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Rage Divine - Hanau

29.03.2004 | 09:54

06.02.2004, Audion

06.02.04, Hanau, Audion

Am 06.02.2004 versammelte sich eine kleine, aber feine Gesellschaft der harten Musik im Hanauer Audion. Am Start waren dieses Mal CONTRADICTION aus Wuppertal, gefolgt von IRA-TENAX und den Partymachern von LUNATIC DICTATOR. Das Audion hat sich als idealer Ort für Konzerte dieser Größe erwiesen, und wäre durchaus für eine Veranstaltung in einem grösseren Rahmen geeignet.

Vor der erhöhten Bühne hat man ausreichend Platz zum Bangen, und gegenüber von ihr gibt es sogar Sitzplätze die - durch ihre ebenfalls erhöhte Stellung - einen idealen Blick über die Köpfe der Stehenden auf die Bühne garantiert.


CONTRADICTION

Die Wuppertaler sollten den Metaljüngern eigentlich ab 21 Uhr einheizen, doch durch interne Probleme seitens der Veranstaltung verzögerte sich der Beginn leider etwas. Anwesende nutzten die Gelegenheit zumeist um sich mit dem Angebot der beeindruckenden Bar vertraut zu machen. Als um 22:15 Uhr CONTRADICTION endlich loslegten, war es vorbei mit der Ruhe. Und das war auch gut so. Denn schon mit dem ersten Song dieses Abends 'Roots Of Face' hielten sie, was ihr wuchtiger Frontmann mit den geschorenen Haaren und dem Spitzbart schon allein durch seine äussere Erscheinung versprach: kraftvoller Thrash ohne Wenn und Aber. Weiter ging es mit 'All We Hate', einem rifflastigen Stück im Midtempo, das besonders tief ins Ohr sprang.
Ihre Livequalitäten merkte man den Jungs deutlich an. Trotz fehlendem Bassisten am heutigen Abend zogen die drei ihre Show souverän durch und hinterließen für IRA-TENAX ein wunderbar aufgewärmtes Publikum. In den zwölf Jahren ihres Bestehens sammelten sie spürbar eine Unmenge an Erfahrung und entwickelten sich entsprechend weiter. Mit 'Dictator' schlossen sie ihren Auftritt ab, einem anfangs recht langsamen Song gegen Nazis, der mit steigender Geschwindigkeit seinen Höhepunkt in einem Trommelgewitter findet. Ihre bisherigen drei Alben könnt ihr nebst Informationen rund um CONTRADICTION über ihre Homepage (http://www.contradiction.de) ergattern.

[Katrin Müller]


IRA TENAX

Die Lokalmatadoren von IRA-TENAX entführten das Publikum bereits mit ihrem ersten Song 'Sleeping Memories' in ihre eigene düsterschöne Welt des Melodic Deaths. "Golden Gate", ihr aktuelles Demo, welches ihr auf der Bandhomepage unter http://www.ira-tenax.de übrigens downloaden könnt, erinnerte mich trotz rockiger Einschläge teilweise sehr an DARK TRANQUILLITY, nicht nur bei cleaneren Gesangparts. Sphärische Gitarrenläufe im Midtempo, ein hypnotischer Mix aus Growls und klarem weichen Gesang und einprägende Melodien machen dieses Stück schlicht zu einem wirklichen Klasse-Song!
Weiter ging es mit dem anfangs ruhigen, fast besinnlichen 'Wings Of Depression' und einem klangvollen 'Cry To Heaven'. Den würdigen Abschluß bildete schließlich 'Incomplete'.
IRA TENAX konnten mit ihrem latent aggressiven Melodic Death ganz klar punkten. Nicht nur die Liebe zum Detail und ausgefeilte Parts fielen positiv auf, auch das Stageacting konnte überzeugen.

[Katrin Müller]

LUNATIC DICTATOR

Zeit für den verdienten Headliner des Abends ! Und um eins vorwegzunehmen: LUNATIC DICTATOR waren einfach überragend. Die Truppe aus Darmstadt hatte nicht nur den "Wir komme hier ganz aus de Nähe. Habt uns lieb !"-Bonus, sondern überzeugten auch durch eine ungeheure Spielfreude, technische Versiertheit und zeigten sich als bestens
eingespielte Band. Dass die meisten Besucher bereits nach den ersten Tönen von LUNATIC DICTATOR entschieden, dass ein Aufenthalt außerhalb den Audions oder ein ausgedehnter Spaziergang am Mainufer trotz der Arschkälte nicht zu verachtende Vorteile zu bieten hat, war ein wenig schade. Nichtsdestotrotz sorgten die wenigen Fans für ordentlich Stimmung, auch Basser Matze liess es sich nicht nehmen, von der Bühne zu gehen und seine Mitmusiker kräftig anzufeuern.
Musikalisch frönte man einer lecker brutalen Death/Grindcore-Mischung mit Riffs, die ihr einfaches Strickmuster durch hohe Geschwindigkeit kompensierten. Insbesondere faszinierend durch den ständig herrschenden Groove, einige sehr passend platzierte infernalisch-majestätische Passagen und das wohlige Gefühl des Zuschauers, einem wildgewordenen Gummipanzer (fragt mich nicht, was das ist) bei der Arbeit zuzugucken. Stets souverän und prächtig bei Stimme (wenn man es so nennen will) war Sänger Tommel: Eine erstklassige Leistung, nicht nur in punkto Stimmbandstrapazierung. Hier wurde deutlich, dass der Gesang bei LUNATIC DICTATOR nicht nur als Transportmedium für nebensächliche Dinge wie Lyrics ist, sondern vielmehr ein eigenes, unabhängiges Instrument darstellt, das irgendwo zwischen Bass und Gitarren darauf bestand, ein Wörtchen mitzureden.
LUNATIC DICTATOR sind ohne Einschränkungen empfehlenswert, lediglich ein den härteren Klängen nicht ganz so abgeneigtes Publikum wäre hier zu wünschen gewesen. Ansonsten: ganz grosse Klasse, hier passte einfach alles.

P.S.: Jungs, hat euch schon mal jemand gesagt, dass euer Logo an die DUCK TALES erinnert ?

[Christian Debes]

Redakteur:
Katrin Debes

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