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Primal Fear - Ludwigsburg

03.01.2010 | 10:56

11.11.2009, Rockfabrik

Gute Performance trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit: PRIMAL FEAR und BRAINSTORM rocken im heimischen Schwaben!

In heimatlichen Gefilden angelangt startete das schwäbische Doppel PRIMAL FEAR und BRAINSTORM der Rockfabrik in Ludwigsburg am 11.11.2009 einen Besuch ab. Nachdem es bereits nach wenigen Konzerten der "Viva La Swabia"-Tour zu Problemen mit dem Support-Act JADED HEART kam und die Band vom Billing genommen wurde, war auch am 11.11.2009 ein wenig der Wurm drin. Grund: Sowohl PRIMAL FEAR-Frontmann Ralf Scheepers als auch BRAINSTORM-Stimme Andy B. Franck waren beide durch einen grippalen Infekt angeschlagen, wuchsen aber angesichts des massiven Fanzuspruchs in Sachen stimmlicher Verfassung über sich hinaus.


Zu meiner Überraschung gibt es heute Abend in der gut gefüllten Rockfabrik sogar eine Vorband zu sehen, nachdem im Vorfeld verkündet worden war, dass PRIMAL FEAR und BRAINSTORM nach den Problemen mit der Support-Band die restlichen Konzerttermine der "Viva La Swabia" Tour alleine bestreiten würden. Um Punkt 19:30 Uhr rocken TIEFLADER aus Stuttgart mit deutschsprachigem Groove und Gute-Laune-Metal das Haus. Mit 'Hier kommt der Hammer', 'Fahr zur Hölle' und mit Abstrichen dem deutlich an 'No Sleep 'Til Brooklyn' von den BEASTIE BOYS angelehnte Stück 'Stuttgart' haben die Rocker zwar an und für sich taugliche Songs am Start, doch leider mangelt es dem  TIEFLADER-Sound an Wiedererkennungswert. Durchaus motiviert, aber musikalisch zu flach rocken die Stuttgarter unbekümmert drauf los. Dass dennoch überraschend viele Zuschauer auf dem Parkett mitzucken, ist auf die Spielfreude der Band zurückzuführen.








Nach einer kurzen Umbaupause starten BRAINSTORM ihren Set mit 'Forsake What I Believed'. Und das, obwohl es Frontmann Andy B. Franck mit einem grippalen Infekt erwischt hat: "Eigentlich hätte ich wegen der Grippe Auftrittsverbot kriegen sollen...aber: pfeif drauf!", so der O-Ton des charismatische n Gesangsakrobaten. Trotz allem nimmt sich Andy stimmlich nur geringfügig zurück. Er scherzt mit dem Publikum bei jeder Gelegenheit und man spürt ganz deutlich den Heimvorteil, den  die urprünglich aus Heidenheim an der  Brenz stammende Band im Schwabenland genießt. Vom aktuellen Studio-Output "Memorial Roots" gibt es  immerhin drei Stücke zu hören, die sich qualitativ ohne Abstriche in die tolle Setlist einfügen. BRAINSTORM machen durchgehend  Druck und besonders das Dreierpaket in Form von 'The Conjunction Of 7 Planets'/'Final Spiral Down'/'Hollow Hideaway' fönt verdammt heavy durch die Matte. Ohne jegliche Pause werden diese drei Stücke der Menge präsentiert. Bei 'All Those Words' kann sich die Band lautstarker Unterstützung seitens des begeisterten Publikums sicher sein. Mit dem abermals stark umgesetzten 'Fire Walk With Me' und schließlich 'How Do You Feel' beenden BRAINSTORM einen gelungenen Aufritt, der viel Spaß gemacht hat. Respekt gebührt Andy B. Franck, der trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit mit guter Gesangsleistung aufwarten konnte und hochmotiviert vor quasi heimischen Publikum einen 75-minütigen Gig, der unter etwas schwierigen Vorzeichen stand, souverän über das Bühnenparkett bringt. Toller Auftritt!



Ähnlich wie Andy B. Franck hat sich auch Ralf Scheepers von PRIMAL FEAR einen grippalen Infekt eingehandelt. Doch obwohl Ralf, der mit 38,5 Grad Celsius (!) auf der Bühne performt, nach eigenem Bekunden "...ein bisschen am Arsch ist", liefert er in Anbetracht seiner körperlichen Verfassung eine in weiten Teilen gute Gesangsdarbietung ab. Bei einigen Stücken lässt er die hohen Screams weg, um die gesamten 90 Minuten des Sets gesanglich durchstehen zu können. Während 'Battalions Of Hate' und 'Nuclear Fire' wegen der heute fehlenden Screams eher mittelmäßig rüberkommen, reißt sich charismatische Fronthüne bei 'Angel In Black' sowie 'Sign Of Fear' in beeindruckender Art und Weise zusammen und erreicht selbst die höchsten Töne. Super! Das knochentrocken knarzende 'Killbound', das auf CD ein wenig blass wirkt, klingt live doch eine ganze Ecke markanter und kommt gut bei den begeisterten Fans an. Die Gitarrensoli-Parts von Henny Wolter und Magnus Karlsson bieten neben ausgezeichneten Spielfertigkeiten allerlei Kurzweile, ehe es mir bei 'Fighting The Darkness' wohlige Schauer den Rücken herunter jagt. Das Publikum schwenkt zahlreiche Feuerzeuge und singt Wort für Wort begeistert mit. Angespornt durch die großartige Stimmung gibt Ralf Scheepers weiterhin alles und auch 'Riding The Eagle' reißt heute Abend den letzten Konzertbesucher dank der starken Gruppenleistung mit. Randy Black wütet mit Leidenschaft an seinen Kesseln, während Mat Sinner souverän seinen Rhythmus-Teppich verlegt und die beiden Gitarreros schwerstens riffen. Der kristallerklare Sound drückt am heutigen Abend ebenfalls amtlich.


'Final Embrace' kommt heute weniger wirkungsvoll daher, da sich Ralf stimmlich wieder etwas zurücknehmen muss. Die Lead-Vocals übernimmt hier Mat Sinner, der allerdings bei diesem Titel den angeschlagenen Ausnahmesänger nur unzureichend zu vertreten mag. Mit der Hymne 'Metal Is Forever' beenden PRIMAL FEAR den regulären Teil des Sets unter großem und unablässigem Applaus. Im Zugabenteil nimmt die Band auf Barhockern Platz  und es ist wieder an der Zeit, die Feuerzeuge in die Höhe zu recken. 'Sands Of Time' wird intensiv zelebriert und  Bassist Mat Sinner glänzt hier mit einer beachtlichen, sehr gefühlvollen Gesangsdarbietung, die im Publikum für Gänsehaut gesorgt haben wird. Am Ende des Sets dürfen wir noch den Klängen von 'Chainbreaker' lauschen, bevor die Band mit viel Applaus verabschiedet wird.

Größter Respekt geht an dieser Stelle an Ralf Scheepers, der trotz Grippe in weiten Teilen mitreißender shoutet, als manche anderer Frontmann im klassischen Metal-Genre.


Setlist PRIMAL FEAR:

Intro/Under The Radar
Battalions Of Hate
Killbound
Nuclear Fire
16.6 (Six Times Dead)
Nuclear Fire
Angel In Black
Sign Of Fear
Guitar Solo
Fighting The Darkness
Riding The Eagle
Final Embrace
Metal Is Forever
Sands Of Time
Seven Seals
Chainbreaker

Redakteur:
Martin Loga

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