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SUBWAY TO SALLY - Kaiserslautern

08.11.2005 | 21:47

23.09.2005, Kammgarn

Der heutige Abend sollte sich schwieriger gestalten als erwartet. Trotz bestätigter Akkreditierung in Form einer ausgedruckten E-Mail wird mir der Zutritt zur Kammgarn verweigert, da die vom überforderten Veranstalter abgestellten Mitarbeiter an der Kasse des Lesens scheinbar nicht mächtig sind. Selbst die für die Presse zuständige Dame im weinroten Abendkleid sollte oder wollte keine Lösung bringen, da die Dame etwas schwerfällig wirkt und sämtlichen Durchblick vermissen lässt. Meine Frage nach dem Tourmanager wurde damit abgetan, dass der in der Halle unterwegs sei und ich warten soll, bis er irgendwann rauskommt. Völlig gefrustet mache ich mich nach einer halben Stunde Wartezeit auf den Heimweg, als mir SUBWAY TO SALLY-Frontmann Eric Fish vor die Füße läuft, der mich wiederum nach kurzer Schilderung meiner Probleme über den Backstageeingang zum Tourmanager Frank bringt. Gemeinsam mit meinem Namensvetter geht es dann zum Eingang, Gästeliste checken. Und was müssen wir zu unserem Erstaunen feststellen, da stehen wir ja doch drauf und auch noch an zweiter Stelle. Mit mächtig Zorn in der Plauze werde ich erneut durch den Backstagebereich zum Fotograben geleitet, da das Kammgarn nahezu ausverkauft ist und ein Durchkommen schier unmöglich ist. Nochmals recht herzlichen Dank an die Security und die Jungs von SUBWAY TO SALLY. Der Rest der Kammgarn-Belegschaft sollte sich vielleicht einmal Gedanken machen, ob eine berufliche Veränderung nicht sinnvoll wäre...
So bekomme ich gerade so noch ein paar Minuten von COPPELIUS mit, was einen Bericht unmöglich macht. Immerhin darf ich noch ein paar Fotos von den spaßigen Zeitgenossen schießen, die das Publikum anscheinend bestens unterhalten haben und ordentlich mit Applaus verabschiedet werden.

Als nach einer kurzweiligen Umbaupause SUBWAY TO SALLY die Bühne entern, tobt der Mob. 1.200 Fans feiern frenetisch ihre Helden, die dies mit einer energiegeladenen Show zurückzahlen. Zur Eröffnung präsentiert man gleich mit 'Schneekönigin' ein Stück vom neuen Album "Nord Nord Ost". Der von der Decke niederprasselnde Schneeersatz in Form von feinem Seifenschaum untermalt das Geschehen effektvoll. Schon nach wenigen Minuten gleicht das Kammgarn einer Sauna und der Sauerstoffgehalt dürfte noch so bei 20% gelegen haben, so dass das Gebräu aus Körperschweiß und Adrenalin die Fans nahezu in Trance versetzt. Ich habe selten ein Publikum erlebt, das so begeistert eine Band abfeiert, selbst wenn die Potsdamer das 'Schnappi-Lied' spielen würden, täte es der Stimmung keinen Abbruch. Faszinierend!

Angestachelt vom Geschehen läuft die Band von Stück zu Stück immer mehr zur Hochform auf und serviert nahezu alle STS-Klassiker, gekonnt gepaart mit neuem Material. Trotz der tropischen Temperaturen verzichtet man nicht auf den Einsatz von Pyros und Feuer. Einzig Frau Schmidt wirkt ein wenig reserviert auf der Bühne, doch der Rest der Band macht dies durch übermäßigen Einsatz wieder wett. Auffällig ist, dass man auch eine weniger aufwendige Bühnendeko mit dabei hat. Vielleicht ist diese aber auch noch in Arbeit, für den Hauptteil der "Nord Nord Ost"-Tour im Dezember. Sänger Eric Fish zählt erneut zu den Aktivposten auf der Bühne und schwitzt dank seiner Bühnengarderobe aus allen Poren. Immer wieder bindet er das Publikum mit in die Show ein, das ihm dankbar aus der Hand frisst.

Nach gut anderthalb Stunden läutet man dann schon sichtlich ausgepowert mit 'Veitstanz', mit SALTATIO MORTIS-Sänger Alea an der Sackpfeife, das Finale ein. Noch einmal müssen die Fans alles geben, da SUBWAY TO SALLY gerade im Schlußviertel Stücke wie 'Falscher Heiland', 'Sieben' und 'Räuber' - das erneut aus hunderten von Kehlen begleitet wird - ins Publikum feuert. Nach gut zwei Stunden beendet 'Seemannslied' einen feurigen und kraftraubenden Abend. Erneut hat man eindrucksvoll seine Livequalitäten unter Beweis gestellt. Was will man auch anderes erwarten, wenn eine der besten deutschen Livebands auf die besten Fans stößt?

Wer das Ereignis verpasst haben sollte, hat im Dezember nochmals die Gelegenheit, sich selbst ein Bild vom Treiben auf der Bühne zu machen.

Daumen hoch in Richtung "Nord Nord Ost", Daumen runter für die scheins unfähigen Organisatoren des Kammgarns, das war mit Sicherheit mein letzter Besuch dort.

Setliste SUBWAY TO SALLY:

Stille Nacht
Schneekönigin
Feuerland
Knochenschiff
Kleid aus Rosen
Liebeszauber
Die Schlacht
Unsterblich
Eisblumen
Maria
Traum Vom Tod
Mephisto
Henkersbraut
Haughs O' Cromdale
74
Feuerkind
Rätsel II
Sag Dem Teufel
Ohne Liebe
Veitstanz
Hexe
Falscher Heiland
Sieben
Julia und die Räuber
Seemannslied

Redakteur:
Frank Hameister

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