Grausame Schwestern, Arme Ellen Schmidt, Fuer immer, Im Weidengarten, Seemannslied, Minne, Das schwarze Meer, Kleid aus Rosen, Falscher Heiland, Besser du rennst, Tanz auf dem Vulkan, Veitstanz; Zugabe I: Ad Mortem Festinamus, Die Henkersbraut, Sieben; Zugabe II: Julia und die Räuber

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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