top banner 156

Hell Nights - Hamburg

09.11.2010 | 13:18

30.10.2010, Grünspan

Die Höllennacht bis Halloween.

Halloween – die Nacht der Geister, Monster und Zombies. Mittlerweile ist dieser Kult so weit zu uns nach Europa herübergeschwappt, dass sich sogar Bankkaufleute, Büroangestellte und Kinder verkleiden. Die einen ziehen von Haus zu Haus und drohen: "Süßes oder Saures!", die anderen ziehen von Club zu Club durch die zahlreichen Halloween-Partys und vernichten dabei Süßes und Saures, natürlich kostümiert als Hexe oder Frankenstein. Der Horror ist überall, und so fällt es gar nicht auf, dass ein kleines Völkchen gerade jetzt die schönste Zeit des Jahres erlebt. Den Normalsterblichen bleibt dies deshalb verborgen, weil diese Gestalten nur in dieser einen Nacht niemandem auffallen: die Horror-Punks. Das ganze Jahr über erschrecken sie die Menschheit mit ihrem Äußeren, an Halloween tragen sie ganz einfach nur die besten Kostüme.

Traditionell arbeiten die beiden großen Institutionen des Genres, BLITZKID und THE OTHER, ein paar Tage zuvor auf diesen Event hin. Mit der Hell-Nights-Tour bereiten sie Deutschland auf die Nacht der Nächte vor, ihren Höhepunkt findet sie pünktlich zu Halloween in Köln. Einen Tag zuvor haben sich die Band vorgenommen, in Hamburg Angst und Schrecken zu verbreiten – mit dabei BANANE METALIK, NIM VIND und exklusiv LORD OF THE LOST.

BANANE METALIK sind mit ihren Zombiemasken der erste Schocker. Im Gepäck haben sie eine lädierte Dame, die auf Krücken über die Bühne stolpert. Passend zur blutigen Show ist die Musik der Franzosen zwar groovig, aber mit ausrechend jaulenden Gitarren, krankem Gesang und zahlreichen Überraschungen gespickt, die jeden Zuschauer vergraulen, der nur per Zufall den Weg ins volle Grünspan gefunden hat.

NIM VIND und LORD OF THE LOST schlagen in eine andere Kerbe, sowohl optisch als auch musikalisch. Die Herren und die Dame sind zwar nett anzusehen, können die Messlatte aber nicht erreichen, die BANANE METALIK gelegt haben. Ihre Musik ist zu profillos: einfache Kost, die nicht im Kopf bleibt.

Das haben THE OTHER wesentlich besser drauf. Gut gelaunt starten sie ihr Set mit dem Quasi-Opener ihres aktuellen Albums 'Back To The Cemetery', 'End Of Our Time' und dem Klassiker 'Der Tod steht dir gut'. Wer vorher noch nicht gefeiert hat, tut es spätestens jetzt. Das Quartett um Sänger Rod Usher ist bestens gelaunt und stachelt die Untoten weiter an. Auf der Bühne wird gerockt, vorne getanzt, weiter hinten die Aufmachung der Musiker bestaunt und natürlich überall mitgesungen.

Obwohl THE OTHER ihren Sound mit "New Blood"  etwas modernisiert haben, sind die Songs eingängig geblieben. Und wo die Fans mitgrölen können, ist auch die Stimmung gut.

Setlist:
Back To The Cemetery
End Of Our Time
Der Tod steht dir gut
The Creature From The Black Lagoon
Lovers Lane
The Burial
The Lovesick Mind
Beware Of Ghouls
In The Dead Of Night
Hier kommt die Dunkelheit
Become Undead
Transylvania
Tarantula
Blood Runs Cold

Es gibt nur eine Band, die dem Spektakel jetzt noch einen draufsetzen kann: die amerikanische Horror-Punk-Institution BLITZKID. 'Mr. Gore', 'Head Over Hills' und 'Cannibal Flesh Riot' machen den Anfang. Mit 'Let's Go To The Cemetery' bleiben wir thematisch gleich auf dem Friedhof, dem perfekten Ort für eine Zombie-Zusammenkunft wie diese.

Das Viergespann präsentiert sich ungewöhnlich ungeschminkt, allerdings nicht mit weniger Elan als sonst. Bassist Argyle Goolsby und Gitarrist TB Monstrosity teilen sich die Vocals, Stimmungsgarant ist Goolsby fast allein. Er flitzt über die Bühne, post mit seinem Bass und hat zwischendurch immer mal wieder Zeit für eine kurze Ansage. So viel Einsatz wird belohnt – nicht nur durch Partystimmung in den vorderen Reihen (kleiner Pogo inklusive), sondern auch durch auf die Bühne fliegende Unterwäsche.

Die Klassiker 'Pretty In A Casket' und 'Nosferatu' dürfen natürlich nicht fehlen. Zu Letzterem kommt Migore Drake, der Bassist von THE OTHER, in einem OVERKILL-Shirt auf die Bühne und übernimmt sein angestammtes Instrument. Nach den letzten Tönen ist zwar das Konzert zu Ende, die Horrorparty in den Reformationstag hinein dauert aber noch lange an.

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

Login

Neu registrieren

Wir verwenden Cookies, um unsere Website besser gestalten und verbessern zu können. Diese nutzen wir unter anderem für die Reichweitenmessung und zu Marketing- und Optimierungszwecken. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu (weitere Informationen gibt es hier).