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Kataklysm - Leipzig

23.01.2007 | 08:20

11.01.2007, Hellraiser

Welcome to Hellraiser. Gerade einmal kurz nach 20 Uhr wird es laut im Hellraiser in Engelsdorf bei Leipzig. Fünf Kanadier betreten die Bühne und lassen aggressive Töne erklingen. QUO VADIS spielen Death Metal und stehen seit über zehn Jahren auf der Bühne. 2001 wurden sie sogar zu den "Best new Canadian Talent" gewählt. Dass sie den Preis nicht umsonst bekamen, können sie derzeit auf ihrer Tour mit KATAKLYSM beweisen. An dem heutigen Abend sind sie allerdings nur Opener. Sänger Stéphane legt sich mächtig ins Zeug und vertont in der halben Stunde Spielzeit unter anderem einige Songs des aktuellen Albums "Defiant Imagination". Hinzu kommen lange Schlagzeug- und Gitarrensoli. Die Stimmung bebt zwar nicht, aber Kopfnicken ist definitiv drin.

Danach folgen NEAERA: Recht schnell geht es weiter mit Metalcore. Eine andere Richtung als die Band zuvor, doch den Fans gefällt die kreischende und sogleich grölige Stimme des Sängers. Verhüllt in einem rot-grünen Nebel und als Augenschmaus für die weiblichen Fans gibt es einen Gastmusiker. Ihren "Schönling", der für Groupies sorgen soll, haben sie sich von HEAVEN SHALL BURN geliehen. Doch der ist kaum notwendig, denn scheinbar warten viele auf KATAKLYSM und keinen blonden Jüngling.
[Franziska Böhl]

Zwei kanadische Metal-Highlights unterbrochen von zwei deutschen Metalcore-Bands, welche zwar irgendwie nicht so toll ins Programm passen wollen, aber vielleicht zumindest zum Aufheizen des Publikums dienlich sein können. Bis zu der Vorstellung von FEAR MY THOUGHTS ging diese Rechnung auch weitestgehend auf: QUO VADIS - technisch perfekt und sehr energiegeladen, jedoch viel zu kurz und als Opener einfach zu anspruchsvoll. NEAERA dann geradliniger Metalcore mit Death-Metal-Einflüssen, dessen Eingängigkeit leider zu oft die Gefahr birgt, in Monotonie auszuarten.

Doch als FEAR MY THOUGHTS loslegten, rappelte es gewaltig in der Schublade, in die ich sie vorher noch so unüberlegt gepfropft hatte. Eher melodisch-metallisch dringt es aus den Boxen und die ohnehin schon gute Stimmung steigert sich von Song zu Song. Mit ihrem Liedgut, welches hauptsächlich von ihren neueren Platten "Hell Sweet Hell" und "Vulcanus" stammt, knüpfte man zwar an die Eingängigkeit von NEAERA an, sorgte aber zugleich durch höhere Variabilität in Gesang und Gitarrenarbeit für gesteigerte Kurzweiligkeit. Fazit: für mich die Überraschung des Abends. Das perfekte Bindeglied zwischen den "core"-lastigeren NEAERA und dem Death-Metal-Inferno, welches mit KATAKLYSM noch folgen sollte ...
[Christian Döring]

Ein Inferno voller Haare. Mit besten Beispiel geht der KATAKLYSM-Sänger Maurizio voran: Er kommt auf die Bühne, begrüßt seine Jünger und gibt 100 Prozent. Voller Einsatz mit kräftigem Gesang, der vom Publikum freudig entgegengenommen wird. Die Menge schüttelt genauso wie Maurizio die Haare. Der Wind weht einem nur so ins Gesicht. "It's time to go to hell". Wild, brachial und schnell spielen die Kanadier Stücke ihres neuen Albums "In The Arms Of Devastation". Der neue, alte Drummer und die etwas weniger aggressiven Drummings schaden der Death-Metal-Formation auch überhaupt nicht. KATAKLYSM wirken trotz allem wie ein Sog. Alles drängt sich nach vorn und lässt sich mitreißen von diesem "Wollknäuel" auf der Bühne, das sich scheinbar auch gerne huldigen lässt von seinen Fans. Er weiß, wie er das Publikum begeistern kann und selbst nach einer Stunde will noch keiner, dass das für heute schon das Ende ist. KATAKLYSM müssen eine Zugabe geben, eine etwas längere. Leider ist es kurz vor Mitternacht auch vorbei. Doch nach solch einem rockigen Auftritt und der Vorfreude auf das Hellraiser-Festival zu Pfingsten, bei denen KATAKLYSM wieder spielen werden, scheint das für viele auch kein Problem zu sein.
[Franziska Böhl]

Redakteur:
Franziska Böhl

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