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Heavy Metal - Nix im Scheddel...? Nr. 39 - Leipzig

30.12.2003 | 13:05

27.12.2003, Tonellis

Zwischen Weihnachtsschmaus und dem Jahresausklang mal eben zum Scheddel und alten AC/DC-Klassikern lauschen - was könnt es Schöneres geben? Das sahen nicht wenige Leute ähnlich und dementsprechend gut besucht war die letzte Veranstaltung dieses Jahres.

Den Anfang machten zunächst die Jungs von MAIN MACHINE, die kraftvollen und stampfenden Power Metal zum Besten gaben. An ihren Instrumenten waren sie wirklich gut und die zum Großteil ziemlich melodischen Songs liefen auch gut rein. Leider klang die Truppe nicht gerade sehr eigenständig und wirklich hängen blieb von den Stücken auch nicht viel. Sei's drum, denn handwerklich war das Ganze trotzdem nicht zu verachten.
Allerdings war nur ein tapferer Einzelkämpfer vor der Bühne unentwegt am Bangen, der Rest vom Schützenfest schaute sich das Ganze etwas weniger enthusiasmiert an (wohl um Kräfte zu sparen oder vielleicht auch, weil sich das stilistisch doch etwas vom gewohnten Scheddel-Programm abhob). Alles in allem war es aber eine ordentliche Vorstellung von MAIN MACHINE, die einen schon mal in Stimmung für die folgenden Bands brachte.

Bei MOSHQUITO ging es dann ein ganzes Stück härter zur Sache. Die Band bot richtig fetzigen Thrash Metal und konnte mit ihren aggressiven, aber auch recht variablen, Songs eine Menge Pluspunkte sammeln. Man ging engagiert und tight zu Werke und hatte sichtlich Spaß an dem Auftritt. Da ließen sich die Zuschauer natürlich nicht lange bitten und einige schüttelten heftigst ihre Matten zu dieser Thrash-Walze. Das lockere Auftreten, die prächtige stimmliche Verfassung des Sängers und das brachiale Rifffeuerwerk rundeten die Sache amtlich ab.
Das Highlight hatte man sich dann aber für das Ende der 70-Minuten-Show aufgehoben. Wie schon beim letzten Scheddel-Auftritt vor zwei Jahren gab es zum krönenden Abschluss ein SLAYER-Doppelpack in Form von 'Dead Skin Mask' und 'Raining Blood'. Und wer es bislang noch nicht mitgekriegt hat, dem war es spätestens jetzt klar: MOSHQUITO machen live einfach eine Menge Spaß.

Und dann war es endlich an der Zeit für eine Reise zurück in die siebziger Jahre. Die JAILBREAKERS sind nämlich nicht nur eine AC/DC-Coverband, sie geben auch ausnahmslos Stücke aus der Bon-Scott-Ära zum Besten. Und der 1980 verstorbene Frontmann (R.I.P.) hat ja zusammen mit den Gebrüdern Angus & Malcolm Young eine ganze Reihe an unsterblichen Klassikern zu verantworten.
Los ging's diesmal mit 'Rock'n'Roll Damnation' und 'Shot Down In Flames' und das Publikum war sofort da. Obwohl direkt vor der Bühne für meinen Geschmack ein bisschen zuviel Platz war, dürfte trotzdem niemand enttäuscht gewesen sein. Musikalisch brachten die JAILBREAKERS den AC/DC-Sound absolut makellos rüber und auch die Show im Angus-Stil wurde vom Gitarrero überzeugend adaptiert. Und wenn dann auch noch Stücke wie 'School Days' (das AC/DC selber von Chuck Berry gecovert haben) zum Besten gegeben werden, fühlt man sich wie im Rock'n'Roll-Himmel. Bei 'Go Down' gab es dann den berühmten Strip, natürlich mit entblößtem Hinterteil zum Schluss. Zur weiteren Songauswahl verweise ich jetzt einfach mal auf die untenstehende Setlist, denn größere Überraschungen gab es keine mehr.
Während sich einige Anwesende richtig gehen ließen und mit leuchtenden Augen und (vermutlich) feuchter Hose zu den Songs tanzten, hatte ich das Gefühl, dass die Stimmung insgesamt nicht ganz so gut war wie beim Auftritt vor einem reichlichen Jahr und auch die Band selbst wirkte diesmal einen Tick weniger mitreißend und schien nicht ganz so gut drauf zu sein wie damals. Beste Unterhaltung war dennoch garantiert, dafür sorgten allein schon die großartigen Songs. Nach dieser vorzüglichen Portion Rock konnte man sich mehr als zufrieden auf den Heimweg machen oder wahlweise noch das eine oder andere Bier schlabbern (das es diesmal in Flaschen gab, was sich auch preislich positiv bemerkbar machte). Und an die Adresse der JAILBREAKERS kann ich eigentlich nur sagen: Bitte wiederkommen!

Setlist THE JAILBREAKERS:
Rock'n'Roll Damnation
Shot Down In Flames
School Days
Whole Lotta Rosie
Jailbreak
High Voltage
Dirty Deeds Done Dirt Cheap
Go Down
The Jack
Highway To Hell
Girls Got Rhythm
Let There Be Rock
TNT
Touch Too Much
If You Want Blood
Rocker


Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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