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SCORPIONS, BEYOND THE BLACK - München

31.03.2016 | 20:54

25.03.2016, Olympiahalle

50 Jahre SCORPIONS - das muss gefeiert werden!

Ich geb’s gleich zu: Der Grund, weshalb ich heute Abend anwesend bin, ist in erster Linie BEYOND THE BLACK. Ich nutze die Gelegenheit, diese netten Leute mal wieder in meiner Stadt zu sehen und gleich ein Interview zu machen. Dass die SCORPIONS hier natürlich mehr als nur eine nette Dreingabe sind, versteht sich dennoch wohl von selbst. Fünfzig Jahre! Da war ich noch ein Kind, da haben die schon gerockt.

Auch wenn ich auf der Tribüne saß und damit noch nie so weit weg von den Blackies war, merke ich keinen Anflug von Nervosität bei Sängerin Jenny und ihren Jungs. Als wäre es die einfachste Aufgabe der Welt, präsentiert die Band in ihrer knappen halben Stunde Spielzeit eine exquisite Auswahl ihrer Smash-Hits, und mein Blick ins große Rund der Olympia-Halle sagt mir, dass es wohl den meisten gefällt, was sie da hören. Leider ist - zumindest in meinem Eck - der Sound ein wenig dröhnig. Es scheint wohl eine besondere Herausforderung zu sein, Gitarrist Christos um eine Quint runter gestimmten Gitarren vernünftig abzunehmen. Doch dafür genieße ich das große Echo der Halle auf Jennys Stimme, was ihr einen feenhaften Flair verleiht. Besonders das MOTÖRHEAD-Cover 'Love Me Forever' erstrahlt heute besonders. Es scheint, als würde dieser Song immer mehr in Jennys Herz wachsen. Ansonsten ist die Geschichte schnell erzählt. Mit 'In The Shadows', 'Songs Of Love And Death', 'Lost In Forever' und 'Written In Blood' werden die schmissigsten Songs ihrer beiden Alben gewählt, und der Rausschmeißer 'Running To The Edge' ist wie immer einfach ein Song, dem sich keiner entziehen kann.
[Thomas Becker]

Ja, und dann die SCORPIONS. Es ist natürlich eine opulente, vor allem optisch schwer beeindruckende Show. Ein wahres Freudenfest für die Smartphone-Generation, die sicher eine ganze Autobahn an Bildern an ihre Freunde und Verwandten gesimst hat. Oder heißt das gemimst? Wegen MMS?

Und die Skorpione sehen auch alle einfach cool aus. Blondiertes Haar und Sonnenbrille beim Schenkers Rudolf. Goldene Kette mit Kreuz auf behaarter Brust beim Jabse Matthias. Klaus Meine in schwarzem Leder und seiner typischen Kopfbedeckung. Und natürlich der Showmaster Kottak hinterm Drumkit, der seine große Freakshow beim obligatorischen Solo abliefern darf. Ein bisschen Angst habe ich aber schon, dass er runterfällt, so weit oben wie er mit seinem Kit schwebt. Ja, Popcorn-Kino mit cooler rockmusikalischer Untermalung ist eine gute Beschreibung für eine derartige Show.

Ich denke zurück. SCORPIONS war mein allererstes Rockkonzert. Mit 15. Schon damals war ich wegen der Vorband da. Ich erwartete TESLA. Und bekam ARMORED SAINT, war damit aber auch sehr zufrieden. Damals war das Publikum sogar noch mehr Mainstream, viele Muttis mit ihren Kindern waren geschockt von den haarigen Monstern von ARMORED SAINT und angewidert von der lauten Musik, die die SCORPIONS vor und nach 'Winds Of Chance', ohne das die SCORPIONS auch heute nicht auskommen, spielten.

Heute indes feiert ein Großteil des Publikums die alten, hard-rockigen Lieder, die die Band souverän, mit Spaß in den Backen und reichlich Druck hinter den Boxen performt.

Um wie Frank in Stuttgart überrascht zu sein, fehlt mir indes der Überblick über das SCORPIONS-Gesamtwerk. Als bekennender Balladen-Fan freue ich mich natülich über den Akustik-Block, vor allem 'Always Somewhere', und hätte so gern noch statt 'Send Me An Angel' (Jennifer Habens liebster SCORPIONS-Track) 'Holiday' gehört. Oder 'In Trance'. Dafür kommen alle Lieder, vor allem die obligatorischen Smasher am Schluss ('Big City Nights' und der rockende Hurrikan) mit Schmackes und auch stimmlich einwandfrei rüber. Ja, das hat Spaß gemacht.
[Thomas Becker]





Redakteur:
Thomas Becker
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