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Ligeia - Geislingen

13.02.2001 | 08:40

10.02.2001, Jugendhaus

Am 10. Februar fand ein weiteres Konzert der Reihe \"Making Noise & Drinking Beer\" statt. Dieses Mal wurde als Schauplatz das Jugendhaus in Geislingen ausgesucht. Und deshalb machte ich mich also auf den Weg dorthin, um mich mal wieder davon zu überzeugen, dass unbekanntere Bands mindestens genauso gute Musik machen können wie die etablierten. Und ich wurde nicht enttäuscht... Die einzige Enttäuschung an diesem Abend war die sehr geringe Zuhörerzahl - aber das störte die drei Bands an diesem Abend kaum, so dass den etwa 50 Leuten ein Super-Gig geboten wurde.

Den Anfang machten - mit der bei solchen Underground-Konzerten schon üblichen Stunde Verspätung - die vier Jungs von BLACK HEAD. Diese Band aus dem Ulmer Raum hat sich musikalisch dem Melodic Power Metal verschrieben. Allerdings steht hier die \'Power\' etwas mehr im Vordergrund, als bei vielen anderen Bands, die sich auch diesem Genre zuordnen. Und so legte BLACK HEAD mit \"Helpless Cry Unheard\" und \"Wasted Time\" auch gleich richtig gut los. Als der Sänger Kini dann aber versuchte, das Publikum etwas mehr in den Gig miteinzubeziehen, da machte es sich dann doch bemerkbar, dass einfach zu wenig Leute da waren. Aber irritieren ließen sich die vier Jungs nicht - sie machten mit \"Environmental Overkill\", \"Surviving The Game\" und \"Soldier Of Emptiness\" in gewohnter, kraftvoller Weise weiter. Anschließend wurden dann bei \"Make My Day\" (vom \'99er Demo) auch ruhigere Töne angeschlagen. Doch mit dem dann folgenden \"H.I.V.\" wurde bereits wieder richtig Gas gegeben. Da es bei BLACK HEAD-Konzerten üblich ist, dass auch an die guten alten FRIGHT NIGHT-Zeiten erinnert wird, durfte ein solcher Klassiker (\"Fright Night\") natürlich nicht fehlen. Mit dem sehr passenden Song \"Time Has Come\" beendeten Kini, James, Jürgen und Andi dann ihren Auftritt. Da die Jungs aber beim Publikum sehr gut angekommen sind, gaben sie noch als Zugabe ihren neuesten Song - \"No More Foolin\'\" - zum besten.

Nach einer kleineren Pause betraten dann DEADLY SIN die Bühne. Auf diese Jungs war ich am meisten gespannt, da ich diese bis dahin noch gar nicht kannte. Aber das sollte sich als enorme Bildungslücke herausstellen. Auch diese Band aus Paderborn, die seit November nur noch aus drei Leuten besteht, macht melodiösen Power Metal, der jedoch durch eine ganz gehörige Portion Bay-Area Trash angereichert ist. Von Anfang an ließen sie es ganz gehörig krachen (\"The Angel Dies\", \"Sinners\"). Mit \"Cosmos/Chaos\" und \"Your Devils Grin\" wurden dann zwei Songs von der \'99er Demo-CD \"Diamonds & Tyrants\" zum besten gegeben, die beim Publikum ebenfalls sehr gut ankamen. Dann versuchte auch hier der Sänger Nikko, das Publikum zum Mitsingen zu animieren - allerdings wieder nur mit mäßigem Erfolg. Aber das konnte DEADLY SIN nicht wirklich stören: Mit \"Solution Infinity\", \"Torian\" und \"Dawn\" wurde kräftig weitergerockt, um dann anschließend eine Cover-Version zu präsentieren: \"Melancholy\" von Iced Earth. Danach ging\'s mit dem Titel-Track der Demo-CD (\"Diamonds & Tyrants\") wieder mit eigenem Material weiter. Ihren Auftritt beschlossen die drei Jungs dann mit \"Broken Heart\" und zwei Songs vom \'98er Demo (\"Souls Of Fire\", \"Utumno\"). Obwohl Nikko, Mokkai und Röck beim Publikum sehr gut ankamen und auch eine Zugabe gefordert wurde, wurde diese leider verweigert.

Als letzte Band des Abends kam dann LIGEIA auf die Bühne. Die musikalische Ausrichtung dieser Band - ebenfalls aus dem Ulmer Raum - geht auch wieder in die Melodic Power Metal-Ecke, wobei die Einflüsse vor allem vom tradionellen Heavy Metal der 80er Jahre kommen. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Bands wird hier der Gesang mit Dani einer Frau überlassen, die mit ihrer rauhen Stimme aber ganz gut ins musikalische Bild passt. Nachdem die anderen Bands ja bereits gut vorgelegt hatten, wollten die vier Leute von LIGEIA dem natürlich in nichts nachstehen. Und so legten sie mit \"Wings Of Fire\", \"Beyond The Sky\", \"Gloria\" und \"Angel Witch\" auch gleich ein ordentliches Tempo vor. Selbstverständlich durften im Laufe des Konzerts auch Songs von der aktuellen CD \"Made Of Stone\" nicht fehlen, und so folgten dann \"Dragonheart\" und \"Mephista\" sowie \"Mistress Of The Night\". Wie es sich aber für eine ordentliche Metal-Band gehört, muss natürlich auch eine Ballade sein. Und so wurde für \"Noise Of Silence\" das Tempo komplett herausgenommen, und deshalb mussten Wolfgang (b.) und Harry (dr.) hierfür auch die Bühne verlassen, um Jörg (g.) und Dani in der \'Stille\' nicht zu stören. Aber nach dieser kleinen Verschnaufpause ging es dann mit \"Last Valkyrie\" und \"Welcome To My Hell\" im gewohnten Stil weiter. Harry durfte dabei in einem sehr ordentlichen Schlagzeug-Solo zeigen, was er denn so drauf hat. Nach \"Walpurgis Night\" war dann auch noch eine Cover-Version fällig - LIGEIA hatten sich für \"Bark At The Moon\" von Ozzy Osbourne entschieden. Mit \"Night Of The Cross\" und zwei weiteren Songs von der aktuellen CD - \"Angel Dusk\" und \"Children Of The Lost\" ging der Auftritt der Vier dann zu Ende. Da das Publikum aber wieder - wie schon bei den vorherigen Gruppen - eine Zugabe forderte, bekam man schließlich noch \"Firestorm\" und \"Here We Are\" zu hören, wobei bei letzterem wieder die Sangeskünste des Publikums gefordert wurden.

Insgesamt kann man dieses Konzert auf jeden Fall als sehr gelungen bezeichnen, da alle drei Bands auf ihre Art überzeugt haben. Ich kann daher jedem nur empfehlen, sich ruhig mal ein paar unbekanntere Bands anzuhören, damit in Zukunft ein paar mehr Leute bei solchen Konzerten zu finden sind.

Links:
http://www.black-head-online.de/
http://www.deadly-sin.de/
http://www.ligeia.de.cx/
Martin Schaich

Redakteur:
Martin Schaich

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