top banner 156
side banner 157

MONO INC. - Leipzig

14.02.2010 | 13:21

30.01.2010, Moritzbastei

Die Hoffnungsträger der Gothic-Szene laden zu ihrer ersten Headliner-Tour. Und alle kommen. Leipzig steht Kopf!

Es hat geschlagene zehn Jahre gedauert, bis die Hamburger MONO INC. zu ihrer ersten Solotour aufbrechen konnten. Mit hochwertigen Veröffentlichungen erspielten sie sich in den letzten Jahren ein treues Stammpublikum, welches sich nach dem exzellenten aktuellen Werk "Voices Of Doom" sprunghaft vermehrt haben sollte. Dazu kamen wunderbare Shows als Support von ASP im Herbst des vergangenen Jahres. Und ehe man sich's versieht, ist die Moritzbastei zu Leipzig bis auf den letzten Winkel ausverkauft.

Noch während die schlechte Kunde die wartenden Fans erreicht, beginnen die Lokalmatadoren FALLEN ANGEL'S SYMPHONY ihren Gig. Zwar ist die Veranstaltungstonne bereits brechend voll, doch Partystimmung herrscht höchstens im Raucherbereich. Der zahme und etwas zu glatte Goth Rock ist handwerklich sauber, kann aber nicht wirklich fesseln und gerät nach dieser knappen halben Stunde wohl auch schnell wieder in Vergessenheit.

Nun heißt es, auf MONO INC. zu warten und bei Konservenmusik auszuharren. Doch die Geduld zahlt sich aus. Als die Instrumentenfraktion kurz nach 21.00 Uhr die Bühne betritt und Sänger Martin aus dem Off die Fans mit "Hallo Leipzig" begrüßt, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Zu 'This Is The Day' wird getanzt, gerockt und um die Wette gestrahlt. Drummerin Katha Mia säuselt lieblich in ihr Mikro und unterstützt Martin nach Leibeskräften. Ein fetter Blastbeat rundet die umjubelte Eröffnung ab.

Doch Pausen gibt es erst später. Mit 'Temple Of The Torn' und 'Comedown' geht es sofort weiter, bevor es mit 'Gothic Queen' zum ersten Mal richtig laut wird. Keine Frage, die meisten der Anwesenden sind erst durch "Voices Of Doom" auf die Band aufmerksam geworden und feiern daher die neuen Songs extrawild ab. Dennoch bieten MONO INC. einen breiten Überblick über ihr bisheriges Schaffen. Martin ist die Freude über diesen Empfang im Gesicht abzulesen, und daher gibt es auch keinen Grund, die Fans in den ersten Reihen nicht am laufenden Band abzuklatschen - mittendrin statt nur dabei. Bei 'Forgiven' hüpft er wie ein Flummi über die Bühne, macht eine Extrarunde durch den Backstagebereich und animiert die Fans zum unkontrollierten Springen. Doch er kann auch anders: Beim sakralen Part des Songs geht er auf die Knie und betet seine Muse, Schlagzeugerin Katha Mia, an. Diese lässt sich davon aber kaum aus der Ruhe bringen und wirbelt mit ihren Sticks wie gewohnt kraftvoll über die Felle.

Nach 'Rest In Grace' bleibt Martin allein auf der Bühne zurück, schnappt sich eine Akustikgitarre, einen Hocker und redet sich seine Freude von der Seele: Es sei ein Traum, die erste Tour zu spielen und dann hier in Leipzig ein ausverkauftes Haus vorzufinden. "Nix gegen Berlin oder Köln, aber Leipzig? Das ist schon geil!"

Nach der Freude kommt die Melancholie, denn das folgende 'Life Hates You' "ist für meine erste beschissene Liebe". Doch auch danach bleibt es akustisch, denn zusammen mit den Fans wird der legendäre IGGY POP-Klassiker 'The Passenger' zelebriert. Mehr Party geht nicht! Was folgt ist ein einziges Fest. Das Eis zwischen Band und Fans ist endgültig gebrochen. Man scherzt, drückt sich und verteilt Küsschen. Für zwei Stunden ist die Welt ein klein wenig schöner. Als dann der Titeltrack des aktuellen Albums "Voices Of Doom" erklingt, kennen die Fans kein Halten mehr: Der Gothic-Pogo greift um sich und beschert der Location wohl einen neuen Temperaturrekord. Das anschließende Drum-Solo zeigt Katha in Einzelaktion, bevor mit 'Sleeping My Day Away' das reguläre Set abgeschlossen wird.

Natürlich schallen laute "Zugabe!"-Rufe durch den Saal, welche die Band standesgemäß mit 'In My Heart' und der Bandhymne 'Get Some Sleep' beantwortet. Als die Fans immer noch keine Ruhe geben, berichtet Martin, dass sie soeben die neuen Tourdaten für Oktober erhalten haben: "Wir kommen viermal nach Sachsen – Dresden, Glauchau, Leipzig und Erfurt!" Was bleibt da als Fazit? Musik: eins, Geografie: sechs!

Setlist MONO INC.:
This Is The Day
Temple Of The Torn
Comedown
Gothic Queen
Just Because I Love You
Euthanasia
Forgiven
Rest In Grace
Life Hates You
The Passanger
Burn Me
Avalon
If I Fail
Bloodmoon
Voices Of Doom
My Sick Mind TV
Sleeping My Day Away
----
In My Heart
Get Some Sleep

Die Fotos stammen aus der Knipsbüchse von Christin Kersten.

Redakteur:
Enrico Ahlig

Login

Neu registrieren