METAL INVASION 2013 - Straubing

04.12.2013 | 20:28

18.10.2013, Messeareal

Ein Festival sagt adé!

Obwohl die Festivalsaison schon längst vorbei ist und die üblichen Kandidaten bereits für das kommende Jahr planen, trotzt das bayrische Metal Invasion diesem Trend und öffnet für Musikhungrige und Kopfschüttler im goldenen Herbst die Tore. Nach wechselnden Austragungsorten findet das letzte Mal auf dem Messeareal im beschaulichen Straubing statt.

Mein Start in dieses Wochenende beginnt mit der finnischen Melodic Metal Band INSOMNIUM. Die Halle hat definitiv noch Kapazitäten über und so ist es ein leichtes, nach vorne zu kommen. Nach dem Intro ihres aktuellen Studioalbums "One For Sorrow" legen die sympathischen Herren mit 'Against The Stream' direkt los. Die Nummer symbolisiert einen musikalischen Umbruch der Band, die zuvor nie klaren Gesang verwendet hat. Negativ anzumerken ist der schlechte Sound, der den Sänger immer wieder etwas zu verschlucken droht. Man lässt sich recht wenig davon anmerken und haut mit 'Down With The Sun' eine weitere "schnellere" Nummer raus. Irgendwie scheint es nicht zu zünden, denn das Publikum fühlt sich nicht animiert zu Bangen. Es bleibt bei den letzten zwei Veröffentlichungen und so gibt es 'Unsung' und den beliebten Livesong 'Wheater The Storm' zu hören. Highlight der Show ist 'Emphemeral', das aus der gleichnamigen EP ausgekoppelt wurde. Und ich muss sagen, er klingt noch besser als das MP3-Format. Von den älteren Sachen spielt man leider nur 'Mortal Share', bevor die Herren mit 'One For Sorrow' ihre Show beenden.  

Im Rahmen ihres zwanzigjährigen Jubiläums tourt die österreichische Death Metal Band BELPHEGOR gerade quer durch Europa und macht auch in Deutschland halt. Grund genug neben einer ordentlichen Setlist auch mehr Geschütze auf der Bühne auszufahren. Der Startschuss fällt mit einem Intro, das sich durch seine Überlänge auszeichnet, bis mit 'Hell's Ambassador' ordentlich vor der Bühne aufgeräumt wird. Die Haare fliegen, die Köpfe werden geschüttelt und Sänger Helmuth hat sichtlich Spaß da oben mit seinen Kollegen. Es gibt in ihrer einstündigen Show besonders viele Songs aus dem "Blood Magic Necromance"-Album zu hören, aber zur Freude der Fans schaffen es von den älteren Songs 'Diaboli Virtus In Lumbar' und natürlich 'Lucifer Incestus' auf die Setlist. Aktuell arbeitet man auch gerade an einem neuen Silberling, der Anfang nächsten Jahres erscheinen soll, aber der fromme Wunsch, dass sie vielleicht etwas Neues spielen werden, bleibt leider unerfüllt. Als Trostpflaster gibt es dafür 'Justine: Soaked In Blood'.     

Für etwas mehr Partystimmung sorgt jetzt das deutsche Thrash Trio von SODOM. Nach einem etwas längerem Intro eröffnen die Herren ihre Show mit 'In War And Pieces' und das Publikum ist sofort Feuer und Flamme. Statt einer Pause packt man als nächstes 'Sodomy And Lust' aus. Die Stimmung ist ausgelassen und spätestens zu 'M-16' sind auch die letzten Besucher mit dabei. Für den bekannten Unterhaltungsfaktor sorgt wieder 'Surfin' Bird' und im Anschluss dazu 'The Saw Is The Law'. Der Sound ist in Ordnung, die Band scheint einen guten Tag zu haben und die Setlist ist wirklich erste Klasse. Als kleines Extra ertönt noch das Cover von 'Iron Fist' (MOTÖRHEAD) aus den Boxen und man muss für die Umsetzung wirklich ein Lob aussprechen. Nicht jeder kommt an Lemmy heran. Das ist aber noch lange nicht das Ende, denn ohne 'Agent Orange' und 'Bombenhagel' dürfen sie einfach nicht die Bühne verlassen.

Der Unterhaltungsfaktor bleibt weiterhin hoch, doch wechseln wir das Genre. Black Metal sollte man eigentlich nur zur kalten Jahreszeit hören, aber da man nicht den skandinavischen Winter in die Halle pressen kann, wird eben mit viel Blaulicht und Nebel nachgeholfen. Offiziell sollte es eine Pyroshow dazu geben, jedoch musste aus sicherheitstechnischen Gründen darauf verzichtet werden. Abbath und dem Rest von IMMORTAL scheint es wohl nicht so viel auszumachen und auch vor der Bühne stört es niemanden. Musikalisch startet man mit dem Titelsong der Platte "Sons Of Northern Darkness" und es macht einfach unglaublich Spaß, der Band zu zusehen. Niemand kann so anmutig die Zunge ausstrecken und eine Krabbe nachahmen wie Abbath. Selbst wenn man die Musik nicht mag, ist ein Konzert der Norweger immer lohnenswert. Wer auf eine Oldschool-Setlist hofft, wird leider enttäuscht und auch neue Songs scheinen nicht in Aussicht zu sein, dennoch kann man von einem soliden Auftritt sprechen. (Was haben die denn dann überhaupt gespielt? Keine Klassiker, aber auch nichts Neues? Versteh ich nicht. FJ)

Nachdem nun das Black Metal Trio von IMMORTAL für den Comedy-Teil des Abends gesorgt hat (Echt? Warum hast du das nicht berichtet? FJ), beehren uns jetzt die Finnen von CHILDREN OF BODOM. Obwohl Mr. Laiho nicht der Größte ist, besitzt er eine ordenliche Portion Selbtwertgefühl und das zeigt er auch gerne auf der Bühne. Während seine Kollegen sich die Beine auf der Bühne ablaufen, bleibt er ziemlich cool am Mikro stehen und lässt seine Finger eigentlich nur über die Gitarre tanzen. Man muss dazu sagen, dass er sich wirklich gebessert hat, was die Anzahl der "F*ck"-Ausrufe und seinen Speichelausfluss angeht. Den einen oder anderen Fan hat er zwar erwischt, aber ich denke, damit muss man rechnen, wenn man unbedingt in der ersten Reihe bei der Band sein will. Die Show selbst beginnt  mit einer ordentlichen Ladung Nebel und violettem Licht. Zum Auftakt wählt man den Song 'Sixpounder' aus und gewinnt dadurch sofort die Aufmerksamkeit der Fans. Obwohl die Herren ihre aktuelle Scheibe "Halo Of Blood" promoten, werden die Klassiker wie 'Silent Night, Bodom Night' und 'Hate Crew Deathroll' bis zum Umfallen abgefeiert. Den Höhepunkt erreicht man schließlich mit den ultimativen BODOM Songs 'Hate Me!' und 'Downfall'. Die Band wirkt ausgelassen und auch die Fans sind, mich eingeschlossen, glücklich.

[Hang Mai Le]

Redakteur:
Hang Mai Le

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