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KATAKLYSM - Leipzig

31.01.2010 | 22:44

23.01.2010, Hellraiser

KATAKLYSM-Sänger Maurizio ist begeistert vom Leipziger Publikum: "It's fucking amazing!"

KATAKLYSM-Sänger Maurizio ist begeistert vom Leipziger Publikum: "It's fucking amazing!", sagt er nach einer längeren Zugabe und verlässt scheinbar nur ungern die Bühne an diesem Abend. Wahrscheinlich wusste das Publikum bereits im Vorfeld, wieso sich pünktliches Erscheinen lohnen würde: Bereits vor 20.00 Uhr ist der Leipziger Kult-Konzertclub, das "Hellraiser" in Engelsdorf, gut gefüllt. Pünktlich betreten RESISTANCE als Opener für eine knappe halbe Stunde die Bühne. Mit ihrer Mischung aus Death Metal und einigen Hardcore-Anleihen können sie das Publikum aber nicht aus den Socken hauen. Mehr als noch müdes Kopfnicken ist hier und da nicht zu sehen. Da helfen auch das angestrengte Gegröle des Sängers oder die teilweise recht schnellen Gitarrenriffs nicht. Letztendlich mangelt es an Einfallsreichtum – möglicherweise auch an einer besseren "Mitmosh-Melodie".

Doch die darauffolgende Band verheißt Gutes: Bereits im Vorfeld wurden SUICIDAL ANGELS für ihren Old School Thrash Metal gelobt. Die Griechen verkündeten ebenfalls vor dem Tourbeginn, dass es sie ungemein freut, mit einer Death-Metal-Legende wie KATAKLYSM die Bühne teilen zu können. Mit einem besonders thrashigen Outfit können die Jungs zwar nicht punkten, aber sie wissen, wie sie die Stimmung im Publikum heben können: Neuere Songs wie 'Sanctify The Darkness' vom gleichnamigen Album werden unter anderem gespielt. Immer wieder sind schnelle und präzise Gitarrenriffs und natürlich auch schrille Töne zu vernehmen. Nach einem weiteren rasanten Song ermahnt Sänger Nick die Besucher, mehr über Jesus nachzudenken, und kündigt damit '... Lies' vom aktuellen Album an. Ein äußerst erfrischender Auftritt, der viel zu schnell wieder vorbei ist. Doch SUICIDAL ANGELS eröffnen an diesem Abend die Mosh-Zeit. Am Ende bedankt sich das Publikum mit großem Applaus.

Nach den Griechen betreten die Amerikaner DARKEST HOUR die Bühne. Ihre Mischung aus Melodic Death Metal und Metalcore ist ziemlich eingängig, aber nicht unbedingt etwas Besonderes. Trotzdem schwingen einige Metalheads ihre Mähnen. Ein kleiner Mosh-Kreis bildet sich, der sich bei den Auftritten der nächsten beiden Bands noch stark vergrößern wird. Neben älteren Stücken lassen es die Jungs mit neueren Songs wie 'Deliver Us' von ihrem 2008 erschienenen Album krachen. "It's fucking hell!" Melodische Stücke wechseln sich ab mit ausgedehnten Gitarrensoli und hartem Drum-Geknüppel. Das Publikum weiß es am Ende mit der typischen Metallergeste, der "Pommesgabel", zu würdigen.

Etwas Zeit für das nächste Bier bleibt. Dann wird es blutig, düster, ja fast schon diabolisch. Die österreichische Black- und Death-Metal-Band BELPHEGOR entert die Bühne. Sänger Helmut schaut aus seinem blutbeschmierten Gesicht grimmig ins Publikum. Erst nach dem dritten Song begrüßt er die "Germanen". Harte Gitarrenriffs und Gitarrensoli bieten genügend Zeit zum Moshen. Sieben Minuten Tod folgen mit dem Song 'Virtus Diavoli'. Wie eine harte Einheit wirken dabei die Gitarristen und der Bassist, die sich nebeneinander an die Front stellen. Danach fragt Sänger Helmut: "Wollt ihr was Schnelles hören? Seid ihr bereit für Luzifer?" Dabei betont er das "r". Diabolisches "Hahaha" folgt, und damit geht es mit 'Lucifer Incestus' weiter. Das Publikum ist sichtlich begeistert von der bisherigen Songauswahl und folgt den "Hail!"-Rufen, die scheinbar nicht oft genug hintereinander wiederholt werden können und auch Minuten später noch nachhallen. Nach 'Justin Soaked In Blood' holt Sänger Helmut seine Ledermaske mit den extralangen Nieten hervor, um zum Abschluss in würdigem Outfit 'Bondage Goat Zombie' zu intonieren. Ein fast schon zu kurzer Auftritt.

Nach diesen abwechslungsreichen ersten vier Bands ist es endlich so weit für die kanadische Death-Metal-Legende KATAKLYSM. Wie ein kleines Energiebündel legt Sänger Maurizio bereits kurz nach den ersten Takten los und bewegt sich über die Bühne. Immer wieder stoppt er, um selbst seine Haare zu schwingen. Seine "Jünger" im Publikum machen es ihm nach. Das begeisterungsfähige Publikum reagiert bereits bei den ersten Songs wie 'Like Angels Weeping The Dark', 'Manipulator Of Souls' oder 'Prevail'. Der schnelle Rhythmus und die fast schon wilde, brachiale Stimmung auf der Bühne und das aggressive Drumming der Death-Metaller scheinen immer wieder eine gute Kombination zu sein. Sänger Maurizio ist dabei auch eine treibende Kraft: Häufig stellt er sich nach vorn, hebt die Arme kraftvoll nach oben und scheint neben ein wenig Huldigung fast schon Aktivitäten des Publikums zu erwarten. Weitere mitreißende Songs wie 'It Turns To Rust', 'Ambassador Of Pain' oder 'Blood On The Swans' folgen und erzeugen eine noch wildere Mosh-Stimmung. Etwas später verlässt Maurizio kurz die Bühne, kommt erfreulicherweise aber schnell zurück. Zum Ende folgen Songs wie 'Let Them Burn' oder 'Shadows And Dust'. Nach 'Road To Devastation' beenden KATAKLYSM ihren doch recht langen Auftritt und bedanken sich beim Publikum, das die Death-Metaller gut im Griff hatten. "We had a fucking amazing night", sagt Maurizio am Ende.

Redakteur:
Franziska Böhl

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