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HAMMERFALL/THUNDERSTONE - Filderstadt

18.05.2005 | 10:53

22.04.2005, Filharmonie

Bereits kurz nach 18.30 Uhr hat das Spektakel am frühen Freitagabend mit den Monsterrockern LORDI begonnen, leider etwas zu früh für mich, da ich aufgrund eines Staus erst gegen 19.05 Uhr in der Filharmonie eintreffe. Nach meinem Eintreffen darf ich dann zugleich feststellen, dass LORDI bereits beim vorletzten Song 'Devil Is A Loser' angekommen sind. Wer ist denn auf diese wahnwitzige Idee gekommen, LORDI zu solch einem frühen Zeitpunkt und bei Tageslicht auf die Bretter zu schicken? Das was sich mir jedoch in den letzten knapp 10 Minuten auf der Bühne offenbart, ist jedoch ein Spektakel für Auge und Ohr. Die Freakshow von LORDI wird in keiner Sekunde langatmig. Immer wieder greift Zeremonienmeister Lordi in die Trickkiste und zaubert so manch eine skurrile Konstruktion - wie etwa eine Urzeit-Kreissäge - oder Verkleidung hervor. Soundtechnisch gibt es erfreulicherweise auch nichts zu bemäkeln und auch lichttechnisch müssen die Finnen nicht im Dunkeln aufspielen. Schade nur, dass ich nicht von Anbeginn dabei sein durfte. Ab an den Bierstand und erst einmal ein Frustbierchen zischen...

Setlist LORDI:

Theatrical Trailer
Get Heavy
My Heaven Is Your Hell
Blood Red Sandman
The Children Of The Night
Pet The Destroyer
Devil Is A Loser
Would You Love A Monsterman

Die Umbaupause im Vorfeld von FIREWIND lässt dann jedoch wieder meinen Kamm etwas anschwellen. Ich habe noch nie so eine lahmarschige Crew erlebt. Sicherlich kommen FIREWIND aus Griechenland und die ganze Welt weiß ja seit Olympia, dass es die Griechen mit Aufbauen und Zeitplänen nicht so haben. Ja ich weiß, die Crew ist sicherlich nicht vom Olymp, aber fast eine Stunde für das bissl Zeugs von LORDI und FIREWIND mit vier Mann, das ist einfach zu lang. Hätte die Crew etwas draufgehalten, dann hätten LORDI auch erst um 19 Uhr anfangen können und somit wären noch einige Fans mehr in den Genuss der Show gekommen. Für was macht man einen Soundcheck, wenn man während der Umbaupause noch einmal das komplette Schlagzeug soundtechnisch abnehmen muss? Pappnasen…

Um 20.15 Uhr, nachdem die Stimmung nahezu gänzlich im Keller ist und die gute Vorarbeit von LORDI nahezu komplett zu Nichte gemacht wurde, ist es dann endlich soweit und FIREWIND betreten die Bühne und legen zugleich mit 'Beware The Beast' fulminant los, auch wenn der Tontechniker wohl keinen guten Tag erwischt hat. Obwohl die Mannen um Saitenhexer Gus G. noch nicht allzu viele Shows mit dem neuen Frontmann Chity Somapala, absolviert haben, präsentiert man sich schon recht ordentlich. Der ein oder andere Abstimmungsfehler wird durch das für meinen Geschmack etwas übertriebene Gefrickel von Herrn G. übertüncht. Überhaupt finde ich es bewundernswert, wie das Publikum dem Skandinavier aus den Händen frisst und nahezu jeden Ansatz eines Solis artig beklatscht. Sicherlich versteht die Band ihr Handwerk, aber dennoch fehlt mir der letzte Kick, was vielleicht auch an der mangelnden Ausstrahlung des neuen Shouters liegen kann. Etwas albern finde ich auch das Gehampel von Tastenmann Bob, der die meiste Zeit damit beschäftigt ist Luftgitarre zu spielen oder mitzufilmen, da brächte ein zweiter Gitarrist wohl mehr. Etwas weniger ist halt oft auch mehr. Nun ja, so richtig vom Hocker haut mich das 30-minütige Set nicht.


Setlist FIREWIND:

Beware The Beast
Kill To Live
The Forgotten Memory
Feast Of The Savage
Instrumental / Heaven And Hell
I Am The Anger
Tyranny

THUNDERSTONE haben mich bereits im letzten Jahr als Support von AXEL RUDI PELL vollends live überzeugt. Mit ihrem neuen, hammerstarken Album "Tools Of Destruction" im Gepäck, nutzt man nun die Gunst der Stunde, um vor einem größeren Publikum das neue Produkt zu bewerben, ehe es wohl im Herbst auf eine kleinere Headliner-Tour gehen wird. Ausreichend Material dürfte ja nach drei Veröffentlichungen vorhanden sein. Sänger Pasi Rantanen verfügt über ein außergewöhnliches Stimmvolumen und versprüht jede Menge Sympathie auf der Bühne. Auch der Rest der Band agiert äußerst agil und steht dem Fronter in Nichts nach. Auch die Songauswahl mit insgesamt vier neuen Stücken 'Tool Of The Devil', 'Without Wings', 'Liguid Of The Kings' und 'I Will Come Again' kann sich sehen lassen. Überhaupt kommen die neuen Stücke bestens beim Publikum an. Die gelungene Mixtur aus Neuem und Altem lässt den Abend zu einem wahren Triumphzug für THUNDERSTONE werden und steigert das Verlangen nach mehr. Sehr, sehr geil!

Setlist THUNDERSTONE:

Tool Of The Devil
Without Wings
Forth Into The Black
Liquid Of The Kings
Let The Demons Free
I Will Come Again
Eyes Of A Stranger
Until We Touch The Burning Sun


Die Erfolgsgeschichte von HAMMERFALL liest sich mittlerweile wie ein Märchen. Erneut gelingt es den Skandinaviern mit ihrem fünften Album 'Chapter V – Unbent, Ubowed, Unbroken' qualitativ noch einen draufzusetzen und den Siegeszug fortzuführen. Als nach der letzten Umbaupause das Hallenlicht erlischt, das Intro erklingt und zahlreiche Trockeneiskanonen die Bühne in eisigen Nebel einhüllen, ist der Jubel der gut 2000 Fans absolut ohrenbetäubend. Die Bühne gleicht mit ihren Aufbauten einer Eiswüste. Auch die Musiker sind mit weißen Tüchern überdeckt und brechen erst aus dem ewigen Eis aus, als das erste Gitarrenriff aus Oskars Klampfe ertönt. Erst jetzt, nachdem das Licht voll aufgedreht wurde, wird die spektakuläre Kulisse sichtbar, über der Drummer Anders Johansson mit seinem mächtigen, mit vier Bassdrums ausgestatten Set, thront.

Die eisige Kälte wird gleich von Anbeginn mit Hämmern a la 'Secrets' und 'Riders Of The Storm' aus der Halle getrieben. Nach und nach steigt das Thermometer dank 'Renegade' und 'Let The Hammer Fall' in die oberen Bereiche und das Publikum kocht förmlich. Gekonnt wechseln sich Hymnen mit Balladen und absoluten Krachern ab. Das sich das neue Material mühelos in das bestehende Live-Repertoire einreiht, stand für mich zu keiner Zeit zur Debatte. Frontmann Joachim Cans verfügt zudem bekanntlich über eine außergewöhnliche Stimme und weiß auch am heutigen Tage vollends zu überzeugen. Aber auch der Rest der Band sprüht nur so vor Spielfreude und gerade Gitarrist Oskar bekommt das Grinsen gar nicht mehr aus den Backen. Erst das Drumsolo von Anders Johansson nimmt für ein paar Sekunden etwas die Luft raus, doch als der Ausnahmeschlagwerker so richtig loslegt, ist es mit der Verschnaufpause vorbei. Ganz witzig ist die kurze 'Run To The Hills'-Einlage im Mittelteil des gut fünfminütigen Solos. Ausgestattet mit einem prächtigen Sound krachen 'Fury Of The Wild' und 'Glory To The Brave' - mit kurzem Solopart von Gitarrist Stefan Elmgren – ordentlich ins Gebälk.

Auch das Publikum gibt alles und erweist sich erneut als absolut textsicher. Nach 'Living In A Victory' und ' Knights Of The 21st Century' wird das Finale eingeläutet und wer bislang aufmerksam das Geschehen verfolgt hat, weiß was nun kommen wird. Im letzten Drittel gibt es u.a. mit 'Hammerfall', 'Crimson Thunder', 'Heeding The Call' und 'Blood Bound' einen Hit nach dem Anderen. Dem nach zwei Stunden HAMMERFALL und insgesamt über fünf Stunden Musik, abgekämpften Publikum, werden die letzten Kraftreserven entzogen, ehe 'Hearts On Fire' den Abend beendet.

Unter frenetischem Jubel schickt man HAMMERFALL zu ihrem Feierabend-Bierchen, das Teile der Band in der Ludwigsburger Rockfabrik noch bis in den frühen Morgen zu sich nehmen. Eine absolute geniale Vorstellung der "Warriors Of True Metal"!

Setlist HAMMERFALL:

Secrets
Riders Of The Storm
Renegade
Let The Hammer Fall
Unchained
The Templar Flame
Drumsolo
Fury Of The Wild
Glory To The Brave (mit Gitarrensolo Stefan Elmgren)
Living In Victory
Knights Of The 21st Century
Hammerfall
Crimson Thunder
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Templars Of Steel
Heeding The Call
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Blood Bound
Hearts On Fire


Redakteur:
Frank Hameister

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