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KAMELOT - Hamburg

28.04.2010 | 23:01

09.04.2010, Markthalle

Drei tolle Bands bestreiten einen gelungenen Freitagabend.

An diesem Freitagabend ist ordentlich was los in der Markthalle: Bereits bei ADAGIO, für die es der letzte Tourtag ist, bevor ALL ENDS in Schweden und AMARANTHE in Finnland den Support übernehmen, ist der Konzertsaal zu drei Vierteln voll. Die Franzosen haben sich entsprechend herausgeputzt und kommen geschniegelt und gebügelt auf die Bühne. Unter den Fans befinden sich auch einige ADAGIO-Anhänger mit Bandshirts, die die übrigen mit ihrem Taktklatschen anstecken. Sänger Mats Leven, der kurz vor der Tour den ausgeschiedenen Chris Palin ersetzte, heizt das Publikum auch ordentlich an und animiert es immer wieder zum Mitmachen.

ADAGIO legen einen guten Auftritt hin, posen viel, und ihr True Metal trifft den Geschmack des Publikums. Dass das Mikro des Shouters zu leise ist, stört heute niemanden.

LEAVES' EYES entern zum Titelsong ihres aktuellen Albums "Njord" die Bühne. Leider ist der Chor im Hintergrund nicht hörbar – oder wurde er absichtlich weggelassen? Die Live-Instrumente stehen eindeutig im Vordergrund, und das Konzept geht auf.

Wie immer macht Sänger Alex den Anheizer und unterstützt damit seine Frau und Sängerin Liv Kristine. Der vordere Teil der Halle klatscht begeistert mit. Die internationale Combo geht gleich aufs Ganze und kredenzt als Nächstes ihren Hit 'My Destiny'. Im Gegensatz zu manch anderen Tagen ist Liv heute in Topform und singt alle Töne glasklar. Die Band ist sehr agil, und Liv betritt häufig den Steg, der ins Publikum ragt. Auf Mikroständer wird verzichtet.

Nach 'Emerald's Island' stellen Alex und Liv das Publikum auf die Probe: Sie vergleichen die Fanlautstärke der deutschen Städte. Ob Hamburg wohl gewonnen hat? Egal. Mit 'Take The Devil In Me' geht es weiter, und langsam wird es heiß in der Markthalle. Danach verlassen die Musiker die Bühne, um sie zum Intro von 'Ragnarok' wieder zu betreten. Liv und Alex singen fleißig die Parts des jeweils anderen mit und harmonieren wie gewohnt prächtig. Das folgende 'Elegy' bleibt der einzige Song des Abends, der nicht vom aktuellen Album stammt.

Last but not least spielen LEAVES' EYES 'Froya's Theme'. Ein Epos zum Niederknien! Hier stimmt jede Note, ein wunderschöner Song! Dazu stehen sie auf der Bühne: Alex und Liv wie Göttin Freya und Gott Frey persönlich. Das Publikum ist ebenso verzaubert wie ich und verabschiedet die Band nach 45 Minuten zum Outro 'Mot Fjerne Land' vom Band mit viel Applaus.

Bei KAMELOT ist die Markthalle voll, und es ist HEISS! Und die Amerikaner haben einiges vor: Zwei Podeste schmücken die Bühne, auf denen jeweils ein Mikro steht. Eines davon wird sogleich von einer maskierten Sängerin betreten. Die Band braucht zwar nicht viel zu tun, animiert das Publikum aber trotzdem, und die Bandmitglieder gehen nacheinander immer wieder auf den Steg in der Mitte.

Nach drei Liedern verschwindet die ominöse Sängerin, um später ohne Maske, aber mit männlicher Unterstützung wieder auf die Bühne zu kommen. Die Fans klatschen fleißig mit und jubeln KAMELOT zu, aber so richtig aus sich raus gehen die wenigsten. Sänger Khan dafür um so mehr: Er schüttelt den Fans in der ersten Reihe die Hand, läuft von einer Seite zur anderen und schmeißt sich schlussendlich inklusive Mikrofonständer auf den Boden. Auch seine Bandkollegen sind agil und betreten ab und zu die Podeste.

Die Amis lassen nichts anbrennen und kredenzen dem Publikum einen Abend mit vielen Showeffekten, Körpereinsatz, den typischen Soli und Hits ohne Ende. Die Markhalle erlebt eine friedliche Party, und das altersmäßig bunt durchgemischte Publikum verlässt die Halle zufrieden, um entweder nach Hause oder in die nächste Metalkneipe auszuschwärmen. Ein rundum gelungener Abend.

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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