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Hammerfall / Virgin Steele - Stuttgart

14.02.2001 | 06:10

12.02.2001, Longhorn

Schon beim Einlass deutete die große Schlange vor dem Longhorn an, daß dieser Abend ausverkauft sein würde, und das obwohl am selben Abend APOCALYPTICA in Stuttgart ihr Können zum besten gaben und die PRETTY MAIDS dies tags zuvor getan hatten. Als ich dann endlich im Innenraum angelangt war, kam es mir noch erstaunlich leer vor, aber das sollte sich im Laufe des Abends noch ändern, zu späterer Stunde gab es kaum noch eine Chance, von hinten nach vorne zu gelangen.

Als erste gaben FREEDOM CALL eine Kostprobe ihres Könnens. Die Mannen um den GAMMA RAY-Schlagzeuger Dan Zimmermann haben sich dem Melody Speed verschrieben und zelebrierten diesen in perfekter Form. Die Jungs begeisterten mit ihren an good old HELLOWEEN erinnernden Songs wie z.B. dem äußerst eingängigen ?Farewell?, so daß schon während der ersten Nummer vom vorderen Drittel der Fans deutliche Zuneigungsbekundungen kamen. Hinzu kam, daß die Band ganz offensichtlich Spaß auf der Bühne hatte und sich auch immer artig bei den Fans für die begeisterte Stimmung bedankte. Ich denke, FREEDOM CALL haben an diesem Abend [mit dem exzellent dargebotenen Material ihrer beiden bisherigen Scheiben] viele neue Fans gewonnen.

Als zweite Band im Bunde trat der heimliche Headliner VIRGIN STEELE auf. Leider hatte David De Feis sich vorgenommen, fast keine Klassiker zu spielen, sondern präsentierte die doch um einiges ruhigeren Songs der \"House Of Atreus\" Metal Oper. So beruhigte sich auch die von FREEDOM CALL angeheizte Stimmung zusehens. So richtig Stimmung wollte erst beim letzten Song \"Twilight Of The Gods\" sowie der Zugabe \"Noble Savage\" aufkommen. Die \"Playback\" Erfahrungen, die Alex in seinem Konzertbericht schrieb, konnte ich von meiner Position rechts der Bühne nicht bestätigen, dazu habe ich Gitarrist Ed Pursino nicht genug im Blickfeld gehabt. David selbst präsentierte sich lauffreudig und in prächtiger Laune und wuselte ständig über die Bühne. Es machte Spaß, ihm zuzusehen und auch zuzuhören.

Nachdem VIRGIN STEELE ihren Auftritt beendet hatten hörte ich die Fans ständig HAMMERVOLL rufen, und plötzlich fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, daß sie nicht ihren Alkoholisierungsgrad meinten, sondern diese eine Band, welche ich noch von Wacken 97 in äußerst unguter Erinnerung hatte. Ich hatte es seither tunlichst vermieden, sie ein weiteres mal anzusehen, denn das, was es `97 in Wacken auf der Hauptbühne zu sehen gab, war unter aller Sau. Ständige Spielfehler und die schlechte Gesangsleistung konnten Einem diesen Auftritt in kürzester Zeit vermiesen. Nun denn, dachte ich mir, dann wollen wir mal einen schönen Verriss schreiben; aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Zum Intro kam gleich \"Lord Helmchen\" (?Spaceballs?) auf die Bühne und zündete ein paar Fackeln auf der Bühne an, dann ließ man die Zugbrücke herunter und das Schlagzeug inklusive der Herren Helmgren, Dronjak und Johansson kam zum Vorschein. Und los gings: Begeisterungsstürme der Fans, eine Band, die sich in prächtiger Spiellaune präsentierte und ein Joacim Coans, der mal nicht wie ein präpubertärer Teenie klang, zeigten mir, daß HAMMERFALL sich seit `97 deutlich weiterentwickelt hatten. Geboten wurde ein guter Querschnitt aus den bisher erschienenen 3 Alben und die Fans dankten es der Band. Nach \"Let The Hammer Fall\" gab es dann das obligatorische Drumsolo. Hmm, naja, technisch war es einwandfrei, aber dafür umso einfallsloser. Aber seitdem ich letztes Jahr Mike Terrana (RAGE, Ex-METALIUM) zweimal bei einem Drumsolo bewundern durfte, bin ich da eh etwas kritischer geworden. Der Mann ist der wahre Donnergott.
Zu \"Legacy Of Kings\" gab es noch das auf der Tour übliche Messen der Lautstärke der Fans. Stuttgart tat sich hier mit nur 125,4 DB nicht besonders hervor. Oberhausen soll 127,8 DB erreicht haben. Noch zwei Zugaben in Form von \"Renegade\" und \"Hammerfall\" und dann war der Abend -noch vor 24.00 Uhr- auch schon wieder vorbei.

Bleibt zu sagen, daß FREEDOM CALL ein herausragender Opener waren, VIRGIN STEELE deutlich unter ihren Möglichkeiten blieben und HAMMERFALL entschieden besser waren, als ich erwartet hatte.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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