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Hammerfall - Berlin

17.12.2011 | 22:57

16.11.2011, Huxleys Neue Welt

Kleine Geburtstagsfeier gefällig? Zu ihrem volljährigen Bandbestehen laden HAMMERFALL dieses Jahr zur "European Outbreak Tour" ein. Die heutige Sause ist allerdings für die Berliner reserviert.

 

Unter die feiernden Gäste haben sich heute Abend auch die Landsmänner von DEATH DESTRUCTION gemischt. Kommen wir somit zum ersten Spiel: Topfschlagen! Denn was bei der Kombi aus HAMMERFALL-Bassisten Fredrik, den ehemaligen EVERGREY-Leuten Henrik und Jonas sowie DEAD BY APRIL-Fronter Jimmie herauskracht, ist sicher nicht ganz, was die HAMMERFALL-Fans an dieser Stelle erwartet haben. Anstelle von klassischem Power Metal gibt es mit dem energischen Metalcore ordentlich eins auf die Mütze. Typischerweise meckert der Berliner erst einmal, lässt sich dann das Fußwippen aber doch nicht nehmen. Die Schweden knacken und backen einen herrlich erfrischenden Sound zusammen, welcher im Großen und Ganzen überzeugen kann.

 

 

 

 

Jetzt geht es um die Wurst und aus dem altbeliebten Wettessen machen AMARANTHE heute ein modernes Wettsingen. Wer übertrifft wen? Die schwedisch-dänische Kombo stellt gleich mal drei Fronter aufs Parkett: Die zwei männlichen Shouter Jake und Andy sowie die Sängerin Elyze. Geboten wird ein Punsch aus melodischem Death und Power Metal sowie elektronischen Früchtchen, die Vocals von Elyze dabei immer im Vordergrund. Doch nicht jeder der anwesenden Geburtstagsgäste verträgt dieses Gebräu und widmet sich dann doch lieber an der Bar seinem geliebten Bier.

VICIOUS RUMORS - der heimliche Stargast? Dieser Eindruck konnte leicht entstehen, war das Huxleys beim Auftritt der US-Amerikaner doch gefüllter als beim anschließenden Auftritt von Headliner HAMMERFALL. Aber wie oft hat man schon die Gelegenheit die Jungs in Deutschland zu sehen – von daher fair enough (in letzter Zeit sogar ganz schön häufig, immerhin waren die Jungs auf Tour - Anm. d. Red.)! Fronter Brian Allen wirbelt wie ein Tunichtgut über die Bühne, während die coolen Power Metaller an seiner Seite den Rotz von den Wänden laufen lassen. Musikalisch ist nichts zu meckern, so spielen sie viele ihrer Hits aus den guten, alten Zeiten. Da geht den alten Herren der Hut hoch. Bravo!

Nachdem sich das ältere Volk verzogen hat, wird es ganz schön luftig in den Hallen. Was soll's - kleinere Bierschlangen. 'Mit Patient Zero' feuern HAMMERFALL einen heftigen Sturm ab. Münder grölen, Pommesgabeln steigen auf. Das Haar weht im Wind. Mit Pyros und LEDs wollen die Schweden es auf ihrer Party so richtig krachen lassen! 'Any Means Necessary' schießt den frühen Vogel ab. Die Mädels schwingen ihre Röckchen, während das männliche Volk verschmitzt lächelt. In bester Stimmung bringt Fronter Joacim die Berliner auf Höchstleistung. Mit 'Renegade', 'The Dragon lies Bleeding' und coolen Synchron-Gitarren-Moves zeigen die Schweden, dass ihre Mindesthaltbarkeit noch lange nicht abgelaufen ist. Über das aktuelle Album "Infected" kann man zwar denken, was man will, jedoch definitiv nicht leugnen, wie gut aktuelle Songs wie 'Let's Get It On' oder 'One More Time' live beim Publikum ankommen. Nichtsdestotrotz: Ein Song, der völlig unerwartet präsentiert wird – die Rede ist von 'Always Will Be' (bei dem im Übrigen Chef Oscar den Posten an den Keyboards übernimmt) – geht wie kein anderer ans Gemüt und unter die Haut. Da muss manch ein beinharter Metaller den Konzertsaal verlassen, um sich ein Tränchen zu verdrücken. Gefühl pur! Doch im Kontrast dazu wird die Hoffnung gleich wieder mit dem gefeierten 'Last Man Standing' geschürt und man kann buchstäblich Lebensmut über den Köpfen der Leute kreisen sehen. Ganz ganz großartig! So neigt sich ein sehr emotionales Konzert dem Ende zu, aber nicht ohne beide Daumen nach oben zu recken. Und als allersüßestes Sahnehäubchen folgt im Zugabenblock das bewegende und zugleich zerreißende 'Glory To The Brave'. Und wieder: Während Joacim unser Herz in seiner gewaltigen Hand zerquetscht, formt er es gleichzeitig neu und füllt es auf mit Zuversicht und Optimismus. HAMMERFALL lassen sich umjubeln während die LEDs den Bandnamen erleuchten lassen. Fazit: Kritik zur neuen Platte hin oder her, live sind und bleiben die Jungs einzigartig und famos!

 

Setlist Hammerfall:

Patient Zero

Heeding The Call

Any Means Necessary

Bang Your Head

Blood Bound

Let's Get It On

Last Man Standing

Renegade

Always Will Be

Dia De Los Muertos

Riders Of The Storm

Steel Meets Steel

Legacy Of Kings

Let The Hammer Fall

The Dragon Lies Bleeding

The Templar Flame

 

Glory To The Brave

One More Time

Hearts On Fire

Redakteur:
Nadine Ahlig

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